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Zoff mit der Feuerwehr

CDU und FDP/Bürgersinn streichen Planungskosten für gemeinsames Gerätehaus

veröffentlicht am 06.12.2013 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 04:21 Uhr

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Autor:

Hans-Ulrich Kilian
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Bad Pyrmont. Gut zwei Stunden hatten die etwa 20 Feuerwehrleute auf den Besucherstühlen des Sitzungsraumes 300 im Rathaus ausgeharrt, bis das Thema an der Reihe war, das sie interessierte. Vor ihnen diskutierten die Mitglieder des Finanzausschusses über die Frage, ob die 19 000 Euro Planungskosten für ein gemeinsames Feuerwehrhaus der Ortswehren Bad Pyrmont und Holzhausen im Haushalt für 2014 bleiben oder, wie es die CDU-Fraktion beantragt hat, gestrichen werden. Als klar wurde, dass es auf eine Mehrheit für den Antrag hinauslief, da reichte es ihnen. Sichtlich verärgert verließen die Uniformierten den Raum noch vor der endgültigen Abstimmung und ließen nur einen Beobachter zurück.

Die CDU hatte sich auf den Standpunkt gestellt, dass der Bau auf absehbare Zeit nicht realisierbar sei, zumal es noch keinen Standort gebe. „Wir wollen das nicht abwürgen, aber vor dem Hintergrund der großen finanziellen Aufgaben der Stadt fällt es uns schwer, Geld dafür einzusetzen“, begründete Jürgen Drescher den Antrag. „Wir können doch kein Geld einsetzen, wenn wir noch gar nicht wissen, wann wir das realisieren können“, schlug sich Wilfried Seibel (FDP/Bürgersinn) auf die Seite der Christdemokraten. „Das ist ein Schlag in das Gesicht der Arbeitsgruppe, die sich ehrenamtlich seit mehreren Jahren um ein gemeinsames Feuerwehrhaus bemüht“, vertrat Uwe Schrader für die SPD eine andere Sicht der Dinge und erinnerte an den dringenden Sanierungsbedarf der beiden Feuerwehrhäuser. „Wollen Sie dafür Geld in den Haushalt einstellen?“, wollte er von der Gegenseite wissen.

Auch Bürgermeisterin Elke Christina Roeder (SPD) bemühte sich, die CDU und Seibel umzustimmen. „Das Geld ist notwendig für die Standortfestlegung, damit die Arbeitsgruppe weiterarbeiten kann“, stellte sie fest. Dabei müsse sie von Experten unterstützt werden, über die die Verwaltung nicht verfüge.

„Kennen Sie die Zustände der beiden Feuerwehrhäuser?“ wollte Bad Pyrmonts Ortsbrandmeister Hermann Bente von den Vertretern der CDU und des Bürgersinns wissen. „Wenn das Gerätehaus in Holzhausen jetzt überprüft wird, dann wird es noch vor Weihnachten geschlossen“, machte er die Dringlichkeit des Anliegens deutlich und forderte „Planungssicherheit“. Und Maik Gödecke von der Feuerwehr Holzhausen erhob die Forderung, die Planung „auf die nächste Stufe“ zu heben. „Wir haben ehrenamtlich gearbeitet, und sind jetzt sehr enttäutscht.“

Vor fünf Jahren hatten sich die Politiker auf den Weg gemacht und sich die Feuerwehrhäuser angesehen. Besonders das mehr als 100 Jahre alte Gebäude in Holzhausen, das einst als Gefängnis diente, ist viel zu klein, die Bausubstanz angegriffen. Die Feuerwehrleute haben kaum Platz, sich umzuziehen. Das Feuerwehrhaus an der Waldecker Straße ist deutlich jünger, aber die großen Rolltore entsprechen nicht mehr der Norm und die Umkleidemöglichkeiten lassen – gerade mit Blick auf die starke Jugendwehr – mehr als zu wünschen übrig.

Anfang 2011 sprachen sich beide Wehren für einen gemeinsamen Neubau aus, unter der Voraussetzung, selbstständig zu bleiben. Eine Arbeitsgruppe mit Vertretern der Wehren und der Verwaltung macht sich seitdem Gedanken über ein Konzept und einen Standort. Drei Standorte kamen für beide Ortswehren in die engere Wahl, die aber – so erfuhr auch Bente erst während dieser Sitzung – offenbar mittlerweile ausscheiden. „Wir müssen weiterarbeiten, sonst sind die noch verfügbaren Flächen weg“, argumentierte er.

Einige Vertreter der CDU wie Jürgen Drescher und Michael Rausch hätte die Abstimmung lieber verschoben. Doch die CDU wurde von der SPD förmlich überrumpelt. „Wir können abstimmen“, stellte Heike Beckord fest und so geschah es. Wie die Feuerwehren damit umgehen, ist noch offen. „Darüber müssen wir nachdenken“, sagte Bente auf Anfrage. „Ich glaube nicht, dass die Fraktionen wirklich gut informiert sind.“ Das können sie bis zur entscheidenden Ratssitzung am 19. Dezember nachholen. Erste CDU-Vertreter haben gestern bereits damit begonnen.



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