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Markus Wilde vom Pyrmonter Hegering erfreut Kindergartenkinder mit vier Tage altem Rehbock

„Zum Knuddeln“

BAD PYRMONT. Große schwarze Augen, feuchtes Näschen und ein geflecktes Fell: „Freddy“ ist einfach zum Knuddeln. Etwa vier Tage alt ist der kleine Rehbock, schätzt sein Ziehvater Markus Wilde, der das Kitz mit der Flasche aufzieht, nachdem Spaziergänger es mutterseelenallein im Wald fanden.

veröffentlicht am 15.05.2019 um 17:27 Uhr
aktualisiert am 15.05.2019 um 21:00 Uhr

Mini-Rehbock „Freddy“ ist bei den Kleinen vom Kindergarten Reesehof das Highlight – und genießt sichtlich die Streicheleinheiten. Foto: Hei
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Autor

Karin Heininger Reporterin
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Nun hat Markus Wilde den niedlichen Mini-Bock mitgenommen in den Kindergarten Reesehof. Als Überraschung für die Kinder, die dort im Rahmen einer „Waldwoche“ viel erfahren sollen über das Leben in der Natur, über Wildtiere und Baumpflege. Das macht der Jagdaufseher und Naturschutzbeauftragte des Pyrmonter Hegeringes ehrenamtlich alle zwei Jahre für die Kinder. „Früher war das schön, da haben uns die Stadtwerke mit dem Bus zum Langen Grund gefahren, und dort konnten wir in der natürlichen Umgebung den Kleinen ein echtes Walderlebnis verschaffen. Doch diesen Gefallen tun uns die ,Öffis‘ nicht mehr“, berichtet er.

Auch die Erzieherinnen des Kindergartens bedauern das sehr und können es nicht verstehen, dass die jetzigen Busbetreiber „so wenig Herz“ für die Kinder zeigen, denn der Kindergarten würde den Bus ja sogar bezahlen, wie die Erzieherinnen versichern. Also kommt Wilde nun auf Wunsch in die verschiedenen Kindergärten, aktuell in den Reesehof, und vermittelt dort sein Wissen über alles, was im Wald so kreucht, fleucht und wächst. Und dazu gehören natürlich vor allem die Tiere. Fuchs, Reh, Waschbär, Wildschwein: Das alles gibt es präpariert und ausgestopft zum Anschauen im Infomobil des Hegeringes.

Kerstin Zurmühlen und Regina Windemuth, ebenfalls vom Hegering, unterstützen Markus Wilde bei seiner Arbeit und erklären einer Gruppe im Hof des Kindergartens die Tiere und deren Lebensweise, während Wilde einigen Kleinen den Umgang mit dem Waldhorn zeigt. Da mühen sich Amelie und Ibrahim, Yannick und die anderen erst einmal vergeblich, es kommt kein Ton. Zum Trost schneidet der Jagdaufseher für jeden zum Mitnehmen eine Scheibe von einem dicken Baumstamm ab.

Markus Wilde zeigt den Kleinen, wie man mit einem Waldhorn umgeht – auch wenn erst mal kein Ton rauskommt. foto: hei

Dann aber kommt die große Überraschung: Markus Wilde holt aus seinem Auto eine Wanne, in der auf einem Handtuch Freddy liegt – entspannt und offenbar völlig unbeeindruckt von dem Kindergewusel. „Och, ist das aber süüß!“, „Wo hast du das denn gefunden?“, „Wo sind denn Mama und Papa von dem Reh?“ „Kommt das später wieder in den Wald?“

Das alles wollen die Kinder wissen, während sie behutsam das Kleine streicheln dürfen. Und Markus Wilde, von Beruf übrigens Rettungssanitäter, erzählt ihnen, dass er Freddy wie einem Baby alle drei Stunden die Flasche gibt, dass der Kleine mit Ziegenmilch großgezogen wird und später ausgesuchtes Grünzeug bekommt. Eins bedauert der Tierschützer: Dass Freddy niemals mehr seine natürliche Umgebung erleben wird, denn ein Wildtier, das von Menschen großgezogen wird, ist für den Wald „verdorben“. So hofft er, dass er seinen Schützling später vielleicht in ein privates Gehege oder einen Wildpark abgeben kann.



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