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Wie steht es um die Integration in Bad Pyrmont? / Podiumsdiskussion des Integrationsrates ging dieser Frage nach

„Wir sind auch ein Teil der deutschen Gesellschaft“

Bad Pyrmont (cg). „Seit 1988 starben mindestens 14 714 Immigranten an den Grenzen Europas“, stellte Kiriakoula Koussataloglou-Mund, Vorsitzende des Pyrmonter Integrationsrates, fest. Menschen auf der Flucht müssten viele Gefahren eingehen. Doch nicht allen gelingt die Flucht in ein sicheres Land. Tausende ertrinken im Meer, ersticken in Containern, erfrieren auf Bergpässen oder werden an der Grenze erschossen. Im Rahmen der Filmtage, die das Integrationsbüro des Landkreises gemeinsam mit den Integrationsräten organisiert, schilderte der Film „Welcome“ sehr eindrücklich und berührend diese Erlebnisse.

veröffentlicht am 20.03.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 04.11.2016 um 03:41 Uhr

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In der anschließenden Podiumsdiskussion ging es um die Integration in Bad Pyrmont. „Jeder kommt von irgendwo her“, gab Moderator Dr. Dieter Alfter zu bedenken und wies auf die Menschen hin, die mit einem „Willkommen in Bad Pyrmont“ empfangen worden seien und hier eine neue Heimat gefunden hätten. „Integration funktioniert nur, wenn beide Seiten mitmachen. Es bringt niemandem etwas zu fragen, wer hat Schuld“, brachte eine Zuhörerin ihre Überlegungen auf den Punkt. Am einfachsten wäre es, so waren sich Veranstalter und Gäste einig, einander bei gemeinsamen interkulturellen und interreligiösen Aktivitäten zu begegnen.

„Man lebt in zwei Gesellschaften“, sagte Hacer Karaaslan vom Integrationsrat Bad Pyrmont. Es sei sehr schwierig, der türkischen Gesellschaft beizubringen, dass man auch ein Teil der deutschen Gesellschaft sei und umgekehrt. Das Miteinander zu verbinden, „das schaffen nicht alle“. Sie selbst habe mit drei Jahren noch kein Wort Deutsch gesprochen, erzählt die wortgewandte und akzentfrei sprechende Erzieherin. Der Kindergartenbesuch sei für Kinder aus nicht deutschsprachigen Familien eine große Chance.

Das Angebot von Sprachkursen in Bad Pyrmont sei ungenügend, stellte die Ärztin Anemone Krämer fest. Das bedeute, dass Immigranten auf einem schlechten Deutsch-Level bleiben. So habe ihr aus Ecuador stammender Mann Probleme, eine Anstellung in einem seiner zwei Berufen zu finden.

Dr. Feyzullah Gökdemir, Integrationsbeauftragter des Landkreises, forderte, dass in öffentlichen Einrichtungen mehr Personen mit guter Ausbildung und Migrationshintergrund eingestellt werden sollten, und Ralf Sabbelhaus vom Niedersächsischen Integrationsrat ist der Meinung, die Politik müsse „Integrationsplanung als Bestandteil vom Sozialplan“ berücksichtigen.

Ordensschwester Irmgild Krallmann wies darauf hin, dass es einen interreligiösen Gesprächskreis mit Mitgliedern aus der katholischen, evangelischen, jüdischen und muslimischen Gemeinde gibt.

Miteinander reden und miteinander feiern, so erhoffen die Diskutierenden, sei das Rezept für ein gutes interkulturelles Miteinander.

Auf dem Podium (v.re.): Moderator Dr. Dieter Alfter, Ralf Sabbelhaus, Harry- Christian Kousataloglou und Hacer Karaaslan. Foto: cg



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