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Baarsens Ortsvorsteher ist entsetzt über die Schäden an Rückewegen im Mosterholz

„Wie nach einem Manöver“

Bad Pyrmont. „So schlimm hat das hier noch nie ausgesehen“, sagt Paul von der Heide. „Wenn man den Wald von früher kennt und das jetzt sieht, können einem die Tränen kommen“, setzt Baarsens Ortsvorsteher beim Blick in die fast knietiefen Reifenspuren hinzu. „Das sieht hier aus wie nach einem Militärmanöver.“

veröffentlicht am 19.02.2014 um 20:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 17:21 Uhr

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Autor:

Juliane Lehmann und Hans-Ulrich Kilian
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Am Weg, der sich durch das Mosterholz schlängelt, liegen zig Stapel mit Hunderten von Buchenholzstämmen. Dort, wo die tonnenschweren, breiten Harvester-Fahrzeuge die Ernte aus dem Wald transportiert haben, sieht es aus wie nach einem Panzermanöver auf dem Truppenübungsplatz: Tiefe Furchen ziehen sich vor allem an den Rückewegen durch den matschigen Boden. Wer hier nur mit Wanderschuhen an den Füßen durchwaten wollte, hätte verloren. Der Anblick liefert den Beweis für von der Heides Überzeugung: „Das Argument, dass Selbstwerber so viel Dreck machen, zieht nicht“, sagt der 62-Jährige. „Die würden nicht einen Bruchteil des Schadens anrichten, den der Harvester im Auftrag der Stadtforst verursacht – und das im Landschaftsschutzgebiet!“

Von der Heides Eindruck: „Früher haben die Förster bei der Holzernte mehr darauf geachtet, dass der Wald unversehrt blieb.“ Und auch die Selbstwerber seien nicht einfach ohne Rücksicht auf das Wetter angerückt. „Die haben ihr Holz nur bei Frost geholt, denn sie kennen die Bodenverhältnisse und wollten möglichst wenig Zerstörungen anrichten.“

Empört hat von der Heide nun, was er im Forstausschuss zu hören bekam: „Früher hieß es immer, im Mai dürfe niemand mehr zum Holzholen im Wald unterwegs sein. Jetzt soll das plötzlich doch möglich werden.“ Aber, so fragt er, rein rhetorisch, weiter: „Welcher Selbstwerber könne denn solche Riesenstämme abfahren, wie hier liegen?!“ Stattdessen müssten die Holzabholer dann wohl doch mit Motorsägen anrücken – „und das macht Krach und zerstört die Ruhe im Wald“.

Viel entgegenzusetzen hatten die Vertreter des Pyrmonter Stadtforstbetriebes im Forstausschuss nicht. Sie begründeten die Schäden an den alten Rückwegen mit dem milden Winterwetter und dem dadurch weichen Boden. Die Spuren seien aber nur in dem Abstand verursacht worden, wie das von den Kriterien des Nachhaltigkeitszertifikates PEFC vorgegeben sei, versicherte der städtische Förster Karl-Wilhelm Struck dem Fragesteller.



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