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Das Glückskind

Wie Christa Langer-Löw die Puppengeschichte von Bad Pyrmont aufrollte

BAD PYRMONT. Dass sich die 1883 in der Nähe von Breslau geborene und als Schauspielerin ausgebildete Käthe Kruse mit dem Puppenmachen beschäftigte und damit schließlich weltberühmt wurde, hat sie ihrem Partner, späteren Mann und dem Vater ihrer sechs Kinder zu verdanken, dem Bildhauer Max Kruse.

veröffentlicht am 22.07.2021 um 10:00 Uhr

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Reporterin

Als der für die älteste Tochter Maria in Berlin eine Puppe zum Geburtstag kaufen soll, schreibt er frustriert nach vergeblicher Suche an seine damals in Ascona lebende Gefährtin: „Ich finde sie alle scheußlich! Macht euch doch selber welche.“

Diese Herausforderung nimmt Käthe Kruse an, bastelt zunächst eine einfache Puppe aus einem Handtuch, etwas Sand und einer Kartoffel als Kopf. Diese Geschöpfe verfeinert sie im Laufe der Jahre immer mehr, bis sie schließlich ihr unverwechselbares Aussehen erhalten: das ernste, aber kindgerechte Gesicht, die echten Haare und den biegsamen Körper, eine Puppe zum Liebhaben und Knuddeln. Für Käthe Kruse ist es der Beginn einer Weltkarriere, die sie für vier Jahre auch nach Bad Pyrmont führte.

Die Pyrmonterin Christa Langer-Löw, seit vielen Jahren eine Puppenkennerin, hat vor 30 Jahren ihr Buch „Glückskind“ zu diesem Thema geschrieben, mit dem Schwerpunkt auf die Zeit, als Käthe Kruse ihre Werkstatt in Bad Pyrmont hatte (1945-1949). „Durch eine gleichzeitige Ausstellung im Museum bekam ich viel Resonanz. Plötzlich meldeten sich viele Zeitzeugen bei mir, und auch zu dem Sohn Max Kruse bekam ich näheren Kontakt. Außerdem gab es immer wieder Wünsche nach dem Buch, das es aber inzwischen nur noch antiquarisch gibt. Das alles gab den Ausschlag für eine ganz neue erweiterte Ausgabe“, berichtet Christa Langer-Löw.

Die Pyrmonterin Christa Langer-Löw hat vor 30 Jahren ihr Buch „Glückskind“ geschrieben. Thema: Die Puppenmacherin Käthe Kruse. Foto: hei

Aus dem „Glückskind“ sind „Glückskinder“ geworden, und in den Texten sind neben der Firmengeschichte und der Puppenhistorie Briefe und Dokumente enthalten, auch noch mehr Allgemeines über die Nachkriegszeit. Dass im Untertitel auch der Name von Max Kruse (jun.) als Werkstattleiter in Bad Pyrmont erwähnt wird, ist eine kleine Verbeugung vor dem, wie die Autorin sagt, liebenswerten, kompetenten, vor sechs Jahren verstorbenen Sohn der Puppenschöpferin.

Das Buch ist im Pro Regio Verlag bei ACM erschienen, die Gestaltung des Bandes mit einem sehr schönen Titelblatt und vielen Fotos im Inneren hat Nicole Ludorff übernommen. Das Buch „Glückskinder“ ist für 19,80 Euro in der Fürstenbuchhandlung und im Museumsshop erhältlich.



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