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Heinz-Jürgen Rickert ist neuer Leiter der Herderschule und hat klare Vorstellungen

Zurück in der Schule

BAD PYRMONT. Heinz-Jürgen Rickert hat in Kairo studiert, in Rio de Janeiro gearbeitet, in Tansania eine Schule gegründet und war in der Lehrerfortbildung tätig, um nur einen kleinen Auszug seines beruflichen Werdegangs zu nennen. Und seit dem 1. August ist er neuer Leiter der Grund- und Hauptschule Herderschule und damit zurück an der Basis.

veröffentlicht am 07.08.2018 um 16:52 Uhr

Heinz-Jürgen Rickert hat sein Büro schon dekoriert. Besonders wichtig ist ihm dieses Bild, das aus einem Schülerwettbewerb stammt, an dem er als Juror beteiligt war. foto: uk
Hans-Ulrich Kilian

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Hans-Ulrich Kilian Redaktionsleiter Bad Pyrmont zur Autorenseite
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„Ich wollte einmal sehen, ob das, was in der großen Theorie entwickelt wurde, in der Praxis funktioniert“, beschreibt er einen Grund, warum er diese Aufgabe übernommen hat.

Die letzten drei Jahre war der 62-jährige gebürtige Lüneburger in Berlin als Bundeskoordinator der deutschen Unesco-Kommission in Berlin für 300 Unesco-Projektschulen in Deutschland zuständig und hatte mit Unterricht unmittelbar nichts mehr zu tun. „Mir fehlte der Kontakt“, nennt er einen weiteren Grund, warum er das aufgegeben hat. Die Herderschule – ebenfalls Unesco-Schule – ist ihm vertraut, das 50-köpfige Kollegium lobt er als engagiert und kompetent. „Das ist ein Schatz, den es zu hegen und zu entwickeln gilt“, betont er. Er weiß, dass er als Nachfolger von Hartwig Henke in große Fußstapfen tritt und er weiß, dass diese Hauptschule darum auch einen guten Ruf genießt und vieles in Ordnung ist, was es woanders nicht ist. Die Zahlen sind stabil. 175 Schüler werden zum neuen Schuljahr erwartet. Allerdings sind 5. und 8. Klasse einzügig.

„Hauptschulen sind politisch nicht gewollt und werden weiter unter Druck geraten“, sagt er. In Bad Pyrmont mache sie aber im Zusammenspiel mit der Realschule und dem Gymnasium Sinn. „Hauptschulen sind für mich ein Refugium für junge Menschen, die an die Hand genommen werden müssen. Viele von ihnen haben vielfältige Begabungen, haben aber durch ihre eigene Biografie oder ihr Umfeld Schwierigkeiten“, betont er. Man könne unglaublich viel auf den Weg bringen, mehr als an Realschulen, die mehr leistungsorientiert seien, während Hauptschulen mehr handlungsorientiert seien. Er werde sich für deren Erhalt einsetzen.

Sollte es aber einmal politischer Wille sein, aus der Realschule gemeinsam mit der Hauptschule eine Oberschule zu machen, dann könne das nur funktionieren, wenn das gesamte Kollegium das mittrage und gemeinsam ein Konzept entwickle. „So eine Fusion ist bisher aber nur sehr selten gelungen.“

Rickert ist aber auch für 265 Grundschüler verantwortlich. „Ich habe wenig Grundschulerfahrung. Aber ich denke, dass deren Arbeit in der Gesellschaft zu wenig beachtet wird. Sie leisten eine ganz, ganz wesentliche Arbeit, denn hier wird der Grundstein zur Bildung gelegt“, betont er.

Immer wieder spricht der Schulleiter von gegenseitiger Wertschätzung und gegenseitigem Respekt. Das sei für ihn das Wichtigste, betont er und bezieht dabei ausdrücklich auch die Schüler ein. Den Lehrern möchte er größere Freiräume ermöglichen, weil er deren Kompetenz vertraue, gemeinsam mit den Schülern individuelle Wege finden, optimale Leistung zu bringen. „Das funktioniert aber nicht mit generalisierten Maßstäben, denn dem einen fällt das leicht, dem anderen schwer.“

So ganz lassen muss er von seinen Unesco-Ambitionen nicht. Eine Stunde steht ihm wöchentlich zur Verfügung, um sich weiter um die von ihm gegründete deutsch-afrikanische Jugendklimakonferenz zu kümmern. Für den Unterricht in Bad Pyrmont bleiben ihm noch 5,5 Stunden.



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