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Camping während der kalten Jahreszeit wird auch in Bad Pyrmont immer beliebter

Winterurlaub der anderen Art

BAD PYRMONT. Dass sie ihrer ehemaligen Landesmutter Königin Emma im Weserbergland zumindest in Gedanken so nah kommen würde, hätte sich Marijke Cremer nicht träumen lassen. Doch ein Winterurlaub in Bad Pyrmont mit Schlossbesuch und Abstecher in Arolsen hat es möglich gemacht.

veröffentlicht am 15.01.2017 um 20:54 Uhr

Wenn es draußen stürmt, machen es sich Marijke und Koos Cremer in ihrem fahrbaren „Wohnzimmer“ gemütlich. Foto: Hei
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Karin Heininger Reporterin
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Für knapp zwei Wochen kampiert die gebürtige Niederländerin, die jetzt in der Nähe von Nordhorn lebt, gemeinsam mit ihrem Mann Koos auf dem Pyrmonter Reisemobilhafen in den Emmerauen. Seit zehn Jahren, seitdem beide Rentner sind und in Deutschland wohnen, erkunden die erfahrenen Camper mit dem Wohnmobil ihre neue Heimat – nicht nur im Sommer, sondern zunehmend auch in der kalten Jahreszeit. In Bad Pyrmont sind sie jedoch das erste Mal.

Unabhängig von Wind und Wetter, von Schnee und Eisregen machen es sich Marijke und Koos in ihrem kleinen, aber mit dem Nötigsten ausgestatteten „Wohnzimmer auf Rädern“ gemütlich, trinken Kaffee, sehen ein bisschen fern, lesen oder spielen Karten. Und sie genießen die Annehmlichkeiten, die der Ort und die Umgebung ihnen bieten. Dazu gehört auch, dass sie morgens nicht raus in die Kälte müssen, um sich frische Brötchen zu holen, sondern dass diese ihnen nach vorheriger Bestellung jeden Tag geliefert werden.

Das nahe Hallenwellenbad, die „Welle“, können sie ebenso wie die Hufeland-Therme einmal täglich kostenlos in Anspruch nehmen, wenn sie eine Premium-Club-Card haben. „Sonst konnte man ja nur bis 9 Uhr morgens ohne Eintritt schwimmen und saunieren, das wäre für uns ein bisschen früh gewesen, aber so ist es prima“, betont Koos, der auf die Frage, wie es ihnen denn nun beim Wintercamping in Bad Pyrmont gefällt, mit einem begeisterten „Perfekt!“ antwortet.

Für die Heimreise packt Wintercamper Klaus Sölker sein Wohnmobil aus. Foto: hei

Allerdings mit einer Einschränkung: „Dass so ein Top-Platz keine eigenen sanitären Anlagen hat, geht eigentlich gar nicht.“ Gerne würden sie ein oder zwei Euro mehr an Stellplatz-Gebühr als die jetzige Gebühr von elf Euro pro Nacht plus Kurtaxe zahlen, wenn es dafür Sanitäranlagen gäbe, ereifert sich der Niederländer. Ein Problem, das auch Karsten Stahlhut, dem Geschäftsführer der Bad Pyrmont Tourismus GmbH (BPT), bewusst ist.

„2011, als wir den Platz einrichteten, war das in der Branche noch kein Thema, die früheren Camper brauchten diesen ‚Luxus‘ nicht. Die ‚alten Hasen‘ begnügen sich mit der kleinen Nasszelle im Wohnmobil. Inzwischen hat sich unsere Zielgruppe aber um 20 Prozent erhöht, es sind andere Reisetypen, und die Ansprüche sind gewachsen. Wir arbeiten intensiv an einer Lösung“, versichert der Touristikfachmann. Die Statistik zeige, dass nicht nur in Bad Pyrmont, sondern ganz allgemein auf dem Wohnmobilmarkt ein wahrer Boom herrsche. So wurden allein von Januar bis November 2016 bundesweit 34 148 Neufahrzeuge zugelassen; 2012 waren es im gleichen Zeitraum 23 978, sagt Stahlhut.

In den Emmerauen drängten sich allein über Silvester 47 Wohnmobile. Dazu gehörten auch Klaus und Magdalena Sölker aus Gelsenkirchen, die Bad Pyrmont bisher nur vom Sommerurlaub kannten. „Wir sind schon über zehn Jahre Wintercamper, aber sonst waren wir zu Silvester meist an der See. Hier in dem schönen Städtchen ist es mal etwas anderes, und das kulturelle Angebot wie das Kurkonzert gefällt uns. Außerdem haben wir uns mit Freunden getroffen“, erzählt der überzeugte Camper, während er vor der Heimreise die Alufolie entfernt, die das Auto vor der Kälte schützt.

In Erinnerung bleibt den beiden Großstädtern vor allem die Silvesterfeier gemeinsam mit den anderen Campern. Die BPT organisierte eine Winterwanderung mit Besuch der Palmenhäuser, anschließend gab es Schmalzbrote und Glühwein. „Abends waren wir dann alle in der Spelunke zur Silvesterparty, und am 1. Januar gab es Erbsensuppe auf dem Platz. Beim Campen lernt man auch in der kalten Jahreszeit immer nette Leute kennen“, freut sich Sölker über seinen gelungenen Winterurlaub.



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