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Hinreißende Vorstellung der Spielgruppe Grenzenlos mit dem Titel „Einmal Reha und zurück“

„Willkommen in der Pürmo-Klinik“

BAD PYRMONT. Inzwischen sind ihre Theaterstücke schon zu einem Geheimtipp geworden, der sich herumgesprochen haben dürfte. Denn der Versammlungsraum in der diakonischen Einrichtung Himmelsthür in der Marienstraße war bis auf den letzten Stuhl komplett besetzt.

veröffentlicht am 21.09.2018 um 16:50 Uhr

Morgens Fango – abends Tango. Foto: ti
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Klaus Titze Reporter
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„Unsere Schauspieler sind alle mit irgendeinem Handicap, aber wie Sie sehen werden, mit absoluter Spielfreude dabei“, strahlt Manuela Peters, die nun schon seit 15 Jahren die Regisseurin dieser agilen Theatertruppe ist. „Glücklicherweise werde ich von einem tollen Team unterstützt, dem es ebensolche Freude bereitet wie mir“, ergänzt sie sichtbar stolz. Und dann heißt es: Vorhang auf!

In dem Stück geht es um Erfahrungen und Erlebnisse, wie sie wohl von so manchem Kurgast während seiner Reha-Maßnahme szenisch in Erinnerung sein dürften. Auch wenn diese in dem vorgeführten Stück leicht überspitzt von den Akteuren dargebracht werden. Witzig eingespielte Details lassen die wegen der Einschränkungen im Grunde recht wortkarg gehaltenen Dialoge vergessen. So begrüßt Dennis Römer als Empfangschef ankommende Patienten mit einem lapidaren: „Willkommen in der Pürmo-Klinik. Hier ihr Schlüssel für Zimmer 5. Melden Sie sich beim Arzt!“

Während Szenenwechsel hinter dem geschlossenem roten Vorhang vorbereitet werden, wieselt musikalisch mit der Traumschiff-Melodie untermalt Ute Akenberg aktiv als Putzfrau verkleidet zwischen den Sitzreihen und in den Gängen umher. Mal mit Besen, Schrubber oder Staubwedel bewaffnet haben die Besucher ihren Spaß daran. Sodann landen die Reha-Patienten bei „Doktor Mittmann“, von Hans-Georg Mittmann souverän und mit medizinischer Autorität gespielt. Er hat, gleich welcher vorgetragenen Leiden, nach obligatorischer Blutabnahme stets als Therapievorschlag: „Wir empfehlen Schwimmen und Sport.“

Nicht nur jeder Szeneabschluss wird mit kreischendem Applaus bedacht, sondern auch das Heranschleichen der Putzfrau während der Arztsprechstunde, die sich an ein Regal mit „Schnäpschen“ heranmacht und erst einmal ein Gläschen kippt. Nach dem Arztbesuch geht es zum Physiotherapeuten Andreas Schäfer, dem es unter Gelächter des Publikums eine besondere Freude zu sein scheint, Arme und Beine des auf der Pritsche Liegenden zu verbiegen.

Susanne Lamm zelebriert als Servicekraft zum Schlager „Himbeereis zum Frühstück“ das tägliche Klinikfrühstück, bevor es dann mit Walking-Stöcken in die Bewegungstherapie geht. Was natürlich nicht fehlen darf ist eine amüsante Kurschattenszene, die bei Tango-Musik (morgens Fango – abends Tango) das scheinbar unsterbliche Amüsement aller Kuren aufgreift und in passendem Outfit bekleidete Pärchen über die Bühne schweben lässt. Sie steigern sich im rockigen „I’m on fire“ von Bruce Springsteen, bevor dann alle Künstler zum „Live is life“-Song von Opus auf die Bühne kommen und dem begeistert mitklatschenden Publikum ihre überaus große Freude an ihrem gelungenen Auftritt zeigen.

Für Manuela Peters senkt sich sodann der Vorhang zum letzten Mal, denn sie wird, bereits im April aus der aktiven Arbeit ausgeschieden, ihre Regiearbeit nun ihrem bewährten Team überlassen.



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