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Der neue Behindertenbeirat der Stadt Bad Pyrmont hat sich an die Arbeit gemacht und konkrete Ziele gesetzt

„Wir können nicht alles heilen“

Bad Pyrmont. „Neue Leute unter einen Hut zu kriegen und viele neue Ideen, das belebt das Ganze ungemein“, beschreibt der neue Vorsitzende Bernd Plöger die erste Arbeitssitzung den neuen Behindertenbeirat der Stadt Bad Pyrmont. „Wir können nicht alle Bauchschmerzen der Welt heilen“, gibt seine Beiratskollegin Christina Marx zu bedenken. Doch sie können mitreden, sie können Ideen beisteuern, Entscheidungen fachkompetent begleiten und mitgestalten, die mehr Barrierefreiheit für die Bürger bedeuten.

veröffentlicht am 11.09.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 06:41 Uhr

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Autor:

Claudia Guenther
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Fortbildungen für die Mitglieder des Beirates stehen auf dem Programm, um Rat suchenden Behinderten konkrete Auskünfte über das „Persönliche Budget“ und das „Budget für Arbeit“ geben zu können. Plöger selbst ist zum zweiten Mal in dem Gremium vertreten und hat bereits eine gewisse Routine darin, wie man Interessen und Bedürfnisse von Behinderten unterstützt und umsetzt, auch wie man nicht behinderte Kinder und Erwachsene sensibilisiert. Doch für acht der zwölf Mitglieder des „Beirates für Menschen mit Behinderungen“, wie er offiziell heißt, ist diese ehrenamtliche Arbeit völliges Neuland.

Inzwischen haben die Mitglieder ihren Platz in den Fachausschüssen gefunden. Anita Bechtloff sitzt im Ausschuss für Feuerschutz, Sicherheit und Verkehr, ebenso Dieter Schröder, der darüber hinaus auch Vertreter für den Kreisbehindertenbeirat ist. Martin Brandes ist im Bau- und Umweltausschuss (Janis Gross Stellvertreter), Heinrich Dieck im Forstausschuss, Tanja Hansmann fungiert als Schriftführerin und ist im Schul- und Jugendausschuss vertreten (Christina Marx als Stellvertreterin im Ausschuss). Der zweite Vorsitzende Bernd Weißbrod sitzt im Ausschuss für Finanzen, Wirtschaftsförderung und Soziales (als Stellvertreter in Kultur- und Jugendausschuss), Katja Werthe im Kultur- und Sportausschuss (Stellvertreterin im Forstausschuss). Doch es bedürfe wohl noch einiger Routine, „um aus sich selbst heraus“ zu handeln, wie Sabine Jösten von der Stadtverwaltung, die den Beirat begleitet, nahe legt.

Dennoch gibt es schon konkrete Ziele. Eine Erweiterung des Behindertenführers auf Gaststätten und Geschäfte soll in Angriff genommen werden, auch, um damit für die Kurstadt Gäste anzulocken. „Manchmal reicht es ein paar Kartons oder Ständer zur Seite zu rücken“, ist Plöger zuversichtlich. In Zusammenarbeit mit dem Jugendparlament sollen Schüler für das Thema Inklusion und Behinderung sensibilisiert werden. Es sollen Kontakte zu Ansprechpartnern für behinderte Migranten und Ausländer gesucht werden. Der Beirat möchte eine Sensibilisierung von behinderten und nicht behinderten Verkehrsteilnehmern in Zusammenarbeit mit Polizei und Seniorenbeirat erreichen, und auch ein „Tag der Barrierefreiheit“ ist wieder geplant.

Kritik übt Plöger an der Fußgängerzone. „Da sind taktile Elemente völlig falsch eingesetzt worden, wodurch blinde Bürger plötzlich auf der Straße stehen“, kritisiert er, der selbst auf die Benutzung eines Langstocks und ein funktionierendes Leitsystem angewiesen ist. Bis auf diese „Kleinigkeit“ sei hier die Barrierefreiheit aber grundsätzlich sehr gut umgesetzt. Er lobte, dass die Stadt trotz der Haushaltssperre daran festhalte, Bushaltestellen barrierefrei umzugestalten, um den Einstieg mit Rollator, Rollstuhl und Kinderwagen zu gewährleisten. Bei der bevorstehenden Erneuerung der Fußgängerzone in der Brunnenstraße wird der Beirat einbezogen und er ist auch weiterhin durch Bernd Weißbrod in der Steuergruppe zum Neubau des Humboldt Gymnasium vertreten.

Eine intensive Diskussion fand in der Sitzung statt, als Janis Gross den Beirat auch als Fürsprecher für Suchtkranke deutet. „Wer chronisch krank ist, der ist behindert“, meint er. Schon die Sucht sei eine chronische Erkrankung und nach Jahren des Drogen- oder Alkoholkonsums, würden sich auch immer mehr körperliche Beeinträchtigungen manifestieren. „Das gehört in die Hände von Drogenberatern“, entgegnete Plöger. Zur nächsten Sitzung will er aber einen Drogenberater einladen, der fachkompetent dazu Stellung nehmen soll – auch um die Grenzen des Behindertenbeirates zu klären.



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