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Individuelle Angebote bei Stadtführungen immer mehr gefragt

„Wir wecken die Neugier“

Bad Pyrmont. Die Expo 2000 stand vor der Tür. Da wollte Bad Pyrmont gewappnet sein für den erwarteten Besucheransturm. Deshalb wurde eine Ausbildung zum Stadtführer angeboten. Jutta Müller hat noch das Abschluss-Zeugnis zur Hand, in dem den damaligen Gästeführer-Studenten bescheinigt wurde, dass sie vom 7. Oktober 1999 bis zum 19. Februar 2000 den Fachkurs „Stadt- und Gästeführung für Bad Pyrmont“ absolviert hatten. „Wir wurden schriftlich, mündlich und praktisch geprüft“, erinnert sich auch Gisela Gromzik an den durchaus anspruchsvollen Kurs, den auch sie absolviert hatte. „Obwohl ich damals schon seit knapp 15 Jahren als Stadtführerin Touristen die geschichtsträchtige Kurstadt nähergebracht habe“, erinnert sie sich und gesteht, dabei einiges gelernt zu haben: „Wir wurden nicht nur fachlich instruiert, sondern auch rhetorisch. Und besonders eindrucksvoll fand ich, dass uns gezeigt wurde, wie wir auf andere wirken. Wie wir unsere Körpersprache einsetzen können, damit sich die Touristen wohlfühlen.“

veröffentlicht am 23.04.2015 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 16:21 Uhr

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Autor:

Carlhermann SChmitt
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Von den damals 22 Absolventen sind neben Gisela Gromzik noch sechs Stadtführer aktiv: Olga Ediger, Katja Heininger, Dr. Johannes Menze, Jutta Müller, Margit Rölle und Bettina Schlüter. Sie wurden jetzt vom Chef der Bad Pyrmont Tourismus GmbH, Karsten Stahlhut, anlässlich des 15-jährigen „Kurs-Geburtstages“ in einer kleinen Feierrunde geehrt. Dabei erinnerte sich Olga Ediger noch an die Stadtführungen mit einer Pferdekutsche. „Christian Bergmann hatte ein Kutscher-Kostüm an. Und die Kutsche mit den Kaltblütern war der Hit bei den Touristen, die sich reihenweise damit und davor fotografieren ließen.“ Doch obwohl die Kutschfahrten so hoch im Kurs standen, ging das nur rund zwei Jahre lang gut. „Einige hatten sich über die Pferdeäpfel beschwert, die zwangsläufig dabei auf der Strecke blieben, und so hat sich das Ganze dann irgendwann erledigt“, bedauert Gisela Gromzik noch immer, dass diese Fahrten nicht mehr angeboten werden. Mittlerweile sind es jetzt Omnibusse, mit denen so manche Stadtführung abgehalten wird. „Für viele ist es die einzige Chance, überhaupt eine Stadtführung mitmachen zu können“, sieht Dr. Menze zwar ein, bedauert aber, dass dabei viel verloren ginge. „Es ist einfach nicht das Gleiche, ob ich vom Spaziergang auf dem Brunnenplatz und der Hauptallee erzähle oder ob die Gäste das selber erleben können.“

So, wie sich die Stadtführer auf Touristen einstellen müssen, die die Kurstadt nicht mehr zu Fuß erkunden können, müssen sie auch auf andere Besonderheiten Rücksicht nehmen. „Die Zeiten, in denen der Stadtführer einfach einen einmal gelernten Text herunterbetet, sind längst vorbei“, weiß Menze. „Bei speziell gebuchten Führungen bekommen wir im Vorfeld mitgeteilt, was für eine Gruppe das ist und wo sie herkommt, sodass wir unsere Führung darauf auslegen können, ob wir beispielsweise einen Kegelclub, Schüler oder Landfrauen betreuen. Alle haben andere Interessen.“ Frauen seien eher mit Adel, Prinzessinnen und Königin Luise zu fesseln, Männer mit Details des mittelalterlichen Kriegswesens, verdeutlicht Menze. Daraus erklärten sich auch die thematischen Stadtführungen, die immer beliebter werden: „Schwefeldunst und Seifenblasen“, „Pyrmont bei Nacht“, „Pulverdampf und Heilwasser“ und andere sprechen die verschiedenen Interessen an. „Und da könnten noch viel mehr Themen ausgearbeitet werden“, findet Menze und berichtet dabei vom Ulmer Münster, wo rund 100 verschiedene Themenführungen angeboten werden. „Wir müssen ohnehin immer dazulernen. Wenn ich beispielsweise im Fernsehen etwas sehe, was ich einbauen kann oder in einer Zeitschrift etwas finde, wird das notiert und gegebenenfalls mit eingeflochten“, berichtet Menze. Nicht jedes Thema werde gleich oft gebucht. „Aber es gilt halt auszuprobieren und immer wieder neue Ideen auszuarbeiten“, finden auch die anderen Stadtführer bei der Feierstunde.

„Wir machen eben auch Marketing. Wecken die Neugier, machen Lust auf mehr und hoffen, dass wir die Gäste so begeistern, damit sie wieder nach Bad Pyrmont kommen“, sagt Dr. Menze. Bad Pyrmont habe das Potential dafür: „Wir sind eine 2000 Jahre alte germanische Siedlung. Wir haben den einzigartigen Kurpark und eine bewegte Geschichte. Da lässt sich noch viel draus machen.“



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