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Bornhof und Emmel versprühen im großen Festsaal der Park-Residenz humorvollen Esprit

Wilhelm Busch trifft Blues

Bad Pyrmont. Borris Bornhof und Johannes Emmel bevorzugen normalerweise die heimelige Konzertatmosphäre mit ziemlich direktem Kontakt zum Publikum. So betrachtet hatte der große Festsaal in der Park-Residenz nicht unbedingt die idealen Bedingungen. Dafür trafen sie auf ein Publikum, dass auch wirklich noch etwas mit Texten von Wilhelm Busch anfangen konnte, Texte, die über das „Max-und-Moritz“- Stadium weit hinausgingen und den humorvollen Esprit des im Januar 1908 verstorbenen Dichters wiederbelebten.

veröffentlicht am 18.02.2016 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 15:21 Uhr

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Autor:

von Klaus Titze
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„Ich habe schon von jeher ein Faible für Wilhelm Busch“, bekennt der Aerzener Borris Bornhof. Seit 2002 tourt er zusammen mit seinem Partner Johannes Emmel als Duo durch das Weserbergland und verbindet Personen wie Tucholsky, Fontane, Kästner und eben auch Wilhelm Busch mit Swingstücken oder Melodien aus den 70er Jahren. „Es ist einfach schön, zu erleben, wie derartige Reime, wie sie so mancher früher gelernt hat, zum Beispiel mit einer Songmelodie von den Beatles, begeistern können“, plaudert er aus seinen Erfahrungen. Doch die mit melodischen Gitarrenklängen untermalten humorigen Texte, die auch das überwiegend aus Senioren bestehende Publikum häufig zum Lachen bringen, sind nicht allein die Auslöser für Fröhlichkeit. Erst mit fein aufeinander abgestimmter lebendiger Mimik, theatralischer Gestik sowie ausgeformten Dialekten kommen die Nuancen und Wortspielereien des Dichters zur Geltung. Und so dreht sich „locker vom Hocker“, wie das Veranstaltungsmotto es erahnen lässt, vieles um das Verhältnis zwischen den Geschlechtern. Da wird beschrieben, dass Liebe den Mann eher an der Nase herumführt oder dass es Dinge gibt, die Mädchen nicht allein verstehen, weil sie zu zweit eben besser gehen.

Bluesig besungen wird die Freundschaft zwischen Fritz und Ferdinand, die beide das Käthchen mögen, der Fritz das Werben allerdings gewinnt und dafür Ferdinand als Freund verliert. Zur Melodie von Mackie Messer wendet sich ein Reim von Busch demjenigen zu, der sich für unentbehrlich hielt. Auch ein vermutetes Verhältnis zu einer Bediensteten im Hause seines Bruders, die Wilhelm Busch allerdings nicht erhört haben soll, findet musisch vertextet lachende Zuhörer. Denn immerhin wird die Begehrte in dem Text als Blümelein beschrieben, an dem der Verehrer Busch wie ein Schmetterling hängt, während sich eine Biene und ein Käfer ebenfalls an dem Blümchen laben, bis es ein alter Esel frisst. Sie kommen gut an, die beiden Barden, zumal sie altersmäßig auch für die Zuhörer authentisch wirken. Diese bedanken sich nach jedem Lied und jedem Reim mit reichlichem Applaus und erhalten dafür zwei gesungene Zugaben. Selbst getextet und als Blues vorgetragen, wenden sich die beiden Künstler abschließend dem durchweg älteren Publikum zu – und dürften zu dessen Erheiterung bestätigt haben: „Im Ruhestand lebt’s sich halt gut.“

Lebendig und mit humorigen Buschtexten: das Duo Bornhof & Emmel sorgt im großen Festsaal der Parkresidenz für Heiterkeit.Foto: ti



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