weather-image
10°

Erika Pluhar im Kurtheater: Eine Künstlerin mit großem Chariasma

Wiener Heiterkeit und Melancholie

Bad Pyrmont. Den Dialekt ihrer Kindheit hat Erika Pluhar (70) mit in die Erfahrungen einer langen erfolgreichen Karriere eingebracht und daraus ein Programm mit dem Titel ,,Wienerlieder“ gemacht. Wie sehr die Schauspielerin, Buchautorin, Liedtexterin und Chansonsängerin ihr Publikum fesselt, davon überzeugten sich bei ihrem Pyrmonter Gastspiel nicht einmal 200 Besucher im Kurtheater. Offenbar ist Erika Pluhar beim jüngeren Publikum weniger ein Begriff.

veröffentlicht am 01.06.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 07.11.2016 um 04:21 Uhr

Vielseitig: Erika Pluhar.  Foto: Hei

Autor:

Karin Heininger
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Für die vielseitige, charismatische Künstlerin wäre indes ein größeres Forum angemessen. In einem schlichten schwarzen Anzug, trotz grauer Haarmähne zeitlos jung wirkend, sitzt sie auf der Bühne, begleitet von dem Gitarristen Klaus Trabitsch, ihrem Landsmann und musikalischen Partner seit vielen Jahren. Ohne falschen Glamour, ohne Effekthascherei trägt sie ihre von ihm vertonten Texte vor, wirkt authentisch bei jedem Lied, bringt den österreichischen Zungenschlag und die typische Wiener Melange aus Heiterkeit und Melancholie glaubhaft rüber. Und sie vermittelt ihren zumeist ja wohl norddeutschen Zuhörern auch a bisserl was vom Wienerischen. So erfährt das belustigte Publikum, dass man zu einem Sarg ,,Holz-Pyjama“ und zu einem Haarscheitel ,,Laus-Allee“ sagt. Offenbar können nicht nur die Berliner witzige Spitznamen erfinden!

Erika Pluhar ist weniger kämpferisch, als sie früher einmal war, doch immer noch zeitkritisch. ,,Wenn du nicht willst, dass das geschieht, was geschieht, dann handle doch dagegen“, fordert sie ihre Zuhörer auf, und sie beklagt, dass viele Menschen wie auf der Autobahn am Leben vorbeiflitzen oder sich nur noch aus Schadenfreude freuen können. ,,Das mag i net“, ist ihr einfacher, aber bestimmter Kommentar. Doch sie kann auch humorvoll sein, ihre Lebensfreude beim ,,Boogie Woogie-Rhythmus“ rauslassen, mit ironischem Unterton ,,Eine Frau von heute“ besingen, souverän einem Liebhaber den Laufpass geben: ,,Ich hab uns beiden heute einen Abschied geschenkt“, oder lasziv ein Liebeslied seufzen.

Erika Pluhar ist sehr vielseitig, das hat sie mit diesem Abend überzeugend bewiesen. Und sie fasziniert durch das warme, dunkle Timbre ihrer Stimme. Eine bemerkenswerte Künstlerin!



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt