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Symposium mit rund 600 Teilnehmern

Wie Betroffene Morbus Bechterew im Griff behalten können

BAD PYRMONT. Die rund 600 Besucher, die sich am Samstag zum 8. Internationalen Morbus-Bechterew-Tag im Konzerthaus eingefunden hatten, erlebten eine hochkarätige Veranstaltung. Zu dem Rheumasymposium hatte Niedersachsens Landesverband der Deutschen Vereinigung Morbus Bechterew in Kooperation mit dem Staatsbad geladen.

veröffentlicht am 06.05.2018 um 21:52 Uhr

Dr. Martin Gehlen befragt das Publikum zur Rheumaproblematik. rr
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Autor

Rudi Rudolph Reporter
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Und es geriet unter der Moderation von Schirmherrin und TV-Moderatorin Vera Cordes („Visite“) zu einem überaus informativen Event. Das lag am abwechslungsreichen Programm mit verschiedenen Plenarvorträgen, interaktiven Workshops wie beispielsweise die Begehung des Barfuß-Pfades oder Nordic Walking im Kurpark, und Impulsvorträgen im rappelvollen Konzerthaus.

Die Spondylitis ankylosans (Morbus Bechterew) ist eine schmerzhafte entzündlich-rheumatische Erkrankung, die chronisch verläuft und sich vor allem an der Wirbelsäule auswirkt. Das Publikum, darunter viele Betroffene, verfolgte den aktuellen Stand der Forschung und Therapie mit Interesse. Da die Erkrankung nicht heilbar ist, muss ein Patient lebenslang versuchen, sie mit flankierenden Maßnahmen wie genügend Bewegung und einer aufrechten Haltung in den Griff zu bekommen, so Dr. Michael Schwarz-Eywill aus der Fürstenhof-Klinik. Auch wenn Sport manchmal Quälerei ist, riet der Rheumatologe: „Suchen Sie die Herausforderung trotz und mit Ihrer Erkrankung. Man muss messen, was man tut, und man braucht einen Motivator.“ Dass der innere Schweinehund gerade unter Schmerzen oft gewinnt, dürfe nicht davon abhalten, sich gezielt und häufig zu bewegen sowie zu kontrollieren, wie sich die Leistungsfähigkeit im Laufe der Zeit steigert.

In der Frage, wie viel Bewegung nötig sei, um eine stabile Haltung zu gewährleisten und den altersbedingten Muskelschwund aufzuhalten, erteilten die Ärzte einen Rat, von dem nur etwa fünf Prozent der Anwesenden meinten, ihn auch befolgen und durchhalten zu können: „Einmal wöchentlich in einer Gruppe für 45 Minuten aktiv zu sein, reicht nicht aus. Man muss schon vier bis fünfmal die Woche mindestens je 45 Minuten Sport treiben. Am besten in einer Sportart, die einen interessiert und Spaß macht.“

Rund 600 waren zum Symposium nach Bad Pyrmont angereist. Foto: rr
  • Rund 600 waren zum Symposium nach Bad Pyrmont angereist. Foto: rr

Natürlich spiele auch die richtige Ernährung eine große Rolle. In der Kombination mit Sport könnten die erhöhten Entzündungswerte durchaus gesenkt werden. Weitere Aspekte rund um den Morbus Bechterew brachten Christian Hinz, Chefarzt der Fürstenhof-Klinik und Facharzt für Orthopädie, Osteologe DVO, Sportmedizin und Sozialmedizin, Dr. Martin Gehlen, Rheumatologie-Chefarzt der Fürstenhof-Klinik, Prof. Dr. Ralf Kreikebohm von der DRV Braunschweig-Hannover, der Rheumatologe Dr. Florian Urbanek aus der m&i-Fachklinik sowie Prof. Dr. Christoph von Schulze Pellengahr, Orthopädie-Chefarzt am Bathildiskrankenhaus, ein. So ergänzten sich die einheimischen Experten und Referenten hervorragend mit den externen und entwickelten mit dem Rheumasymposium eine Veranstaltung auf höchstem Niveau.

Über „Rheuma + Ernährung + Sport“ spricht der Internist und Rheumatologe Dr. Michael Schwarz-Eywill (Fürstenhof-Klinik) heute um 19.30 Uhr in der Wandelhalle. Bei der Veranstaltung in der Reihe „Medizin im Dialog – Ärzte für Gäste und Bürger“ gibt er den Zuhörern auch konkrete Tipps insbesondere zur Thematik Ernährung und Sport. Nach dem Vortrag steht er für weitere Fragen zur Verfügung. Der Eintritt ist frei.

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