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Wenn Vision auf Wirklichkeit trifft: Kur- und Verkehrsverein mit Bürgermeistern im Gespräch

Wer soll die Landesgartenschau bezahlen?

Bad Pyrmont / Lügde. Sollen Bad Pyrmont und Lügde sich für 2020 als Austragungsorte einer gemeinsamen Landesgartenschau im Talkessel bewerben oder nicht? Eine verbindliche Antwort auf diese Frage steht nach der vom Pyrmonter Kur- und Verkehrsverein angeschobenen „Elefantenrunde“ mit etwa 40 Teilnehmern aus beiden Städten immer noch aus. Dabei hätte die KVV-Spitze am Mittwochabend gern die Zusage zur Durchführung einer Machbarkeitsstudie bekommen. Das hatte die zweite Vorsitzende Martina Tigges-Friedrichs schon vor einem Monat im Gespräch mit den PN erklärt. Doch so eine Studie kostet Geld. 30 000 Euro, sagt Tigges-Friedrichs. Das Doppelte, vermuten die Stadtoberhäupter Elke Christina Roeder und Heinz Reker nach ersten eigenen Recherchen.

veröffentlicht am 06.07.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 18.01.2017 um 09:22 Uhr

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Juliane Lehmann

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Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite
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Schnell wurde nach Marcel Kimmlings per Power-Point präsentiertem Plädoyer für eine rasche Umsetzung der Idee klar: Im Konferenzraum des Staatsbades trafen euphorische Visionäre auf Rathaus-Praktiker, auf deren Schreibtischen hinterher in solchen Fällen die Rechnungen landen. Und die könnten weder Bad Pyrmont noch Lügde aus eigener Kraft bezahlen.

Bei zu erwartenden Gesamtkosten der Schau im zweistelligen Millionenbereich steht für die Pyrmonter Verwaltungschefin und ihren Lügder Amtskollegen fest: Ohne Zuschüsse von außen bräuchte über das Projekt niemand weiter nachzudenken. Und da scheint es künftig nur noch EU-Fördertöpfe zu geben. Sowohl beim Land Niedersachsen als auch in Düsseldorf ist offenbar nicht mehr viel zu holen.

Roeder und Reker betonen zwar, dass sie die Euphorie in Sachen Gartenschau keinesfalls bremsen, sondern „Gas geben“ wollen. Aber, so Reker: „Auch Bürgermeister müssen die Verkehrsregeln beachten.“ Und: „Wir in Lügde sind es gewohnt, einen Schritt nach dem anderen zu machen.“ Erst müsse geklärt werden, ob eine Landesgartenschau überhaupt finanzierbar sei. „Wir sollten erst einmal jemanden von außen die Chancen einschätzen lassen, ohne gleich Geld in die Hand zu nehmen“, findet seine Pyrmonter Amtskollegin. Beide hatten vor einer Woche ihr gemeinsames Vorgehen in Sachen Gartenschau abgestimmt (wir berichteten). Aber abgesehen davon: Allein könnten sie ohnehin nichts entscheiden. Das wäre Sache der Politiker; und auch die Bürger müssten mitziehen.

Martina Tigges-Friedrichs nahm die hohen Erwartungen zwar selbst ein wenig zurück: „Wir möchten erst einmal ein Stimmungsbild aus Lügde bekommen“, stellte sie als Ziel des Abends in den Raum. Doch auch das gelang nur im Ansatz – bei insgesamt einem Dutzend Anwesender aus der Emmerstadt, von denen sich nicht einmal eine Handvoll zu Wort meldeten.

So erklärte Lügdes Bauamtsleiter Günter Loges: „Ich halte nichts davon, jetzt schon eine große Erwartungshaltung in der Bevölkerung zu erzeugen.“ Und er erwies sich als kundig, was die Verhältnisse in seinem Bundesland betrifft: „Es gibt in Nordrhein-Westfalen einen ganz klaren Fahrplan“, betonte er und schlug, falls die Pläne konkreter würden, die Bildung einer Arbeitsgruppe mit 15, 20 Leuten aus beiden Städten vor.

Bad Pyrmonts Kurdirektor Heinz-Hermann Blome warnte indes davor, Luftschlösser zu bauen. „Ich habe einen ganzen Ordner voll mit tollen Projekten, die wir nicht finanzieren konnten.“

Auch, wenn die Euphorie des einen oder der anderem am Mittwoch einen Dämpfer bekommen haben könnte, betonte KVV-Chef Peter Middel am Ende: „Visionen muss man haben!“ Und versprach für seinen Verein : „Wir bleiben am Thema dran.“



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