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Haehnel: „Stenger will sich nur ein Denkmal setzen“

Posse um Parkbänke in Hemmendorf

HEMMENDORF. Manche Spaziergänger werden sie vermutlich schon bemerkt haben, die Sitzbank in der Feldmark bei Hemmendorf auf dem „Ahrenfelder Weg“. Ihr Design fällt sofort ins Auge, denn es unterscheidet sich von den herkömmlichen Bänken erheblich. Gut drauf sitzen lässt sich auch. Also alles bestens? – Eben nicht.

veröffentlicht am 02.09.2021 um 10:30 Uhr

Stolte Christiane

Autor

Reporterin

In der jüngsten Sitzung des Ortsrats Hemmendorf wurde die Bank zu einem Stein des Anstoßes.

Das Gremium war gebeten worden, die Bank aus Ortsratsmitteln zu bezuschussen. Möglichst mit 200 Euro, so Friedrich Lücke. Doch der Ortsbürgermeister hatte die Rechnung ohne seine vier Mitstreiter gemacht. Sie sprachen sich geschlossen gegen eine Bezuschussung durch den Ortsrat aus.

„Die Entscheidung kann ich nicht verstehen, denn so eine hochwertige Bank werden wir nie wieder für nur 200 Euro bekommen“, betonte Lücke. Sie stehe außerdem an einer Stelle, die einen herrlichen Panoramablick auf die Landschaft biete. Auch in anderen Orten des Fleckens Salzhemmendorf seien einige dieser hochwertigen, mit einem speziellen Holz versehenen Bänke aufgestellt worden. Kostenpunkt einer Bank: 800 Euro.

Zum Stein des Anstoßes wurde die Bank deshalb, weil an derselben Stelle bis vor kurzem eine gemeindeeigene Bank gestanden hat, die nun im Auftrag der Gemeinde vom Bauhof abgebaut wurde, weil sie angeblich marode gewesen sein soll. „Keinesfalls war die Bank marode. Sie hätte noch jahrelang dort stehen können“, widersprach Ortsratsmitglied Michael Abend (SPD). Die Bank werde regelmäßig von der Kulturgemeinschaft Hemmendorf gewartet.

Ähnlich argumentierte auch Petra Haehnel. Sie könne nicht nachvollziehen, dass eine intakte Bank „einfach so“ abgebaut worden sei. „Meiner Meinung nach will sich Udo Stenger mit seiner Aktion ein Denkmal setzen“, argumentierte die SPD-Politikerin und zeigte sich sichtlich verärgert. Gegen eine Bezuschussung sprachen sich dann auch die CDU-Ortsratsmitglieder Silvia Kreis und Andreas Krause aus.

Zum Hintergrund des Bankaufstellens: Die Bank in Hemmendorf und weitere Bänke im Flecken Salzhemmendorf wurden auf Initiative des langjährigen Kommunalpolitikers Udo Stenger aufgestellt. Zur Finanzierung der Aktion hatte er ein Sponsoring gestartet, mit dem ein Großteil der Kosten abgedeckt werden soll. Darüber hinaus hat er die Ortsräte im Flecken um finanzielle Unterstützung gebeten.

„Ein Großteil der Ortsräte hat sich bereits für eine Bezuschussung ausgesprochen“, erläuterte Gemeindemitarbeiter Michael Pauleßen auf Anfrage der Dewezet. Die Ortsbürgermeister seien informiert worden, und die Gemeinde sei gerade dabei, mit Stenger ein Gesamtkonzept zu erarbeiten, in dem unter anderem die regelmäßige Wartung festgelegt werden soll. Mehr noch: Einige der Bänke sollen zu einem registrierten „Notfallplatz für Rettungsdienste“ werden, damit im Falle eines Falles schnelle Hilfe angefordert werden könne.

Wo diese „Notfallbänke“ zu finden sein werden, werde die Gemeinde demnächst bekannt geben, so Pauleßen.



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