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So wenige Gäste wie im vorigen Jahr hatte das Pyrmonter Museum fast noch nie

Wo bleiben die Besucher?

Bad Pyrmont. So schlecht wie im vergangenen Jahr war das Museum im Schloss fast noch nie besucht. 13 694 zahlende Gäste haben sich angesehen, was Museumsleiter Dr. Dieter Alfter und sein Team zu bieten hatten. „Das ist die zweitschlechteste Besucherzahl, die wir jemals gehabt haben“, räumt der Kunsthistoriker unumwunden ein, der in diesem Herbst seinen Abschied nimmt.

veröffentlicht am 16.04.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 09:21 Uhr

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Autor:

Hans-Ulrich Kilian
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Mit dem Aufbau der Stadt- und Badgeschichte aus drei Jahrhunderten hatte er im Jahr 1986 seine Aufgabe in Bad Pyrmont begonnen. Drei Sonderausstellungen folgten und die Zahl der Besucher schoss innerhalb nur eines Jahres von 15 000 auf über 25 000 Besucher empor. 146 Sonderausstellungen später fällt sein Blick zurück auf Erfolge und Flops. Zu den Erfolgen zählen Superausstellungen wie die über Königin Luise von Preußen im Jahr 2001 und die über Zar Peter den Großen zwei Jahre zuvor. Über 41 000 Besucher zählte das Museum im Luise-Jahr, fast 33 000 im Zar-Peter-Jahr. Flops hatte er auch, die letzten liegen nicht allzu lange zurück. Sowohl die „Ungeheuer im Schloss“ als auch „Da habt Ihr Euren Karneval haben seine Erwartungen nicht erfüllt. Die Ausstellungen, die noch zu sehen sein werden oder schon laufen wie die aktuelle Schau „Zauber des Lichts“ dürften sich auch nicht unbedingt als Publikumsmagneten a la Königin Luise entpuppen. Von einem Ausstellungsreigen in normalem Maß spricht der Museumsleiter selber.

Wilfried Seibel, Vorsitzender des städtischen Kulturausschusses, sieht das kritisch. „Attraktive Wechselausstellungen sind für das Museum wichtig“, betonte der Bürgersinn-Vertreter jüngst und bedauerte es, dass es nicht gelungen sei, sich an das diesjährige 300-jährige Jubiläum der Welfen auf dem britischen Thron anzuhängen. „Früher hatten wir größere Themen“, so Seibel.

„Populäre und attraktive Sonderausstellungen sind wichtig“, pflichtet ihm Alfter bei. „Aber ich habe in meinem letzten Jahr genug zu tun, um nebenher auch noch die großen Ausstellungen zu organisieren“, stellte er fest und meint damit vor allem die Neugestaltung der Dauerausstellung und die Betreuung der Weltkulturerbewerbung Bad Pyrmonts. Und in Sachen Welfen habe er Versuche unternommen, allerdings ohne Erfolg. „Die wirklich guten Ausstellungsstücke sind natürlich in Hannover, auf der Marienburg und in Celle zu sehen. Wir hätten lediglich eine Archivausstellung hinbekommen.“ In die großen Schauen seiner Karriere hat Alfter viel Zeit und auch viel Geld investiert – jeweils gut 70 000 bis 80 000 Euro mit der Hilfe von Sponsoren. Doch auch wenn es mit dem Geld heute enger geworden sei, so ist er sich sicher, dass man trotzdem noch in Bad Pyrmont erfolgreiche Ausstellungen verwirklichen könne. Er selber hätte liebend gerne noch eine Schau über den amerikanischen Staatsmann und Schriftsteller Benjamin Franklin auf die Beine gestellt, der im 18. Jahrhundert Bad Pyrmont besucht hat. Auch dafür wären Sponsoren und Spenden wichtig gewesen. Von der Neugestaltung der Dauerausstellung erhofft sich Alfter nicht nur eine Belebung des Museums, sondern damit verbunden auch einen Impuls für das Spendenaufkommen. „Heute haben wir gut 2000 Euro jährlich, früher war es ein Vielfaches.“

Doch für den Rückgang der Besucherzahlen hat er auch andere Gründe ausgemacht. „Wir haben einfach weniger Gäste in der Stadt“, lautet der eine. Der andere zielt in Richtung BPT, die für die Vermarktung Bad Pyrmonts zuständig ist. „Wir haben – im Gegensatz zu früher – so gut wie keine Busgruppen, die das Museum besuchen. Leider spielt die historische Kompetenz bei der BPT eine nicht so große Rolle“, so seine Einschätzung.

Alfters Team, darunter viele Ehrenamtliche vom Museumsverein, arbeitet aktuell daran, den Kontakt zu jungen Menschen wieder zu intensivieren. In Vorbereitung ist ein neues museumspädagogisches Konzept. „Wenn sich Menschen für die Historie Bad Pyrmonts interessieren, dann ist unser Museum dafür der richtige Ort und darum eine wichtige Einrichtung dieser Stadt.“

Dr. Dieter Alfter, hier mit einer Büste des Arztes Christoph Wilhelm Hufeland in der Dauerausstellung des Museums, hat bislang insgesamt 146 Ausstellungen präsentiert.uk



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