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Monika Busch hatte Heimweh nach Bad Pyrmont

Wieder angekommen

Bad Pyrmont. Eine schwindende Einwohnerzahl hat der letzte Zensus für Bad Pyrmont ergeben. Doch das ist nicht die ganze Wahrheit. Weiterhin zieht es Menschen in diese Stadt, nicht nur kurzzeitig als Tourist, Kurgast oder Wellness- und Entspannungssuchender, sondern dauerhaft als Neubürger. Was ließ sie gerade Bad Pyrmont als neuen Wohnort auswählen? Welche Gründe veranlassten sie zu einem Umzug, was hat ihnen beim Ankommen geholfen, und was würden sie sich darüber hinaus an ihrem neuen Heimatort wünschen? In einer Serie gehen die Pyrmonter Nachrichten diesen Fragen nach. Heute: Monika Busch

veröffentlicht am 12.04.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 09:21 Uhr

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Autor:

von Klaus Titze
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„Oh Molla, schön, dass Du wieder da bist!“ „Können Sie sich vorstellen, wie wohltuend es für jemanden ist, so mit seinem Spitznamen wieder von anderen Menschen begrüßt zu werden?“ fragt Monika Busch. Das passierte ihr in ihrem Lieblingsverein, dem MTV. „Als ich mich in der Umkleidekabine umschaute, kamen mir doch gleich fünf Gesichter bekannt vor. Wie sich herausstellte, waren es alles ehemalige Karnevalsprinzessinnen, die ich von früher her kenne“, erklärt sie.

Somit wird deutlich, so fremd, wie man bei einer Neubürgerin vermuten würde, ist Bad Pyrmont für sie nicht. „Ich bin hier aufgewachsen und zur Schule gegangen,“ fährt sie fort. Ihr Vater habe hier nach Kriegsende im Lazarett gelegen und so sei sie zusammen mit ihrer Mutter aus Schlesien über einen kurzen Zwischenaufenthalt in Landshut in Bayern nach Bad Pyrmont gekommen.

Gut 20 Jahre wirkte sie in der MTV-Prinzengarde mit, und einige Male trainierte sie die gruppe für Karnevalsauftritte. „1979 bin ich dann mit meinem Mann nach Hannover gezogen, der dort als Lehrer arbeitete.“ Sie selbst gab Kindern Ballettunterricht.

So blieb das Ehepaar Busch zunächst in Hannover wohnen, um dann als Rentner nach Kalabrien an der Stiefelspitze Italiens zu ziehen. „Das war ein Komplettumzug mit endgültiger Haushaltsauflösung in Deutschland“, berichtet sie. Bis 2009 lebten sie dort in dörflicher Idylle und lernten wirklich nette Leute kennen. Auch in den Fällen, in denen es sprachliche Hürden zu überwinden gab, hätten ihnen Bekannte freundschaftlich zur Seite gestanden. Allerdings, wenn man älter sei und abseits größerer Städte mit deren Infrastruktur lebe, habe diese Lebensart doch einige Überraschungen und Unannehmlichkeiten parat, die man nicht so einfach überwinden könne. „Ganz gleich, ob es um eine fachärztliche Versorgung geht oder Verwaltungsangelegenheiten betrifft, es war oft wie ein Hindernislauf“, sagt Monika Busch. Deshalb entschloss sich das Ehepaar, nach Deutschland zurückzukehren. Sie zogen in einen kleinen Ort in der Nähe von Worpswede.

Kurz darauf verstarb ihr Mann plötzlich und völlig unerwartet. „Nach dem Tod meines Mannes vereinsamte ich zunehmend, obwohl ich äußerst nette Nachbarn hatte und sich auch gute Freunde um mich bemühten. Ich glaube, es war schon fast so etwas wie Heimweh“, schlussfolgert sie. Da ihre Mutter die ganze Zeit über ihren Wohnort in Bad Pyrmont behalten habe und sie selbst eigentlich nie den Kontakt hierhin hatte abreißen lassen, begann sie ihren Umzug nach Bad Pyrmont vorzubereiten. „Und nun bin ich wieder angekommen“, schließt sich ein Teil ihres Lebensabenteuers. „Ich habe eine wunderschöne Wohnung gefunden, lebe in der Nähe meiner Mutter, sodass ich sie versorgen und begleiten kann, gemeinsam mit meiner Katze, die aus Kalabrien mit umgezogen ist. Busanbindung in der Nähe, Ärzteauswahl und Krankenhaus in der Stadt, jede Menge Kulturangebote und Abwechselung, Wiederbelebung alter Bekanntschaften. Und, was das Schönste ist, ich gebe wieder Ballettstunden. Es ist einfach wunderbar, sich selbst wieder tänzerisch bewegen und choreografisch junge Menschen beim ,Fürstentreff‘ auf neue Aufgaben vorbereiten zu können.“



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