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Hannoverscher Projektchor „Choranima Nova“ besticht im Konzerthaus mit exquisit arrangiertem Programm

Zauberhaft poetischer Konzertabend für Romantik-Fans

Bad Pyrmont. Zum Auftakt der diesjährigen Staatsbad- Veranstaltungsreihe „Vereine für Gäste und Bürger“ hatte der Hannoveraner Chor „Choranima Nova“ unter dem Thema „Nachtigall, sie singt so schön“ ein Programm aus einer Musikepoche mitgebracht, die man als ein beneidenswert glückliches Zusammentreffen von Kunst und Folklore bezeichnen kann.

veröffentlicht am 15.02.2009 um 19:14 Uhr
aktualisiert am 07.11.2016 um 17:41 Uhr

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Autor:

Winfried Kühne
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Die mehrstimmigen Liederzyklen „Klänge aus Mähren“ von Antonín Dvorák in der Bearbeitung von Leo¨ Janacek , die „Liebeslieder“ op 52 ( mit Klavier zu 4 Händen) und die „Zigeunerlieder“ von Johannes Brahms zeigten einmal mehr, dass romantisches Liedgut das Publikum auch heute noch einen ganzen Abend lang berühren kann.

„Choranima Nova“ unter der Leitung von Leslie Suganandarajah (Einstudierung: Kirsten Rummel) erwies sich als ein homogener, im Verhältnis von Männer- und Frauenstimmen ausgewogener Klangkörper, intonationssicher, flexibel, dynamisch abgestuft, wenn auch im Sopran manchmal etwas scharf in der Höhe. Das tat dem Gesamteindruck aber keinen Abbruch. Nicht nur jeder der drei Zyklen, auch jedes einzelne Lied erhielt in der musikalischen Umsetzung den von der poetischen Vorlage vorgegebenen individuellen Charakter. In den „Klängen aus Mähren“ bestachen die lyrische Schlichtheit, die naturhafte Melodik, eine zauberhafte, überwiegend fröhliche Mischung universaler Momente wie Liebe als Beglückung, Sehnsucht und Klage, Natur und Abschied. Die Brahms‘schen „Liebeslieder“ ließen indes gleich den Wiener Einfluss erkennen. Ein kokettes Hin und Her, charmant, verspielt, ein ewiges Flirten in Walzerseligkeit, ein Liebesspiel, selbst, wenn es wehtut! Die „Zigeunerlieder“ dagegen schwelgten in blühender Melodik, schwermütig, melancholisch, ja, leidenschaftlich bei durchblitzendem charakteristischem Moll. Ein zigeunernder Brahms mit Czardas-Schwung!

Ganz wesentlich trugen die beiden Pianisten Marc Pierre Toth und Daniel Rudolph zum musikalischen Gelingen bei. Sie begleiteten unterstützend, gestaltend, akzentuierend, aber stets zurückhaltend – besonders beim vierhändigen Brahms-Walzer. Und auch ihre Brahms-Soli überzeugten: So gestaltete Rudolph das Intermezzo 118, 2 bewegend schlicht, und Toth spielte das Intermezzo 116,4 als poetische, fast improvisatorische Meditation. Und im überbordend energetischen ersten Satz der Klaviersonate Nr. 3 op 5, f- Moll entdeckte er auch die gesanglich lyrischen Passagen.

Ein wunderschönes Chorkonzert, das viele um die Zukunft der Pyrmonter Chormusik Besorgten leider versäumten! Als Zugabe: ein stimmungsvolles Nachtlied von Morten Lauridsen.

Ausgewogen, dynamisch, flexibel: „Choranima Nova“ bei ihrem gelungenen Auftritt im Pyrmonter Konzerthaus.

Foto: yt



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