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Telekom will schnelles Internet

Zukunftsinvestition oder Mogelpackung?

BAD PYRMONT. Die Telekom will Internet in Bad Pyrmont und Lügde schneller machen und investiert bis Ende dieses Jahres einen siebenstelligen Betrag in die Verlegung von Glasfaserkabeln innerhalb des Ortsnetzes 05281. Wirtschaftsförderer Andreas Manz vom Landkreis Hameln-Pyrmont spricht von einer „Mogelpackung“.

veröffentlicht am 18.01.2017 um 12:59 Uhr
aktualisiert am 10.10.2017 um 09:20 Uhr

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Hans-Ulrich Kilian

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Hans-Ulrich Kilian Redaktionsleiter Bad Pyrmont zur Autorenseite
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Die Telekom setzt auf die sogenannte „VdSL Vectoring Technik“. Als Vectoring wird eine Technologie bezeichnet, die das über Kupferkabel bezogene Internet schneller machen soll. Dafür werden die in Bad Pyrmont und Lügde vorhandenen 44 Kabelverzweiger mit neuer Technik ausgerüstet und über zwei Vermittlungsstellen an Glasfaserleitungen angeschlossen. Was bleibt, ist das Kupferkabel vom Kabelverzweiger bis zum Kunden, die sogenannte „letzte Meile“.

Die Telekom verspricht Geschwindigkeiten beim Download von bis zu 100 Megabit (Mbit/s) die Sekunde und bis zu 40 beim Upload. „Ob die aber auch wirklich in jedem Fall beim Kunden ankommen, lässt sich pauschal nicht sagen“, meint Peer Beyersdorff, Geschäftsführer des Breitband Kompetenz Zentrums Niedersachsen (BKZN). „Das hängt von mehreren Faktoren ab. Von der Qualität der Kupferleitung, vom Pflegezustand und auf jeden Fall von der Länge des Kabels, denn Kupfer dämpft die Geschwindigkeit.“ Grundsätzlich, so Pettenpohl, sei es technisch natürlich möglich, auch die Kupferkabel gegen Glasfaser auszutauschen, etwa wenn ein Gewerbebetrieb auf noch leistungsfähigeres Internet angewiesen sei. Die Rechnung dafür dürfte der Kunde zahlen.

Wenn vom Ausbau in Bad Pyrmont die Rede ist, dann trifft das nur zum Teil zu, denn die Pyrmonter Bergdörfer Neersen, Baarsen, Kleinenberg, Großenberg und Eichenborn profitieren nicht von der angekündigten Investition der Telekom, denn die gehören zum Vorwahlbereich 05285. Dort verfügen aktuell weniger als 10 Prozent der Haushalte über einen Breitbandzugang, hier müsste sich also dringend etwas ändern. „Ich kann nicht sagen, ob es dafür Pläne gibt“, ließ Telekom-Manager Pettenpohl eine entsprechende Frage unbeantwortet. Eher wohl nicht. „Mit dem, was die Telekom vorhat, wird die Unterversorgung nicht beseitigt“, begründet Wirtschaftsförderer Manz unter anderem, warum er von einer „Mogelpackung“ spricht. Das sei nicht zielführend und garantiere keine flächendeckende Versorgung.

Der Landkreis setzt bekanntlich auf ein mit öffentlichen Mitteln gefördertes Betreibermodell für schnelles Internet und da ist Bad Pyrmont für Manz ein weißer Fleck. Der Grund: Mit vodafon/Kabel Deutschland gibt es hier bereits einen Betreiber für ein separates Netz und damit darf der Kreis laut Manz hier nicht aktiv werden. Die Konkurrenz sei auch der Grund, warum die Telekom sich hier überhaupt engagiere.

„Kabel Deutschland verspricht sogar Geschwindigkeiten von bis zu 200 Mbit/s“, so BKZN-Chef Beyersdorff, der die bisher sehr gute Breitbandversorgung im Stadtgebiet von Bad Pyrmont unter anderem mit der Festnetzversorgung begründet. In Thal beispielsweise gebe es dagegen derzeit weniger als 30 Mbit/s. Nach dem Vectoring-Ausbau seien dort bis zu 100 aber mindestens 30 Mbit/s verfügbar.

Kabel Deutschland ist bislang weniger in Gewerbegebieten unterwegs, denn es verteilt sein Angebot über das Kabelfernsehnetz. Das soll sich aber noch ändern. Die Telekom setzt auf ein klassisches Telekommunikationsnetz, das auch für Wettbewerber wie zum Beispiel 1&1 offen ist. Die Nutzungsentgelte dafür regelt die Bundesnetzagentur.



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