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„Lippes lebendige Vielfalt“

Zauneidechsen, Unken, Kröten und Co.: Artenschutz im Kreis Lippe ganz weit vorn

KREIS LIPPE. Der Artenschutz ist ausdrückliches Ziel der Biodiversitätsstrategie „Lippes lebendige Vielfalt“, die seit 2020 in der Umsetzung ist. Eine gefährdete Art und das Reptil des Jahres 2020/21 ist die Zauneidechse.

veröffentlicht am 10.08.2021 um 14:10 Uhr
aktualisiert am 10.08.2021 um 19:20 Uhr

Diese Tiere können Reisende am Lagenser Bahnhof vom Bahnsteig aus beobachten, denn hier hat der BUND Lippe einen „Zauneidechsen-Parcours“ um den Bahnhof geschaffen. Darüber freut sich Jürgen Braunsdorf vom Kreis Lippe und über eine aktuelle Sichtung in Lippe: Das seltene Reptil lebt an der Weser bei Varenholz.

Dort wurden in Zusammenarbeit mit einem Sandgrubenbetrieb spezielle Sonnen- und Unterschlupfplätze aus totem Holz und Wesersandsteinen aufgeschichtet. Mit Erfolg, denn neben ausgewachsenen Männchen tummelten sich dort auch mehrere „juvenile“, das heißt frisch geschlüpfte Eidechsenbabys wachsen in Varenholz auf.

Die Idee, in der Sandgrube in Varenholz auch etwas für Eidechsen zu tun, kam dem für Artenschutz zuständigen Mitarbeiter der Naturschutzbehörde Braunsdorf bei einer Pflegemaßnahme eines Biotops. Gemeinsam mit der Biologischen Station Lippe und dem Werksbetreiber – Firma Eggersmann – wurden 2017 kleine Laichtümpel angelegt, um der in Lippe sonst nicht anzutreffenden Gelbbauchunke eine Heimat zu geben.

Durch ein mehrjähriges Projekt des Nabu Niedersachsen haben sich auf der anderen Weserseite bei Veltheim Kreuzkröten angesiedelt. In Lippe sind Unken und Kröten dagegen weiter rar, so ist auch die Geburtshelferkröte fast ausgestorben. Sie ist nur ganz vereinzelt bei Lügde und leider nicht mehr an der Detmolder Denkmalstraße unterhalb des Hermanns anzutreffen.

Zu all diesen Amphibienarten hat der Kreis Lippe aber kürzlich wieder Kontakt zum niedersächsischen „LIFE-Bovar“-Projekt aufgenommen, welches sich mit der Nachzucht heimischer Gelbbauchunken, Kreuzkröten und auch Geburtshelferkröten intensiv beschäftigt. „Wir hoffen, mit den dortigen Experten Möglichkeiten zu finden, dass diese hochinteressanten Froschlurche auch in Lippe wieder erfolgreich geeignete Habitate besiedeln können“, blickt Braunsdorf nach vorne und hofft auf mögliche Flächen, die beispielsweise neben kreiseigenen Flächen auch beim lippischen Nabu vorhanden wären.


Wenn interessierte Lipperinnen und Lipper eine Zauneidechsen sichten, dann freut sich der Umweltbereich in der Kreisverwaltung über eine E-Mail an fachbereich4@kreis-lippe.de mit dem Fundort und möglichst auch einem Foto der Zauneidechse. red



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