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Maßnahme soll Vorteile bringen

Ökologie und den Hochwasserschutz: Die Saale bekommt ein neues Flussbett

SALZHEMMENDORF. Um das Gewässer ökologisch aufzuwerten und zugleich den Hochwasserschutz für Salzhemmendorf und Wallensen zu verbessern, soll für die Saale ab Herbst ein neues Flussbett geschaffen werden. In der vergangenen Woche hat für das seit Jahren geplante Projekt der traditionelle erste Spatenstich stattgefunden.

veröffentlicht am 05.08.2021 um 15:00 Uhr
aktualisiert am 05.08.2021 um 20:40 Uhr

Jens Spickermann

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Reporter / Newsdesk zur Autorenseite

Das Flüsschen, das derzeit noch durch den Weinberger See und den Eisenteich fließt, soll auf einer Länge von 400 Metern an den stehenden Gewässern vorbeigeführt werden, wie das Forstamt Grünenplan mitteilt. Der heutige Verlauf der Saale sei erst in den 1960er Jahren im Zuge einer Rekultivierung der Braunkohle-Tagebaue angelegt worden. Dadurch, dass das Wasser der Saale seitdem durch die Tagebaurestlöcher Weinberger See und Eisenteich fließt, habe sie ihren typischen Charaker als Mittelgebirgsbach verloren – was zu weitreichenden Folgen für die Gewässerökologie führe, heißt es.

Auf Anregung von den Niedersächsischen Landesforsten als Flächeneigentümerin und dem Leineverband als zuständigem Gewässerunterhalter habe daher bereits vor mehr als 10 Jahren die Planung zu einer Aufwertung dieses Gewässerabschnitts begonnen. „Das Hauptziel ist die Wiederherstellung der ökologischen Durchgängigkeit in der Saale, da die Stillgewässerbereiche sowie mehrere Querbauwerke für Fischarten wie Mühlkoppe und Bachforelle, aber auch für Kleinstorganismen kaum zu überwindende Hindernisse darstellen“, sagt Jens Schatz, Geschäftsführer des Leineverbandes.

Daher sollten nun ein neuer Gewässerverlauf geschaffen und die vorhandenen Wanderhindernisse zurückgebaut werden. Ergänzend werde durch den Einbau von Strukturelementen wie Strömungslenkern und Totholz die Wertigkeit der Saale als Lebensraum erhöht. Auf diese Weise könnte die Saale ihren ursprünglichen Charakter wiedererlangen.

„Mit diesem Projekt bringen wir den Naturschutz und den Hochwasserschutz unter einen Hut“, sagt Dr. Christiane Knust, Leiterin des Forstamtes Grünenplan. Durch die Bauarbeiten entstünden zwar zunächst Spuren, die sich jedoch zügig wieder schließen würden. Das Gebiet werde somit innerhalb kürzester Zeit wieder ein attraktives Ausflugsziel für die Erholungssuchende sein.

Neben den ökologischen Vorteilen verweisen die Verantwortlichen auch auf eine Verbesserung des Hochwasserschutzes für die Ortschaften Salzhemmendorf und Wallensen. Erreicht werde dies durch eine Neuerrichtung der vorhandenen Ein- und Auslaufbauwerke am Weinberger See. Hierdurch wird der Wasserstand in dem mehr als 20 Meter tiefen, künstlichen Gewässer um 1,50 Meter abgesenkt. Im Hochwasserfall werde dann die bisherige Wasserführung reaktiviert. Ein Teilstrom der Saale fließe dann in den Weinberger See hinein, sodass dieser bis zur ursprünglichen Höhe aufgefüllt wird. Bei extremen Wetterereignissen könnten so 90 000 Kubikmeter Wasser zurückgehalten werden.

Wann die Maßnahme abgeschlossen werden kann, stehe noch nicht fest, heißt es aus dem Forstamt. Die Verlegung des Gewässers solle jedoch während der kalten Jahreszeit stattfinden, damit die Tier- und Pflanzenwelt so wenig wie möglich beeinträchtigt wird. Insgesamt werden zirka eine Million Euro für die Maßnahme veranschlagt. Ein Großteil dieser Kosten wird durch das Land Niedersachsen gefördert. Die Niedersächsische Landesforsten, der Flecken Salzhemmendorf, der Landkreis Hameln-Pyrmont und der Landkreis Hildesheim übernehmen den übrigen Anteil. Der Leineverband stellt das Personal für die Projektkoordinierung.

Internet: Auf unserer Webseite gibt es ein Themendossier mit Artikeln, Bilder und Videos zu Hochwasser im Weserbergland.



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