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Behörden können Verschmutzungen am Wiesenhang nicht verhindern

Seit Jahren Ärgernis: Die unendliche Ölspur von Hehlen

BODENWERDER / HEHLEN. Der Ärger bei Anwohnern, Gemeindevertretern, Feuerwehr und Ordnungsbehörden ist groß: Immer wieder muss die Freiwillige Feuerwehr Hehlen ausrücken, um Ölspuren im Wohngebiet am Wiesenhang zu beseitigen. Die Ermittlungen führen häufig zum gleichen Wohnhaus. Doch der Lage Herr zu werden, erweist sich als schwierig.

veröffentlicht am 09.12.2021 um 09:00 Uhr

09. Dezember 2021 09:00 Uhr

vasco
Reporter zur Autorenseite

BODENWERDER / HEHLEN. Der Ärger bei Anwohnern, Gemeindevertretern, Feuerwehr und Ordnungsbehörden ist groß: Immer wieder muss die Freiwillige Feuerwehr Hehlen ausrücken, um Ölspuren im Wohngebiet am Wiesenhang zu beseitigen. Die Ermittlungen führen häufig zum gleichen Wohnhaus. Doch der Lage Herr zu werden, erweist sich als schwierig.

„Dieses Haus ist hier wirklich jeden Tag Thema“, berichtet Samtgemeinde-Bürgermeister Sebastian Rode, der selbst Anwohner am Wiesenhang ist. So stünden häufig Autos, die sich in einem desolaten Zustand befinden, auf dem Hof oder auf der Straße vor dem Gebäude. Angemeldet seien diese meist in Rumänien.

Unterschiedliche Ordnungswidrigkeiten

Rode beschreibt die Fluktuation sowohl unter den Bewohnern des Hauses als auch bei deren Autos als hoch: „Da steigt wirklich keiner mehr durch.“ Er bezweifelt sogar, dass der Vermieter weiß, wer genau dort lebt. Auch seien die Ölspuren nicht das einzige Problem. Erst vor kurzem habe es Querelen um einen illegalen Kampfhund gegeben.

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Das bestätigt Rouven Brennecke, der bei der Samtgemeinde für das Ordnungswesen zuständig ist: „Es kommt dort zu einer ganzen Bandbreite an Ordnungswidrigkeiten, zuletzt musste das Veterinäramt tätig werden.“

Die Verantwortlichen für die Ölspuren zu finden, ist laut dem Leiter der Polizeistation Bodenwerder, Polizeihauptkommissar Dirk Schwarz, häufig nicht schwierig: „Die Verursachenden und zugleich Kostenpflichtigen konnten größtenteils ermittelt werden.“ Die Beamten konfrontieren diese dann mit den Vorwürfen. „Das ist allein schon aus dem Grunde der gesicherten Identitätsfeststellung erforderlich“, so Schwarz weiter. Schwierig werde es aber in Fällen, in denen der Fahrzeughalter nicht greifbar ist oder die Verunreinigungen keinem Wohnort oder Fahrzeug zugeordnet werden können – und auch das kommt vor.

Genaue Zahl der Einsätze lässt sich nicht beziffern

Wie häufig Polizei und Feuerwehr bereits tätig werden mussten, lässt sich nicht genau beziffern. Schwarz geht von rund zwei Dutzend gemeldeten Fälle aus – allein in den letzten beiden Jahren. „Liegen nur ein paar Tropfen vor, von einem Unbekannten verursacht, ist dies oftmals nur ein sogenanntes ‚Sonstiges Ereignis‘ und wird teilweise gar nicht in unser Vorgangssystem übernommen, sondern nur im Einsatzleitrechner vermerkt“, erklärt Schwarz.

Der Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Hehlen, Jan-Arne Schoke, spricht von ungefähr zehn Fällen im Jahr 2021. „Das ist etwa die Hälfte unserer Einsätze in diesem Jahr.“ Besonders ärgerlich sei, dass die Feuerwehrleute dafür zum Teil von ihren Arbeitsstellen abgerufen werden. „Oder wir werden sonntags vom Kaffeetisch weggeholt“, so Schoke weiter. Meistens seien dann bis zu zehn Ehrenamtliche im Einsatz.


Bisheriges Präventionskonzept gescheitert

Die Kosten werden den Verursachern in Rechnung gestellt und in einigen Fällen sei auch bezahlt worden. Bei ordnungsgemäß angemeldeten Fahrzeugen kommt dafür in der Regel die Versicherung auf. Ob das bei den Fahrzeugen im Wiesenhang der Fall ist, kann Rouven Brennecke nicht genau nachvollziehen, denn wer die Strafen bezahlt, prüfe die Gemeinde nicht im Einzelnen.

Sebastian Rode ist von den Zuständen frustriert. Er sagt, er wisse von Anwohnern, die überlegen, die Gegend zu verlassen. Das Problem beschäftigt die Gemeinde nicht erst seit gestern. Schon in seiner Zeit als Ortsbürgermeister von Hehlen sei an einem Konzept gearbeitet worden, um die Lage zu verbessern und präventiv tätig werden zu können.

„In Zusammenarbeit mit der Polizei und der Samtgemeinde Bodenwerder-Polle sowie dem Landkreis Holzminden wurde ein Konzept erarbeitet, das unter anderem auch Parkkrallen und Abschleppen als Mittel vorgesehen hat“, bestätigt das auch Dirk Schwarz. Dies sei auch zeitweise umgesetzt worden. „Bei neuerlicher Prüfung durch den Landkreis scheiterte es allerdings an der Verhältnismäßigkeit“, berichtet Schwarz.

Der Bürgermeister will das Thema nicht auf sich beruhen lassen. Durch die zuständigen Behörden werde mit Hochdruck an einer Lösung gearbeitet: „Das Ziel muss sein, dass sich die Zustände ändern.“



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