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Mit großen Schildern gegen großen Lärm: „Motorradlärm Weserbergland e. V.“ zieht Bilanz

Verein: Frequenz der Motorräder muss reduziert werden

Die Motorradsaison neigt sich allmählich dem Ende zu. Für die Motorradlärm-Gegner beginnt damit eine Zeit der Ruhe. Grund genug für den Verein „Motorradlärm Weserbergland e. V.“, der sich erst im Frühjahr gegründet hatte, ein Resümee zu ziehen. Dazu fand ein Treffen im Süden des Landkreises Holzminden, in Lauenförde, statt.

veröffentlicht am 07.11.2021 um 06:00 Uhr

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Reporter


BODENWERDER / KREIS HOLZMINDEN. „Sehr erfreulich ist die Entwicklung unserer Mitgliederstruktur, die inzwischen auch Betroffene aus den angrenzenden Kreisen und sogar verschiedenen Bundesländern einbezieht“, so der Vorstand. Das mache deutlich, wie sehr die gesamte Region belastet sei.

Gespräche mit Vertretern von Behörden, Institutionen und Politik von Kreis- bis zur Europaebene, Fachleuten und Medien, aber auch der Austausch mit Motorradverbänden hätten dazu beigetragen, dass das Problem in der Öffentlichkeit „angekommen“ sei. So sei es gelungen, Banner bzw. Schilder in einigen betroffenen Ortschaften zu platzieren, die Anschaffung mehrerer Lärmdisplays sei bereits zugesagt. „Damit wird immerhin eine ‚Visualisierung‘ des Problems erreicht, so zum Beispiel auch durch diese von uns noch als Bürgerinitiative initiierte Schilder-Aktion mit dem ADAC, die jetzt zum Ende der Saison umgesetzt wurde“, so Edith Götz.

Für die Arbeit der Polizei an betroffenen Strecken hätten die Motorradlärm-Gegner aber ein Lob übrig. Anwohnern aber auch Lärmverursachern werde so gezeigt, dass das Problem ernst genommen wird. „Dass Plakate und Polizei-Kontrollen alleine den Menschen aber noch keine nennenswerte Reduzierung des Lärmpegels in ihren Häusern und Gärten bringen werden, darüber sind wir uns im Klaren“, so Vorstandsmitglied Arne Bartsch. Die Wirkung der Verkehrsüberwachung sei aber laut Bartsch flüchtig: Kontrollen sprächen sich einerseits in den Netzwerken blitzschnell herum, was zum Einen zu Ausweichverkehr und punktueller Verhaltensänderung führte. Andererseits seien viele Motorräder legal laut – und in der großen Masse ein Problem: „Was einige betroffene Anwohner auszuhalten haben, ist schlicht menschenunwürdig“, so Eva Schatta.

Auch mit den Zielen des nachhaltigen Tourismus in der Region sei das kaum vereinbar. Wenn ganze Bereiche durch einen Lärmteppich zeitweise zur „No-go-Area“ würden, stelle das auch die Glaubwürdigkeit des Werbens der Tourismusverbände mit „Ruhe und Erholung in der Natur“ in Frage. „Wenn in einer Viertelstunde 97 Motorräder über die Weserbrücke in der Münchhausenstadt donnern, die auch Kurort ist, ist das weder sozialverträglich noch förderlich für unseren Tourismus. Nicht nur wir Anwohner sind genervt von dem ständigen Lärm, auch unsere Besucher und Urlauber sind alles andere als begeistert von Motordröhnen und Auspuffsound“, führt Maike Weiß beispielhaft an.

„Sollte die Frequenz der Motorräder auch in der nächsten Saison nicht beschnitten werden, müsse daher mit konkreten Maßnahmen Abhilfe geschaffen werden“, fordert der Vereinsvorstand.



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