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Es gibt schon ein paar, aber die Stadt hofft auf weitere Kümmerer

Wer will Beetpate in Bad Pyrmont werden?

BAD PYRMONT. Hier herrscht Wildwuchs, da ist der Rasenstreifen nicht gemäht, und andernorts liegt Vogeldreck auf einer Ruhebank. All das bringt manche Leute auf die Palme. Auch und gerade in Bad Pyrmont, wo die gepflegte Optik bekanntermaßen sehr viel zählt. Dabei könnte es ganz einfach sein, dank privater Hilfe.

veröffentlicht am 07.09.2018 um 19:50 Uhr
aktualisiert am 07.09.2018 um 20:30 Uhr

Elke Hänning beim Begießen der selbst gezogenen Blütenpracht vor ihrem Grundstück in Oesdorf. Hier pflanzt die Gärtnerin, was sie und ihr Mann Horst im eigenen Gewächshaus ziehen. „In diesem Sommer habe ich fast jeden Tag gegossen“, sagt sie. Passant
Juliane Lehmann

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Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite
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Aber nur wenige Privatleute lassen sich dazu herab oder kommen überhaupt auf die Idee, abseits des eigenen Verantwortungsbereichs selbst aufhübschend Hand anzulegen.

Elke Hänning ist eine von Ihnen. Schon vor vielen Jahren hat sie Pflanzkübel vor ihrem Grundstück aufgestellt. An zwei jungen Zierkirschbäumen rankt violette Clematis empor, und die Canna bringt traubige rote Blüten hervor. „Ich mache das, weil ich es schön finde“, sagt die Oesdorferin, während sie die auffällige Blütenpracht begießt. Wie bisher fast jeden Tag in diesem heißen, knochentrockenen Sommer.

Andere werden im Winter aktiv: Helmut Fahle hübscht dann die nach Entfernen der Sommerbepflanzung leeren städtischen Pflanzkästen vor dem Modehaus Schwager auf.

Immerhin: Hans-Joachim Böhnke hat im Bauverwaltungsamt des Pyrmonter Rathauses eine knappe Handvoll freiwilliger „Stadtbildverschönerer“ oder „Beetpaten“ im Stadtgebiet gelistet. „Früher waren es mehr, aber einige können sich aus Altersgründen nicht mehr kümmern“, sagt er. Mit Blick auf das voll ausgelastete Gärtner-Team des städtischen Bauhofs wären ihm weitere private Unterstützer hochwillkommen.

Die Pyrmonterin Claudia Briese hat die Anregung zu solchen Patenschaften aus dem Urlaub in Süddeutschland mitgebracht. Nachdem sie die Idee bei einem Bürgerforum der „Gruppe 17“ im Pyrmonter Rat in den Raum stellte, hat Uwe Schrader (SPD) das Thema nun für die Mehrheitsgruppe im Rat auf dem Zettel. „Dass jemand die Pflege einer Parkbank oder eines Beets übernimmt, könnte man durch kleine Schilder kenntlich machen“, überlegt er. Die Gestaltung solle den Leuten selbst überlassen bleiben, damit es keine lästige Pflicht werde. Denn, so findet Schrader: „Die Regelungswut, die sich auf ehrenamtliche Tätigkeiten ausweitet, wird immer schlimmer.“ Gut wäre es indes, wenn sich die Stadt mit kleinem Dankeschön bei den Kümmerern revanchiere.

So läuft es im lippischen Augustdorf: Dort helfen mehr als 100 registrierte Straßenanlieger bei der Pflege der Straßenbeete. Den Grund erklärt die Gemeindeverwaltung so: Der Augustdorfer Bauhof schafft es wegen Personalmangels schon seit langer Zeit nicht mehr, die Beete angemessen zu pflegen. Einmal im Jahr lädt der Bürgermeister alle Bürger zum Imbiss ein, die im öffentlichen Raum vor ihrem Grundstück mähen, Unkraut zupfen oder Blumen pflanzen. Eine Urkunde bekommen sie obendrein.

Wer freiwillig eine Patenschaft übernehmen möchte, kann sich bei Hans-Joachim Böhnke im Rathaus melden (Telefon 05281 / 949260).



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