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Hörensagen viral: 274 Mal geteilt

Wieder ein Giftköder-Gerücht

BAD PYRMONT / LÜGDE. Die Emmerwiesen bieten Idylle pur. Sie sind aber kein konfliktfreier Raum. Vor allem, wenn Halter ihre Hunde dort ohne Leine laufen lassen und anderen damit Angst machen. Vor Giftködern brauchen die Hundefans indes keine Bange zu haben. Für das jüngste Gerücht dieser Art gibt es keine Belege.

veröffentlicht am 30.08.2017 um 20:48 Uhr

Vor Giftködern in den Emmerwiesen brauchen die Hundefans keine Bange zu haben. Für das jüngste Gerücht dieser Art gibt es keine Belege. Foto: yt
Juliane Lehmann

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Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite
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Die Warnung alarmiert viele Hunde-Liebhaber im Talkessel: „Achtung!!!! In Bad Pyrmont liegen Giftköder!!! Kugelschreiberhüllen mit Rattengift! Bitte teilen!!“ Das schrieb am Freitag vergangener Woche eine Facebook-Nutzerin auf leuchtend magentafarbenem Grund auf ihre Seite. Und der Post zieht Kreise: Bis Mittwochabend wurde er 274 Mal geteilt. Fast immer wortlos. Nur ein Kommentator fragte sich: „Will sich hier wieder jemand wichtig machen?“

Auf Nachfrage erklärt die Autorin, sie sei von einem ihr namentlich nicht bekannten anderen Hundebesitzer darauf aufmerksam gemacht worden, dass die Köder vor allem im Bereich der Emmer lägen. Den Post bei Facebook habe sie dann abgesetzt, um andere Tierbesitzer, vor allem Hundehalter zu warnen und darauf hinzuwirken, dass sie ihre Augen offenhalten. Ein Indiz zum Beweis seiner Behauptung habe der Unbekannte ihr nicht gezeigt. „Zum Glück ist mein Hund selber nicht betroffen“, sagt die junge Frau. Deshalb habe sie auch keine Anzeige bei der Polizei erstattet.

Das tat in den vergangenen Tagen allerdings auch niemand anders. „Hier ist von vergifteten Ködern in den Emmerauen nichts bekannt“, heißt es auf Anfrage im Pyrmonter Kommissariat. Weder habe jemand auf der Wache irgendeine Art von Köder vorgelegt noch Anzeige erstattet.

Gerüchte wie das aktuelle machen in der Kurstadt und in Lügde mit unschöner Regelmäßigkeit die Runde. Beweise fanden sich bisher nicht. Und die Recherchen gestalten sich ebenso mühsam wie unergiebig. So scheint es, als handle es sich auch im aktuellen Fall um ein digital gestreutes Hörensagen.

Tierärzten zufolge wird übrigens den wenigsten Hunden, die mit Vergiftungen behandelt werden, übel mitgespielt. Die meisten Vierbeiner vergiften sich selbst, indem sie Dinge schlingen, die sie nicht vertragen. Der Blick des Halters für das, was der eigene Hund im Vorbeilaufen aufschnappt, scheint demnach wichtiger als Giftköder-Panik.



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