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Zwischen Licht und Schatten

Batnight: Fledermäuse locken zur Burg Coppenbrügge

COPPENBRÜGGE. Mit Taschenlampen und Bat-Detektoren: An der Burg Coppenbrügge haben sich über 50 Besucher im Alter von 7 bis über 70 Jahre über Fledermäuse informiert. Zu der Veranstaltung - der 25. Europäischen Batnight - hatte der Naturschutzbund eingeladen.

veröffentlicht am 24.08.2021 um 09:00 Uhr

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Reporterin

Mit der Batnight werden alljährlich Ende August die Fledermäuse als bedrohte Tierart in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses gestellt. Ein Film über das Fledermausjahr, Tipps für jedermann zum Erhalt des sagenumwobenen Nachtschwärmers und eine Pirsch mit Taschenlampe und Bat-Detektor, der die Ultraschallrufe der Fledermäuse für das menschliche Ohr hörbar macht, lockten über 50 Besucher (Alter: 7 bis 70+) aus dem Weserbergland.

Sie fliegen mit den Händen, sehen mit den Ohren, schlafen mit dem Kopf nach unten, haben das Gewicht von wenigen Gummibärchen. Fledermäuse – oder englisch: Bats – bevölkern seit 50 Millionen Jahren (Vergleich: Mensch seit 40 000 Jahren!) die Erde, halten Mücken und sonstige Insektoide fern. Für die Einen sind sie „Die Schönen der Nacht“, für andere Draculas blutsaugendes Begleitteam, viele sehen einen Superhelden durch New York Cities Straßenschluchten düsen.

Wie sieht der Naturschützer die Situation der Fledermäuse in Coppenbrügge, fragten wir den Veranstalter.

2 Bilder
Mit Taschenlampe und Bat-Detektor bewaffnet, machten sich die Teilnehmer an der Burg auf die Suche nach den nächtlichen Jägern. Foto: ist

Sicher ist, so Günter Blötz, 1. Vorsitzender des Nabu-Kreisverbandes, dass Coppenbrügge mit seiner vom Wassergraben umrundeten Burg einen fantastischen Lebensraum für die faszinierenden Geschöpfe biete. Ähnlich positiv beurteilt er die Situation im Ith mit seinem Buchenhochwald und den zerklüfteten, spaltenreichen Felsbereichen, den ehemaligen Bergbauschächten im Nesselberg und dem Alteichenbestand im Hutewald des Osterwalds.

Diesen fantastischen Bedingungen seien gleichwohl Schattenseiten engstens benachbart: Intensivierung der Land- und Forstwirtschaft und daraus folgende Einschränkung der Nahrungsgrundlage auf Insektenbasis sorgen für „Nahrungsnot“. „Wohnungsnot“ andererseits sei die Folge von Dämmmaßnahmen an Gebäuden mit Verschluss ehemaliger Einschlupfmöglichkeiten.

Die Gefahr der derzeit 24 Windkraftanlagen im Fleckenbereich werde seit langem in Expertenkreisen diskutiert. Seriösen Schätzungen zufolge fallen den Windenergieanlagen deutschlandweit jährlich rund 250 000 Fledermäuse zum Opfer.

Dann die neue Umgehungsstraße, die Flugkorridore zerschneidet: „Wenn wir von der Bedeutung der Artenvielfalt sprechen und Artenschutz ernstnehmen, sollten wir auch über die Mehrkosten dieser Schutzkonstruktion im Verhältnis zu den Gesamtkosten nicht mehr diskutieren müssen.“

Schließlich der Imageschaden der „Schönen der Nacht“ durch die Corona-Pandemie. „Nach allem, was wir wissen, geht von den heimischen Fledermäusen keine Gefahr für eine Erkrankung an Covid-19 aus“, ist Blötz überzeugt. Trotzdem sein Hinweis: Wer eine verletzte Fledermaus findet, sollte sie immer nur mit Handschuhen anfassen, denn kranke Fledermäuse könnten Tollwutviren übertragen – äußerst selten, aber sicher sei sicher.



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