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Mitglied des Coppenbrügger Gemeinderates im Alter von 69 Jahren verstorben

Trauer um Klaus-Dieter Dohme

BÄNTORF. Er war in seiner politischen Arbeit stets ein Querdenker – und konnte dabei auch mal über das Ziel hinausschießen. Auf jeden Fall hat er sich immer wieder selbst als politischen Einzelgänger gefordert. Jetzt ist Klaus-Dieter Dohme, zuletzt in Coppenbrügges Gemeinderat und im Ortsrat seines Heimatortes Bäntorf für die Unabhängige Wählergemeinschaft im Flecken (UWG-FC) tätig, nach langer, schwerer Krankheit verstorben. Klaus-Dieter Dohme, gebürtiger Hamelner, wurde 69 Jahre alt, und wird am Montag im engen Familienkreis zu Grabe getragen.

veröffentlicht am 21.07.2017 um 05:00 Uhr

Joachim Zieseniß

Autor

Reporter Coppenbrügge-Salzhemmendorf zur Autorenseite

Der Verstorbene gehörte dem Rat des Flecken Coppenbrügge seit 1991 durchgehend an. Im Ortsrat Brünnighausen hatte er in den Wahlperioden 1991-1996 und 1996-2001 sowie in der aktuellen Wahlperiode Sitz und Stimme. 2016 wurde er für seine 25-jährige Ratstätigkeit geehrt.

Klaus-Dieter Dohme wollte beruflich eigentlich zum Bundesgrenzschutz oder zur Polizei. Wegen seiner Farbenblindheit, mit der er später selbst gern politische Witze machte, wurde er dort abgelehnt. Er machte daraufhin Karriere bei einer Bank in Hannover, bevor er sich Ende 1977 als Immobilienmakler selbstständig machte und als Versicherungsmakler tätig war. Bereits 2000 engagierte er sich in einer Bürgerinitiative für eine Umgehungsstraße für Coppenbrügge.

Bevor der Verstorbene für die Unabhängige Wählergemeinschaft im Flecken Coppenbrügge politisch tätig wurde, gehörte er 35 Jahre lang der FDP an. 2001 erklärte er dann überraschend seinen Austritt bei den Freidemokraten und aus Coppenbrügges CDU/ FDP-Fraktion. Künftig kandidierte er für die Unabhängige Wählergemeinschaft.

Dohmes besonderes Interesse galt während seiner Ratszugehörigkeit den Aufgaben des Ausschusses für Kultur, Soziales und Tourismus, dem er einige Zeit als Vorsitzender und später viele Jahre lang als Grundmandatsinhaber angehörte. So machte sich Klaus-Dieter Dohme mit Nachdruck für den Kauf des alten Forsthauses in Coppenbrügge für einen Kindergarten und ein Kulturzentrum samt Wäldchen stark, entwickelte Visionen für einen Dorfmittelpunkt im Vorhofbereich der Burg. Im Bereich Fremdenverkehr plädierte er für eine Zusammenarbeit mit Salzhemmendorf.

Während sich der Verstorbene zwischenzeitlich auch mal aus der Kommunalpolitik verabschiedete, startete er im März 2011 politisch noch mal voll durch: Die Mitgliederversammlung der UWG-FC hob ihn damals als dritten Bürgermeister-Kandidaten neben Hans-Ulrich Peschka (CDU) und Ute Fehn (SPD) auf den Schild.

Daneben noch bemerkenswert: Auch außerhalb seines politischen Engagements setzte sich der Verstorbene in den ganz leisen Bereichen für seine Mitbürger ein. So war Klaus-Dieter Dohme seit 2014 ehrenamtlicher Bürgerbusfahrer beim Verein Bürgerbus.

Privat lebte Klaus-Dieter Dohme mit seiner Familie in einem alten Fachwerkhaus in Bäntorf, wo er auf dem Vier-Hektar-Grundstück einen Hobby-Bauernhof mit Schafen, Ziegen. Eseln, Minischweinen und ganz viel Geflügel unterhielt. Hier konnte der Immobilen-Fachmann seine Vorliebe für alte Bausubstanz leben. So gehört zu seinem Nachlass auch eine Dokumentation über Coppenbrügges teilweise bereits verloren gegangene Fachwerkhäuser, die er dem Museumsverein vermachte.



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