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Frauenvertreterin für das Kompetenzteam gesucht

Mit Frauenpower in die Dorfentwicklung

COPPENBRÜGGE. 15 Frauen der Dorfregion Coppenbrügge/Dörpe/Marienau, großenteils keine bekannten Gesichter von politischen Sitzungen, entwickeln beim ersten reinen Frauenmeeting im Gespräch mit dem Planungsbüro „mensch und region“ in der Grundschule Coppenbrügge klare Vorstellungen von den Notwendigkeiten der Dorfentwicklung.

veröffentlicht am 24.11.2021 um 11:00 Uhr

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Reporterin

Die Ortsmitte soll komfortable Outdoor-Kommunikationsstätte werden, eine digitale und telefonische Mitfahrbörse die Mobilität verbessern, das bislang fehlende „Dorfmittelpunkthaus“ Gelegenheit für Begegnungen und Ausstellungen bieten.


„Es ist toll, dass wir Bänke haben, aber ohne Tische reicht das nicht für unsere Idee, wie soziale Kommunikation gut funktioniert.“ Drei Tage nach dem Meeting in der Grundschule schenkt Iris Töpelmann den Freundinnen in der strahlenden Novembersonne auf dem Burgvorplatz den zweiten Becher Kaffee ein. Im Stehen, denn mangels Tisch sind die Bänke den Kannen und Kuchen vorbehalten.

Die Idee, sich im Freien etwas komfortabler zu begegnen, sich gegenüber zu sitzen, mal „‘ne Kaffeekanne auf den Tisch zu stellen, von mir aus auch Skat zu kloppen“, Neubürgern zu begegnen, mit ihnen ins Gespräch zu kommen, dabei vielleicht sogar ein Dach über dem Kopf zu haben, trägt nicht nur Sozialpädagogin Iris Töpelmann schon seit langem mit sich herum. „Wo liegt es näher als hier an der Burg, in der Dorfmitte, wo sich Jung und Alt begegnen beim Spielen, Spaziergang, Einkauf, mit oder ohne Hund, mit oder ohne Rollator, aus Kindergarten oder Seniorenheim?“

Kommunikation und Begegnung in der Ortsmitte, bitteschön mit Tischen, war einer von drei zentralen Wünschen und entsprechenden Projektideen, die Moderatorin Katja Hundertmark vom Planungsbüro bei der Zusammenkunft der Zielgruppe „Frauen“ mit auf den Weg gegeben wurden. Nicht alle passen in das Konzept Dorfentwicklung, aber alle werden notiert.

Zweites drängendes Problem seit Jahren ist und bleibt die Mobilität. „Warum kostet ein Schülermonatsticket des ÖPNV ab Völksen für den gesamten Bereich Hannover 15 Euro, für die Fahrt allein von Dörpe nach Salzhemmendorf 28,50 Euro?“, fragt Kim Rennemann. „Wie das Kind bei häufiger Verspätung der Eurobahn zur Schule nach Elze bringen, wenn beide Eltern berufstätig sind?“, sorgen sich andere. Wie die Anbindung zwischen Ortsteilen und Kommunen insbesondere für ältere Mitbürger bei Arztbesuchen verbessern? Der ehrenamtlich betriebene Bürgerbus könne nicht immer helfen. Lösungsmöglichkeiten wie Rufbus, ein kommunales Mietauto, die digitale oder telefonische Mitfahrbörse werden diskutiert. Miteinander und füreinander könne Mobilität vielleicht gelingen.

Schließlich kommt die Projektidee eines „Dorfmittelpunkthauses“ auf den Tisch. Nahezu jeder Ortsteil hat sein Dorfgemeinschaftshaus, Coppenbrügge selbst nicht. Ein Ort mit der Möglichkeit für zwanglose Treffen, kleine Ausstellungen zu Region und Natur, Vorträge, Kurse, Veranstaltungen, wo Jung und Alt sich begegnen und voneinander lernen können. Vielleicht auch Zentrale einer Kontakt- und Mitfahrbörse? Lidia Ludwig (Grüne) ist glücklich an diesem Abend. Vor allem am Ende, als Katja Hundertmark um eine Frauenvertreterin im Kompetenzteam wirbt. Das besteht bislang mit einer Ausnahme nur aus Männern.

„Frauen bilden knapp über die Hälfte der Menschheit und entsprechend sind sie in Entwicklungs- und Entscheidungsprozesse einzubinden.“ Was, wie dieser Abend zeige, ein klarer Gewinn sei, so Ludwig. Reine Männergremien seien vollkommen aus der Zeit gefallen, was im Jahr 2021 als Frau nur schwer auszuhalten sei.



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