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Erika Mann spricht vor der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen in Bad Pyrmont

„Wir brauchen einen weitsichtigen Staat“

Bad Pyrmont (yt). „Die Zeitenwende ist eingeläutet.“ Diese These vertrat Erika Mann in einer Rede auf Einladung der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen in Bad Pyrmont.

veröffentlicht am 25.05.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 07.11.2016 um 04:41 Uhr

K. Martens
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Erika Mann, Abgeordnete des Europaparlaments, sieht in der derzeitigen Finanzkrise die Chance auf eine Rückbesinnung auf soziale Werte und auf eine Neuorientierung des Staates auf Verlässlichkeit. „Wir brauchen einen weitsichtigen klugen Staat, der den einzelnen, die Familie und die Kinder schützt und fördert und dabei gleichzeitig genug Spielraum für Selbstverwirklichung lässt.“ Die Abgeordnete, die sich am 7. Juni wieder zur Wahl stellt, sieht die Sozialdemokratie als prädestiniert, diesen neuen Staat zu erschaffen.

Erika Mann griff eine These heraus: „Große Monokulturen in der Gesellschaft in Europa sind problemanfällig.“ Sie betonte, dass sie mit dieser Pauschalisierung zum Teil überzeichne, gab aber Beispiele: „Besonders im mittleren und höheren Management sind 80 bis 90 Prozent der Stellen durch Männer einer bestimmten Altersgruppe besetzt.“

Diese eher risikobereite Gruppe hat weder durch eine ältere von mehr Lebenserfahrung geprägte Generation noch durch Frauen mit ihren weiblichen Positionen einen gesunden Gegenpart erfahren. So wurde die Chance vertan, in der Synthese dann vielleicht die besseren Ergebnisse einzufahren.

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„Monokulturen sind immer einseitiger als bunte und gemischte Kulturen, die aus einem viel breiteren Erfahrungsschatz und aus unterschiedlichen Verfahren, Probleme anzugehen, schöpfen können.“

Und so erklärte sie den Gästen, unter denen auch der SPD-Landtagsabgeordnete Ulrich Watermann und Hamelns Oberbürgermeisterin Susanne Lippmann waren, dass sich Deutschland keinen Gefallen tun werde, wenn die Chancengleichheit nicht realisiert werde. Dabei nannte sie nicht nur die klassische Variante von Frauen und Männer. „Wir sind schon längst ein Einwanderungsland, tun aber so, als wären wir es nicht.“ Und so müsse der Staat jedem die gleichen Bildungs- und Karrierechancen gewähren.

Kirsten Martens im Amt bestätigt

Nachdem Erika Mann noch auf Rollenprobleme der Frauen eingegangen ist, fragte auch die SPD-Bundestagsabgeordnete Gabriele Lösekrug-Möller, ob die Ideologie des maximalen Profits von einer paritätisch besetzten Riege ebenso radikal verfolgt worden wäre: „Gier ist sicherlich nicht geschlechterspezifisch, aber in einer Gesellschaft, die von Fairness und Solidarität geprägt ist, wäre es zu solchen Auswüchsen bestimmt nicht gekommen.“

In den Wahlen der Arbeitsgemeinschaft wurde Kirsten Martens als Vorsitzende in ihrem Amt bestätigt. Als Stellvertreterinnen wurden Barbara Fahnke und Martina Hahlbrok gewählt.

Erika Mann bei ihrer Rede in Bad Pyrmont.

Fotos: yt

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