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Vorbereitungen laufen

Neue Heimat in Osterwald: Hausbau für den Storch

OSTERWALD. Unterhalb von Osterwald Richtung Hemmendorf hat der Verein Biotop-Management-Initiative BIOTOP e.V. mit Hilfe vieler Unterstützer dem Weißstorch ein „Luxus-Apartment“ gebaut. Nun wird auf eine schnelle Rückkehr der Vögel gehofft.

veröffentlicht am 02.11.2021 um 13:00 Uhr

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Reporter

Thomas Maschke wohnt zwar in Osterwald, doch vor allem als Vorsitzender der Biotop-Management-Initiative BIOTOP e.V. ist er in der Region Hannover rund um Eldagsen vielen Menschen bekannt. Der Verein hat dort innerhalb mehrerer Jahrzehnten rund 65 Hektar Land durch Unterstützung von Stiftungen, Spenden oder Kompensationsmaßnahmen aufgekauft und der Natur mit Unterstützung zurückgegeben.

Seit 2016 ist der Verein auch auf der anderen Seite des Osterwalds aktiv und dort schon Eigentümer von vier Grundstücken mit mehreren tausend Quadratmetern. „Die Natur braucht nur Raum und Zeit, dann erobert sie wieder verlorene Flächen. Wenn Tierarten nicht ausgestorben sind, kehren sie dann auch irgendwann zurück“, erklärt Thomas Maschke im Gespräch.

Unterhalb von Osterwald Richtung Hemmendorf hat der Verein mit Hilfe vieler Unterstützer jetzt auch dem Weißstorch ein „Luxus-Apartment“ gebaut. Auf der anderen Seite des Osterwalds hat es über 20 Jahre gedauert, bis sich dort der Storch wieder angesiedelt hat. In Osterwald wurden auf der vereinseigenen Wiese dieses Jahr schon zwei Störche gesehen, weshalb Maschke aufgrund der sehr guten Lebensvoraussetzungen mit einer schnellen Rückkehr des Weißstorches rechnet. Dank einer Telegrafenmastspende von Westfalen Weser inklusive des Schwertransportes nach Osterwald sowie der Bagger- und Personal-Unterstützung der Albert Fischer GmbH konnte jetzt ein großes Nest für den Vogel aufgestellt werden.

Mit Unterstützung des Landwirtes Tobias Marhauer wurde ein Streifen für Insekten als Nahrungsgrundlage angelegt. Foto: gök

Bei dem notwendigen Bauantrag wurden die Kosten zur Freude des Vereins von dem Architektur- und Planungsbüro ri-architektur GmbH in Hannover und dem Landkreis Hameln-Pyrmont übernommen, sodass für den Verein keine Kosten bei dieser Maßnahme entstanden sind. Der meterhohe Mast wurde auf der vereinseigenen Wiese aufgestellt, wobei auch ein Findling freigelegt wurde. Auf diesem könnten später dann auch Hinweistafeln über die Brut eines Storchenpaars erfolgen.

„Der Storch ist für die Menschen eine Galionsfigur und das Zugpferd bei so einer Maßnahme“, erklärt Maschke. Er vermutet, dass sich die Menschen mit unbekannteren Vögeln nicht so identifizieren könnten und so jetzt auch eine größere Unterstützung für solche Maßnahmen erfolgt. Mit dem Storch kehren auch viele andere Arten wieder in die Region zurück, was der Verein durch einige Maßnahmen unterstützt. Der Verein möchte mehr Lebensraum für Artenvielfalt anbieten und hilft bei der Ansiedlung. So wurde mit Unterstützung des Hemmendorfer Landwirtes Tobias Marhauer ein Ackerstreifen umgepflügt und Buchweizen für den Verein gepflanzt. Dieser wurde für Insekten und Vögel dann stehengelassen und dient als große Nahrungsgrundlage. „Die Vögel picken die Kerne, die Mäuse freuen sich auf dem Boden und Insekten schwirren überall umher“, erklärt Maschke. Gesetzt wurde an dem Streifen auch eine Reihe aus gespalteten Eichenpfählen, wie sie früher auch in der Landwirtschaft verwendet wurden. Mit der Zeit platzt die Rinde ab, wodurch dahinter wieder ein Mikrokosmos für Insekten oder auch Eidechsen entsteht. Ameisen und Käfer finden dort schnell ein Zuhause und dienen wiederum als Nahrungsgrundlage für andere Tiere, die dann wieder dem Storch dienen könnten. Gesetzt wurden dort vor zwei Jahren auch fünf Vogelhäuser.

Maschke ist davon überzeugt, dass man in Osterwald nicht so lange wie in der Region Hannover auf den Storch warten muss. Der Storchenbestand in Niedersachsen hat sich in den letzten 20 Jahren deutlich erholt, wodurch auch ein Ausbreitungsdruck entstanden ist. Zusammen mit dem Nahrungsangebot ist Maschke schon gespannt, wann die Maßnahme in Osterwald Früchte tragen und das Storchen-Nest bezogen wird. In unmittelbarer Umgebung des neuen Nestes wird noch ein kleineres Nest für Schleiereulen entstehen. Zudem wurde auf der benachbarten Wiese eine kleine Fläche ausgebaggert, wo ein Tümpel entstehen kann. Dort können sich Amphibien ansiedeln.



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