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Drakestraßeanlieger wehren sich

„Wir sind keine Vollidioten“

BAD PYRMONT. Anwohner der Drakestraße sehen sich von der Pyrmonter Stadtverwaltung zu Unrecht an den Pranger gestellt. Bürgermeister Klaus Blome hatte ihnen kürzlich in der öffentlichen Sitzung des Bauausschusses einen „Akt der Rücksichtslosigkeit“ unterstellt, weil sie massiv Halteverbotsschilder ignoriert hätten.

veröffentlicht am 26.10.2017 um 13:16 Uhr
aktualisiert am 26.10.2017 um 16:30 Uhr

So wie aktuell mit diesen Schildern in der Schellenstraße wurde auch in der Drakestraße auf das bevorstehende Halteverbot hingewiesen.Nur wann die Schilder aufgestellt, darüber gibt es unterschiedliche Ansichten. Foto: uk
Hans-Ulrich Kilian

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Hans-Ulrich Kilian Redaktionsleiter Bad Pyrmont zur Autorenseite
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Dadurch sei eine Baufirma daran gehindert worden, die Straßenoberfläche zu sanieren und habe unverrichteter Dinge wieder abziehen müssen (PN vom Montag).

Die Anwohner weisen diese Darstellung als falsch zurück und sehen einige Ungereimtheiten. „Uns geht es nicht um die 15 Euro Strafe, uns geht es darum, wie uns die Stadt öffentlich darstellt und an den Pranger stellt“, sagte Albert G. (Name geändert), der seinen Namen lieber nicht in der Zeitung lesen möchte. Er und vier weitere Nachbarn, die allesamt ebenfalls kostenpflichtige Verwarnungen erhalten haben, bestehen darauf, dass die Halteverbotsschilder erst am Tag vor den geplanten Straßenbauarbeiten und nicht drei Tage vorher, wie es die Stadt im Bauausschuss berichtet hat, aufgestellt wurden. Albert G. steht auf dem Standpunkt, dass die Stadt das Gegenteil beweisen muss – am besten mit einem Foto. Außerdem hätten die Schilder mit dem „kleinen weißen Zettelchen“ auf dem Bürgersteig sehr versteckt gestanden, sodass man sie nur schwer habe erkennenkönnen, ergänzt seine Nachbarin, die sich zudem fragt, warum die Stadt nicht schriftlich über die Arbeiten informiert hat. „Dann hätten wir uns darauf eingestellt.“

Irritationen hatte es gegeben, weil es zunächst geheißen hatte, die Schilder seien am 21. September aufgestellt worden und die Arbeiten am 26. September beginnen sollten. Die richtigen Daten seien der 26. und 29. September, korrigierte Stadtsprecher Wolfgang Siefert jetzt auf Nachfrage. Die Darstellung der Anlieger weist er aber im Kern zurück. Die Schilder seien drei Tage vor Beginn der Bauarbeiten aufstellen worden. Das habe der Vorarbeiter der Baufirma protokolliert und der Stadt eine Liste mit den Kennzeichen von 15 Autos gegeben, die zu diesem Zeitpunkt dort standen. „Die ordnungsgemäße Aufstellung der Schilder wurde am 26. September durch zwei Mitarbeiter des Ordnungsamtes kontrolliert und fotografiert“, so Siefert. „Jeder konnte wissen, dass die Arbeiten am 29. September beginnen sollten.“

Um 15 Euro mag es Albert G. und seinen Nachbarn nicht gehen. Aber sie machen sich Sorgen, dass die Baufirma von ihnen Schadenersatz fordern könnte, wie es Hans-Joachim Böhnke von der Bauverwaltung geschildert hatte. Ob das durchsetzbar ist, ist allerdings fraglich. Rechtliche Schritte planen die fünf Bewohner der Drakestraßen bislang nicht. Sie wollen aber von ihrem Anhörungsrecht Gebrauch machen. „Wir werden hier als Vollidioten dargestellt, das lassen wir uns nicht gefallen“, meinen sie übereinstimmend.

Laut Siefert hat bislang die Hälfte der Autofahrer, die am 29. September einen Strafzettel bekamen, bezahlt.

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