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Gegner überreichen im Landtag Petition mit 9000 Unterschriften

Protest gegen geplante Bauschutt-Deponie

LAUENSTEIN/BISPERODE/HANNOVER. Rund 40 Gegner der geplanten Deponie für Bauabfälle im Steinbruch am Ith haben am Samstagvormittag im niedersächsischen Landtag in Hannover ihre Petition gegen das Vorhaben übergeben. Sie sorgen sich, dass austretende Schadstoffe das Trinkwasser und die Natur schädigen.

veröffentlicht am 25.08.2019 um 16:17 Uhr

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Der Steinbruch soll mit leicht bis mäßig belasteten Bauabfällen verfüllt werden. Darunter fällt nach Angaben der Gegner des Projektes auch Bauschutt aus Atomkraftwerken wie Grohnde, der nicht überwacht werden muss. Die Kritiker des Vorhabens befürchten, dass Schadstoffe austreten könnten. Der Betreiber hat dagegen versichert, dass die Deponie ausreichend abgedichtet werden soll. Eine Gefährdung des Grundwassers könne ausgeschlossen werden.

Die Betroffenen fordern vom Land und dem Gewerbeaufsichtsamt in Hannover, keine Ausnahmegenehmigung für den im Mittelgebirgszug Weserbergland liegenden Betrieb zu erteilen. Außerdem wollen sie den Steinbruch Bisperode in das umliegende europäische Flora-Fauna-Habitat-Schutzgebiet aufnehmen lassen.

„Vor dem Hintergrund des Klimawandels, des stetig zunehmenden Artensterbens und der wachsenden Belastung unseres Trinkwassers durch Nitrate sollte der Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen in der Genehmigungspraxis einen deutlich höheren Stellenwert einnehmen“, heißt es in der Petition.

Obwohl der Steinbruch im Ith schon jetzt als „schlimme Wunde“ in der Landschaft wahrgenommen werde, könne sich das Gebiet zu einer ökologisch wertvollen Nische für viele Tier- und Pflanzenarten entwickeln, etwa für Kröten. Auch die Lärmbelästigung durch Lastwagenverkehr führen die Gegner des Projektes ins Feld.

„Das Verzeichnis der vorgesehenen Abfälle geht über reinen Bauschutt weit hinaus“, kritisierte Initiatorin Britta Kellermann (Foto links), die auch Kreisvorsitzende der Grünen ist. „Wir wollen erreichen, dass sich die Landespolitik intensiv mit der Thematik auseinandersetzt und ihre Möglichkeiten der Kontrolle über das Gewerbeaufsichtsamt nutzt.“

Sie übergab Landtagspräsidentin Gabriele Andretta und dem Vorsitzenden des Petitionsausschusses, Axel Brammer, einen Ordner mit 9000 Unterschriften. Aus formalen Gründen wird der Protest aber als Einzelpetition von Kellermann behandelt und dementsprechend zunächst nicht öffentlich behandelt. Die Landtagsverwaltung bearbeitet nun die Petition. Ein Banner durfte die Bürgerinitiative am Samstag in Hannover nicht entrollen, da sie keine Kundgebung angemeldet hatte. Initiatorin Kellermann war dennoch zufrieden: „Ich denke, dass wir unser Anliegen gut vertreten haben.“ (mit dpa)



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