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Pflanzkonzept in Bad Pyrmont hat seine Fans gefunden

Wildblumen im Kurpark: „Unpassend“ oder „toll“?

BAD PYRMONT. Blumenwiese statt Veilchen und Stiefmütterchen auf der Springbrunnenallee? Das diesjährige Pflanzkonzept im Bad Pyrmonter Kurpark rief Kritiker auf den Plan, hat aber offenbar seine Fans gefunden.

veröffentlicht am 30.08.2021 um 11:00 Uhr

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Reporter

Wir Menschen leben nicht alleine auf der Erde.“ Deshalb findet Karl-Heinz Warnemünde, müssten rein optische Kriterien dann auch hinter dem Gemeinwohl zurücktreten. Wobei er aber nicht verstehen könne, dass man an dem Blumenbeet in der Springbrunnenallee etwas auszusetzen habe. „Ich finde das Blumenmeer ganz großartig.“ Und es sei auch eine Bereicherung, darin Bienen, Hummeln und Schmetterlinge tummeln zu sehen, fügt seine Frau Ingrid hinzu, die sich über die vielen schönen Fotomotive in den Beeten freut.

Die Kurzurlauber aus Halberstadt stehen mit ihrer Meinung aber auf einer ganz anderen Seite als so manche Bad Pyrmonter, die nur in der ornamentalen Bepflanzung einen angemessenen Blumenschmuck erkennen können.

„Das ist keine Wiese, sondern der herausragende Weg des Kurparks“, war seit der Einsaat immer wieder zu hören. Die Allee, die vom Steigenberger zum Gondelteich führt, solle in barockem Glanz die Besucher erfreuen. In Reih und Glied gepflanzte Blumen der Saison, wie Stiefmütterchen, Veilchen, Anemonen dazu Zwiebelpflanzen wie Tulpen. Farblich schön arrangiert. So ist man es schließlich gewohnt, jedes Jahr zwar andere Muster und Farben, aber immer als Reißbrett-Arrangement. Dabei wurde auf den Bergkurpark verwiesen, wo Streuobst und Wildpflanzen genügend Fläche hätten. Ihr Tenor: „Das passt nicht in den Kurpark.“

Bislang üblich, in diesem Jahr erstmals nicht mehr zu sehen: eine ornamentalische Beetbepflanzung – dieses Foto stammt aus dem Jahr 2013 Foto: yt/Archiv

„Also wir finden das ganz toll hier“, versichert Michael Gottschalk aus Oberhausen, der mit seiner Frau Irmtraud in Bad Pyrmont einen Kurzurlaub verbringt. Gemeinsam sitzen sie auf einer Bank in der Springbrunnenallee, genießen das Plätschern des Wassers und freuen sich an der Blumenpracht. Seit die Saat im Frühjahr aufgegangen ist, blühen ständig irgendwelche Gräser und Blumen. Die Beete sind stets leuchtend bunt. Und auch die bisweilen heftigen Regengüsse konnten den zum Teil recht hochwachsenden Gräsern keinen Schaden zufügen, wie die ersten Kritiker vermutet hatten. Sie hatten damit gerechnet, dass die Halme abgeknickt würden und die gesamte Pracht dadurch zerstört würde. Das ist aber nicht eingetreten.

Und auch jetzt am Ende des Augusts sieht das Ehepaar Thoralf und Katharina Wilke aus Halberstadt eine ganz zauberhafte Kombination im Kurpark von Setzblumen und Blumenwiese. „Und auch im Palmengarten finde ich das Zusammenspiel von Palmen und den Wildblumen sehr gelungen“, versichert der Urlauber, der sich ebenfalls darüber freut, dass auch hier im Kurpark die Insektenwelt wieder mehr Beachtung und Respekt erhält.

Über die Monate verteilt hat sich kein Kurgast enttäuscht gezeigt über die Blumenwiesen im Kurpark. Ganz im Gegenteil freuten sich viele auch über die Anregung, das Pflanzkonzept im eigenen Garten etwas zu überdenken. „Dennoch werden in der nächsten Saison die Springbrunnenallee und auch die Beete im Palmengarten wieder ganz anders bepflanzt.“ Das hat schon der Chefgärtner des Kurparks Michael Mäkler im Frühjahr erklärt: „Die Bepflanzung wechselt ja traditionell von Jahr zu Jahr. Und das Blumenwiesenkonzept ist dabei nur eines von vielen.“ Aber bis dahin haben die Besucher noch einige Zeit, sich an den vielen leuchtend bunten Wiesenblumen zu erfreuen.



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