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Bundestagsabgeordnete Gabriele Lösekrug-Möller informiert sich über den Arbeitsalltag eines Bestatters

„Wie schwer so eine Urne ist!“

Bad Pyrmont. Eine Tankstelle, einen Supermarkt und eine Kita hat SPD-Bundestagsabgeordnete Gabriele Lösekrug Möller im Rahmen ihrer Besuchsreihe „Lömö mittendrin“ bereits besucht. Jetzt war sie zu Gast im Pyrmonter Bestattungshaus „Webel & Eggert“, einem von einem halben Dutzend in der Kurstadt.

veröffentlicht am 11.03.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 03.11.2016 um 12:21 Uhr

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„Der Politik wird gern vorgeworfen, sie sei alltagsfern“, erklärt Lösekrug-Möller. „Ich möchte den Alltag erleben.“ Also verschaffte sie sich vor Ort Einblick in die Arbeit eines Bestatters, ließ sich die hauseigene Kapelle, den Arbeitsbereich und das breite Spektrum an Särgen zeigen.

„Die Atmosphäre ist privat und doch respektvoll und der Beruf überraschend professionell“, staunt Lösekrug-Möller, die aus ihrer Jugend ein anderes Bild im Kopf hatte. „Bei uns auf dem Dorf war der Tischler gleichzeitig der Bestatter.“

Dass sich der Beruf gewandelt hat, kann Bestatter Hannes Eggert bestätigen: „Heute wird viel mehr Wert auf eine angenehme Atmosphäre gelegt.“ Ein individueller, von den Angehörigen aktiv mitgestalteter Abschied erleichtert, Eggerts Erfahrung nach, die Trauerbewältigung. Deshalb ist er bei der Gestaltung eines Begräbnisses für alle Wünsche offen: „Wir haben schon Metallica bei einer Trauerfeier gespielt.“

Weil Professionalität und der Dienstleistungsgedanke eine immer größere Rolle spielen, ist Bestattungsfachkraft seit 2005 ein Ausbildungsberuf, informiert Lennart Gülzow. Er ist der erste Auszubildende im Bestattungshaus Webel&Eggert und mittlerweile im zweiten Lehrjahr. Er habe einen „spannenden und abwechslungsreichen“ Beruf gesucht - und gefunden, versichert Gülzow. „Als Bestatter erlebe ich Menschen und ihre Gefühle unmittelbar und unverfälscht.“

Menschen beim Abschiednehmen zu begleiten erfordert Einfühlungsvermögen und Kompetenz. Diese beginnt bereits bei einer realistischen Aufklärung über die entstehenden Kosten.

„Die Feuerbestattungen nehmen eindeutig zu“, weiß Eggert. Das liegt einerseits an veränderten Lebensumständen: Oft ziehen Kinder weg und können die Pflege der Grabstätte nicht übernehmen. Andererseits entscheiden sich, laut Eggert, Familien oft nach einer realistischen Kostenaufrechnung noch einmal um. „Leider ist ‚Bestatter‘ bis heute keine geschützte Berufsbezeichnung“, erklärt Hannes Eggert. Das bedeutet, die Ausbildung ist nicht notwendig, um ein Bestattungsunternehmen zu gründen. „Es wäre schön, wenn das anders wäre“, gibt er der Bundestagsabgeordneten Lösekrug-Möller mit auf den Weg nach Berlin.

Diese nutzte die Gelegenheit, um herauszufinden, was nach der Einäscherung mit einer „übrig gebliebenen“ künstlichen Hüfte passiert und zeigte auch sonst keine Berührungsängste. „Ich habe gar nicht gewusst, wie schwer so eine Urne ist“, gestand die Bundestagsabgeordnete.fl



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