weather-image
19°
Rad löst sich und zerstört Weichen / Großeinsatz / Sechsstelliger Schaden / Verspätungen und Umleitungen

Zug entgleist und fängt Feuer – Lokführer löscht

Bad Pyrmont (ube). „Zug entgleist – Feuer!“ Mit dieser Meldung hat die Regionalleitstelle „Weserbergland“ am Donnerstagabend Feuerwehren aus zwei Bundesländern alarmiert. Zehn Einsatzfahrzeuge und 60 Helfer rückten an, suchten auf der Strecke zwischen Bad Pyrmont und Lügde vergeblich nach einem Brand. Was die Freiwilligen nicht wussten: Der tonnenschwere gelbe Schleifzug, um den es ging, stand bei Thal. Ein Stahlrad hatte sich in den Aufbau gedrückt, ein zweites hing neben der Schiene. Der Lokführer habe mit einem Pulverlöscher ein Feuer bekämpft, das durch extreme Hitze an oder in dem Generatorwagen ausgebrochen war, hieß es aus Ermittlerkreisen.

veröffentlicht am 15.05.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 07.11.2016 um 05:41 Uhr

Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Unklar war bei Redaktionsschluss, ob die Notfallleitstelle der Bahn falsche Positionsangaben gemacht hat – und weshalb sie um Hilfe gebeten hat. „Wir haben die Feuerwehr um 21.20 Uhr angefordert, weil die Lok-Führer eines Güterzuges und einer S-Bahn zwei Böschungsbrände zwischen Lügde und Bad Pyrmont gemeldet hatten“, sagt Bahn-Sprecher Dirk Pohlmann. Es seien die Bahnkilometer 71,4 und 72,3 angegeben worden. Fakt ist: Ein Bahn-Mitarbeiter hat erst um 21.28 Uhr angerufen und von einem „entgleisten Stopfzug“ und von „Feuer“ gesprochen. Fest steht auch: Der in Brand geratene Zug stand nicht im Bereich der Landesgrenze, sondern in der Nähe der Ortschaft Thal (Kilometer 68,5).

Polizisten aus Bad Pyrmont hatten sich in der Nacht an der Suche beteiligt. Von der für Bahnanlagen zuständigen Bundespolizei, die extra aus Hildesheim gekommen war und in Thal ermittelte, waren auch sie nicht über die aktuelle Lage informiert worden. Zur Verwirrung trug bei, dass der Fahrdienstleiter der Feuerwehr mitgeteilt hat, ein Güterzug habe lediglich eine heiße Achse gehabt. Mehr wäre nicht gewesen. Diese Aussage verwunderte sogar zwei Bahnmitarbeiter, die zwischen Lügde und Bad Pyrmont Beschädigungen wie abgerissene daumendicke Schrauben und weggeschlagene Stahlklemmen entdeckt hatten. Offenbar gab es Kommunikationsprobleme und Missverständnisse.

Der Unfall hatte jedenfalls Folgen: Die Strecke Emmerthal - Bad Pyrmont wurde laut Notfall-Manager Peter Jahn von 21.25 Uhr bis 23.12 Uhr gesperrt. Das Gegengleis, auf dem der defekte Schleifzug stand, war bis gestern um 8.34 Uhr nicht befahrbar.

Offiziellen Angaben zufolge hat sich ein Rad des Schleifzuges gelöst. Es sei auf der Achse hin- und hergewandert, hieß es. Das Stahlteil schlug dabei gegen die Schienen. Zwei Weichen sind kaputt. Bis Mitte nächster Woche sollen sie repariert worden sein. In dieser Zeit stehen in Bad Pyrmont nur zwei der vier Bahnsteiggleise zur Verfügung. Fahrgäste müssen mit leichten Verspätungen rechnen. 72 Personen- und Güterzüge waren wegen der Entgleisung unpünktlich oder mussten umgeleitet werden.

Der Gesamtschaden wird auf eine sechsstellige Summe geschätzt.

Sucheinsatz zwischen Bad Pyrmont und Lügde: Feuerwehrleute haben Beschädigungen an den Gleisanlagen entdeckt

.Foto: ube

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare