Sabine Brakhan Reporterin AERZEN.Die öffentliche Darstellung der Aerzener Sage von den „Zwergen im Lüningsberg“ kann man ohne Übertreibung aktuell als etwas ramponiert und sanierungsbedürftig beschreiben. Das Mosaik an der Fassade der ehemaligen Schule beziehungsweise dem Kindergarten an der Pöhlenstraße lässt sich nur noch in Fragmenten erahnen.
Der Sagen-Brunnen am Goldschlag führt ebenfalls schon seit längerem kein Wasser mehr, die Kugel hat ihre goldene Farbe schon mehrfach eingebüßt und altersbedingt macht Krakelee die Schrift auf der Hinweis-Tafel mittlerweile unleserlich.
Ende letzten Jahres hatte sich eine Aerzener Schulklasse an Bürgermeister Andreas Wittrock gewandt und auf den „sagenhaften Missstand“ hingewiesen. „Der Goldschlag ist nicht erst seit dem Hinweis durch die Schüler und Schülerinnen in den Fokus von Verwaltung und Ortsrat gerückt“, erklärt der Bürgermeister.
Auch den Ortsrat Aerzen unter Vorsitz von Ortsbürgermeister Jürgen Schwitzer beschäftigt aktuell das Thema. Der Flecken Aerzen plant unter Einbeziehung des Ortsrates eine Umgestaltung und Aufwertung des Platzes. Dazu war im ersten Schritt ein Ortsratsbeschluss in Bezug auf den Verbindungsweg samt Treppe zwischen dem Wall und dem Goldschlag zu fassen.
Sollte sich mittelfristig für die Kommune die Möglichkeit ergeben, ein an den Goldschlag und den Verbindungsweg angrenzendes Grundstück zu erwerben, sprach sich der Ortsrat dafür aus, die Wegführung verändern zu wollen.
Weiterhin erging der Beschluss, das grundsätzliche Vorkaufsrecht der Kommune für das entsprechende Grundstück wahrnehmen zu wollen, sollte es mittelfristig zu einem Grundstücksverkauf kommen. Dabei handelt es sich um das Grundstück, auf dem lange ein denkmalgeschütztes Gebäude gestanden hatte, das aber von seinen Besitzern so vernachlässigt wurde, dass es schließlich nur noch abgerissen werden konnte.
Und auch beim Abriss, den der Eigentümer aus Bremen mit seiner Firma selbst durchführte, muss ganz offensichtlich einiges schiefgelaufen sein, denn die von ihm befüllten Mulden wurden vom Container-Unternehmen nicht abgeholt, sondern irgendwann der Inhalt mitten auf dem Grundstück wieder ausgekippt. Mittlerweile ist Gras und Unkraut über die Hinterlassenschaften gewachsen, was den Anblick nicht aufwertet.
„Es ist alles besser, als so, wie es jetzt aussieht“, macht Ortsratsmitglied Karl-Heinz Frevert die aktuelle Situation deutlich. Bürgermeister Wittrock sagte zu, den Sagen-Brunnen, der auf den Entwurf des heimischen Malers und Grafikers Heinz-Jürgen Bredemeyer (1940–2008) zurückgeht, durch Wiederherstellen des Wasserlaufes zu neuem Leben erwecken zu wollen. Auch das Schild soll ausgetauscht werden. Weiterhin sprach sich der Ortsrat dafür aus, dass die Umgestaltung des Goldschlags in die Außenanlagengestaltung im Zuge des Rathausneubaus einfließen soll.
Und auch in Bezug auf das Lüningsberg-Sagen-Mosaik wurden bereits Ideen an den Bürgermeister herangetragen, wie dieser berichtet: Da das Gebäude, an dessen Fassade das Mosaik ursprünglich angebracht war, im Zuge des Neubaus des Aerzener Rathauses abgerissen wird, könne das vom ehemaligen Realschul-Lehrer Wilhelm Weith entworfene und aus unzähligen selbstgebrannten Mosaik-Kacheln zusammengesetzte Bild an der Fassade des Rathausneubaus neu entstehen.
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