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Und macht bei der 55. Werkwoche mit

Wolfgang Korn ist der einzige Mann unter 45 Frauen

Bad Pyrmont (Hei). Die deutsche Flagge am privaten Fahnenmast im Garten ist inzwischen nichts Besonderes mehr. Aber was Wolfgang Korn (69) aus Hattenhofen demnächst auf seinem Grundstück präsentieren wird, hat Seltenheitswert. Einen hölzernen buntbemalten Kurenkahn-Wimpel nach alter ostpreußischer Tradition will Korn selbst anfertigen, denn kaufen kann man so etwas nicht.

veröffentlicht am 15.10.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 06.11.2016 um 12:21 Uhr

Wolfgang Korn ist der Hahn im Korb der Werkwoche. Er entwirft ei
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Und um das gute Stück authentisch zu gestalten, besucht der Hobby-Segler zur Zeit die 55. Werkwoche ,,Erhalten und Gestalten“ der Landsmannschaft Ostpreußen im Pyrmonter Ostheim.

Während in den oberen Räumen des Hauses an der Parkstraße die Gruppen mit Sticken, Stricken, Weben, Knüpfen und Trachtennähen aktiv sind, werkelt Wolfgang Korn im Untergeschoss. Er ist nicht nur der einzige Mann in der 45-köpfigen Damenriege, sondern auch alleiniger Anwärter für die Anfertigung eines Kurenwimpels. Das sind kleine holzgeschnitzte Bilder mit ostpreußischen Motiven und mit Darstellungen aus dem Wohnort, dem Familien- oder Berufsleben der Seeleute, wie sie früher die Mastspitzen der Fischerboote in der Kurischen Nehrung zierten.

Als Wolfgang Korn diese Abbildungen in alten Büchern sah, war er fasziniert. Und da seine Frau Margit zweite Vorsitzende der Landsmannschaft Ost- und Westpreußen in Göppingen ist und selbst schon an Werkwochen in Bad Pyrmont teilgenommen hat, bewarb sich der Hobbywerker für das jetzige Seminar. Uta Lüttich, Bundesvorsitzende des ostpreußischen Frauenkreises, gefiel die Idee, den Kurenwimpel als typisch ostpreußisches Handwerk zum ersten Mal in das Arbeitsprogramm aufzunehmen.

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Angelika Wiesner (li.) ist Werkmeisterin für Weißstickerei.
  • Angelika Wiesner (li.) ist Werkmeisterin für Weißstickerei.

Dagmar Adomeit war schon 22-mal dabei

Korn zeichnet die Entwürfe erst auf Papier und sägt dann die Motive aus. Seine Frau näht dazu eine winzige Stoff-Fahne. Als Hahn im Korb fühlt sich der 69jährige ,,bestens“, hat aber auch schon in die anderen Gruppen hineingeschnuppert: ,,Gestern habe ich mein erstes Jostenband gewebt“, berichtet er stolz.

Eine, die diese Kunst besonders gut versteht, ist Vera Pallas aus dem Landkreis Göppingen. Aus 76 Fäden, die zusammenlaufen und mit einem Holzbrett und einem Schiffchen immer wieder neu geordnet werden, webt sie die traditionellen Bänder. Nebenan an einem Webstuhl arbeitet konzentriert die älteste Teilnehmerin der Werkwoche, Dagmar Adomeit (81). 22-mal war sie als Werkmeisterin im Ostheim dabei, vor kurzem hat sie die leitende Funktion an Liesa Rudel (50) aus der Schweiz abgetreten: ,,Jetzt kann ich mich ganz entspannt meinen Handarbeiten widmen. Aber ich freue mich, dass es dieses Mal wieder so viele Teilnehmer sind“, betont Adomeit.

Ihre Nachfolgerin ist, wie viele der jüngeren Frauen, eine Quereinsteigerin. Sie hat die alten ostpreußischen Handarbeiten bei einem Besuch in Polen entdeckt und dann bei den Werkwochen ihr Rüstzeug für die Handarbeiten erworben. Aber auch sieben Frauen aus Polen sind dieses Mal dabei. Im früheren Allenstein werden diese Handarbeiten noch heute gepflegt, und seit der Wende veranstaltet die Landsmannschaft Ostpreußen dort regelmäßig Werkwochen. Auch aus Bad Pyrmont ist nach längerer Zeit wieder jemand dabei: Edeltraud Stolte (53) hat sich dafür eigens eine Woche Urlaub genommen.

Alle Arbeiten kann man am Samstag ab 15 Uhr im Ostheim bewundern.

Vera Pallas braucht für ihre Arbeit Platz: Sie webt aus 76 Fäden ein Jostenband.



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