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Bäume werden von verschiedenen Pilzarten befallen und sterben oft ab

Rosskastanien in Gefahr: Fällung ist vielfach unumgänglich

DIEDERSEN. Kastanien sammeln im Herbst – ein großes Vergnügen für Kinder. Nur für Kinder? – Nein, auch Erwachsene haben ihren Spaß daran. Aus den braunen „Kaspelfrüchten“, die bekanntlich in einer stacheligen Fruchthülle reifen, werden mit geschickten Handgriffen herbstliche Dekorationen und naturnahes Spielzeug gezaubert. Wie gut, dass es Jahr für Jahr in der Herbstzeit so viele Kastanien gibt. Aber wird das so bleiben? – „Vermutlich nicht, denn Rosskastanien sind in Gefahr“, so Forstwirt Alexander Saffer.

veröffentlicht am 07.10.2021 um 13:00 Uhr

Stolte Christiane

Autor

Reporterin

Immer mehr Kastanien seien von einer Wurzelfäule befallen, die im Laufe der Jahre zum Absterben der Bäume führe. Trotz baumerhaltender Maßnahmen können etliche Bäume nicht mehr gerettet werden, so dass in vielen Orten nur noch die Fällung bleibe – beispielsweise auf dem Spielplatz von Diedersen. „Am kommenden Montag werden wir eine erkrankte Rosskastanie fällen“, betont der Mitarbeiter im Bauamt des Fleckens Coppenbrügge.

Seit Jahren sei versucht worden, die Kastanie zu retten. Sie leide an einer Wurzelhalsfäule mit Pilzbefall. Erste Symptome dieses Bakteriums seien Schleimfluss am Stamm und vom Wurzelbereich ausgehende Nekrosen, die sich am Stamm hochziehen. „Blattverfärbung und vorzeitiger Blattfall kennzeichnen den weiteren Befall dieser Krankheit“, erläuterte Saffer in der Sitzung des Ortsrats Bisperode. Das führe zum Absterben der Bäume, diene aber auch vielen Holzzersetzern als Eintrittspforte.

Es sei alles versucht worden, die Kastanie zu retten, aber leider ohne Erfolg. „Befallene Bäume sterben schnell ab oder müssen aus Gründen der Verkehrssicherheit gefällt werden, wie nun die Kastanie auf dem Spielplatz“, betonte Saffer. Im selben Zug werden an den anderen dort stehenden Rosskastanien baumerhaltende Maßnahmen vorgenommen.

Die neue Krankheit der Rosskastanien werde zunächst von einem Bakterium und nachfolgend von verschiedenen Pilzarten verursacht. 2007 sei das vermutlich aus Indien stammende Bakterium zum ersten Mal in Deutschland entdeckt worden. „Mittlerweile ist die Krankheit so stark, dass von einem Rosskastanien-Sterben gesprochen werden muss“, erläuterte der Forstwirt.

Grundlage seiner Erläuterung waren Studien von Prof. Dr. Dirk Dujesiefken vom Institut für Baumpflege Hamburg. Aus heutiger Sicht werde von einer Nachpflanzung mit einer Rosskastanie abgeraten. „Durch das Absterben beziehungsweise durch das Fällen der erkrankten Rosskastanien werden viele Alleen und Plätze in den Städten ein anderes Bild erhalten“, so Saffer. Es sei zu befürchten, dass das Rosskastanien-Sterben eine ähnliche Dimension wie das Ulmensterben haben werde.



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