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Rund 20 Quadratmeter große Fenster im Wintergetreide bieten den Vögeln Platz zum Brüten

Wie diese Lücken im Acker Lerchen helfen

Baarsen (ubo). Jeder kennt die Feldlerche, die im Sommer viele mit ihrem Gesang erfreut. Jedoch ist die Zahl der Lerchen, wie auch die anderer Feldvögel, zum Beispiel des Kiebitzes, zurückgegangen. In Bayern steht die Feldlerche auf der Roten Liste.

veröffentlicht am 16.04.2010 um 20:14 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 14:21 Uhr

Freuen sich für die Feldvögel im Lerchenfenster (von links): Lan
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Bedingt durch die extensive Landwirtschaft mit engstem Saatreihenabstand und der Nutzung der freien Flächen wie Wegrändern haben diese Tiere, die am Boden brüten, wenig Überlebenschancen. Feldlerchen legen ihre Nester in oder an den Saumbereichen des Ackers mit lückenhaftem und schütterem Bewuchs an.

Um diesen Bodenbrütern, zu denen auch Goldammer, Rebhuhn und Fasan gehören, zu helfen, wurden in England die „Lerchenfenster“ entwickelt. Dabei werden absichtlich Lücken im Wintergetreide gelassen. „Beim Drillen heben wir die Drillmaschine für einige Meter an. Die so entstandenen Lücken sind rund 20 Quadratmeter groß“, erklärt Landwirt Friedrich Eickermann aus Baarsen, der zusammen mit Frank von der Heide und Ralf Zurmühlen rund 55 Lerchenfenster anlegte. In Niedersachsen wurden rund 3500 Lerchenfenster im Getreide belassen, teilte der Landvolkverband Niedersachsen und die Landesjägerschaft Niedersachsen mit. Je Hektar werden zwei Fenster angelegt. Die so entstandenen Lücken dienen dabei als Brutstätte und Aufenthaltsraum.

In England hat sich der Bruterfolg im Wintergetreide verdreifacht, so die Landesjägerschaft Niedersachsen. „Die Lerchenfenster sollten nicht an den Fahrgassen liegen, sondern mitten im Feld, da Raubwild wie der Fuchs und der Waschbär die Fahrgassen benutzen“, ergänzt der Leiter des Hegerings Bad Pyrmont, Dieter Lippert. Die Lerchenfenster werden von der Landesjägerschaft Niedersachsen finanziell gefördert. „Je Lerchenfenster erhält der Landwirt zehn Euro als Nutzungsausfall, die zu 90 Prozent aus den Jagdabgabemitteln des Landes Niedersachsen über die Landesjägerschaft und zu 10 Prozent über die Kreisjägerschaft finanziert werden“, erläutert Dieter Lippert das Verfahren.

„Die Aktion wird vom Hegering Bad Pyrmont aktiv unterstützt und beworben. Der Hegering hat ein starkes Interesse am Erhalt und der Förderung beziehungsweise Verbesserung der Lebensbedingungen der heimischen Tier- und Pflanzenwelt“, sagt der Naturschutzobmann des Hegerings, Hans-Joachim Böhnke. „Wir sind den Landwirten dankbar, dass sie sich an dem Projekt beteiligen und haben damit Vorbildcharakter. Die Lerchenfenster sind wichtig für den Artenschutz, den wir wollen“, sagt Lippert.

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