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Henning Venske und Kai Magnus Sting bieten im Kurtheater Politik und andere Themen

Wir Bürger sind auch nicht viel besser

Bad Pyrmont. Die Frage ist doch, verdirbt Politik den Charakter oder gehen umgekehrt nur Leute in die Politik, deren Charakter schon verdorben ist? Betrachtungen dieser Art, vom Publikum im mager besuchten Kurtheater mit starkem Zwischenapplaus bedacht, rückten das Duo Henning Venske und Kai Magnus Sting nahe ans aktuelle Geschehen dieser Tage. Überhaupt lag so eine Erwartungshaltung in der Luft: Würden die beiden Kabarettisten in ihrem Programm „Gegensätze“ den Stinkefinger in die offenen Wunden der Wahl-Erwartung legen oder es bei Frau Merkels Halskette und anderen Nebensächlichkeiten belassen?

veröffentlicht am 20.09.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 15:41 Uhr

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Autor:

Karin Heininger
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Es war von allem etwas, und es gab viele, auch andere Themen zum ganz realen Wahnsinn unserer Tage. Beim Schlagabtausch der Generationen zwischen „Silberlocke“ Venske und seinem „Enkel“ Kai, der rein optisch eher als Sohn gepasst hätte, wurde teilweise scharf geschossen. Einig waren sich beide, was sie sich als Ergebnis der Wahl wünschen: „Alle Kleinen raus aus dem Bundestag, nur CDU und SPD als Große Koalition und Gregor Gysi als Opposition.“ Und auch bei anderen Themen ergaben sich trotz vieler Gegensätze wesentliche Schnittmengen. „Es gibt zu wenige ökologisch und fair gehandelte Waffen – dafür aber umso mehr nachhaltige.“ Oder: „So wie es die Babyklappe gibt, wird es bald eine Altenklappe geben.“

Venske kann dem Jüngeren erzählen, dass es Zeiten gab, in denen man die Kinder zum Spielen auf die Straße schickte, und Sting berichtet, dass manche seiner Generation 180 000 Freunde bei Facebook haben. Künstliche Gelenke werden zum Selbsteinbauen ins Haus geschickt, Doping wird bald offiziell erlaubt sein, und Senioren füllen die Lücken als Bufdis, dem Bundesfreiwilligendienst.

Der Enkel besucht den Opa in der Altenresidenz, im zweiten Teil ist es umgekehrt, da kommt der Senior ins Studentenwohnheim. Ein Sessel dient symbolisch als Zankapfel zwischen den Generationen. Doch so richtig will das szenische Arrangement als Kabarett zunächst nicht zünden, vieles wirkt langatmig und belehrend. Erst im zweiten Teil nach der Pause kommen die Pointen dichter und schlagkräftiger. Und was die Politiker angeht, da sind sich die beiden Kabarettisten einig: Wir Bürger sind auch nicht so viel besser als unsere gewählten Vertreter.



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