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Stadt sucht weitere Tagesmütter, um 2013 Rechtsanspruch auf Krippenplatz erfüllen zu können

Wer hat Spaß am Umgang mit Kindern?

Bad Pyrmont (HW/jl). Vom 1. August 2013 an bekommen Eltern in Deutschland einen Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz für ihre unter dreijährigen Kinder. Die Bundesregierung rechnet bekanntlich damit, dass dann gut jedes dritte Kleinkind betreut werden muss. In der Kurstadt aber ist der Bedarf schon jetzt deutlich höher: 45 Prozent aller Eltern suchen für ihre U 3-Kinder einen Krippenplatz. Dabei erfüllt Bad Pyrmont bisher nicht einmal die angestrebte 35-Prozent-Versorgungsquote: Um diese 80 Betreuungsplätze vorhalten zu können, muss sie auf genügend Tagesmütter und -väter zurückgreifen können. Doch an denen mangelt es.

veröffentlicht am 04.05.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 04.11.2016 um 01:41 Uhr

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Sieben Tagesmütter betreuen im Staatsbad derzeit in ihren Häusern und Wohnungen 23 Kinder im Alter zwischen null und 14 Jahren. „Aber so vier, fünf, sechs weitere Tagesmütter könnten wir noch gebrauchen“, sagt Claudia Richter vom Familien- und Kinderservicebüro in der Villa Winkelmann an der Humboldtstraße.

„Die Betreuung erfolgt auch zu Zeiten, in denen Kindergärten und Krippen noch nicht geöffnet sind“, unterstreicht Sozialpädagoge Horst Gärtner. Denn für Berufstätige, deren Arbeit schon um 6 Uhr morgens beginne, müssten ebenfalls Lösungen her.

„Das bedeutet Flexibilität in der Tagesbetreuung – und zwar für beide Seiten. Für die Tagesmütter ebenso wie für die Eltern, die auch Bedarf am Wochenende haben“, erklärt Sebastian Hagedorn.

Mia (5) und Naima (3) malen gemeinsam auf der Terrasse.

Der kommissarische Fachgebietsleiter Schulen und Jugend im Pyrmonter Rathaus erhofft sich insbesondere einen Zuwachs an Zusammenschlüssen zweier Tagesmütter, um noch flexiblere Angebote machen zu können. „Wir wollen den Bedarf decken, der tatsächlich da ist“, so Hagedorn.

Laut Claudia Richter kann eine Tagesmutter bis zu fünf Kinder gleichzeitig betreuen und bis zu acht Verträge abschließen. Bei einem Zusammenschluss zur sogenannten Großtagespflege verdoppelten sich diese Zahlen. Eine Altersbegrenzung für Tagesmütter oder -väter gebe es nicht. „Die Interessenten müssen Spaß am Umgang mit Kindern haben, über entsprechende häusliche Voraussetzungen und einen Qualifizierungsnachweis verfügen“, sagt Richter. Das entsprechende Zertifikat könne über Kurse bei Impuls erworben werden. Laut Hagedorn fördert die Stadt die Erstausstattung mit etwa 1000 Euro.

Der Landkreis Hameln-Pyrmont zahlt eine Vergütung von drei Euro pro Kind und Stunde. „Die Tagesmutter kann aber einen höheren Satz verlangen, der in Bad Pyrmont bei durchschnittlich 4 bis 4,50 Euro pro Kind und Stunde liegt. Die Differenz geht dann zulasten der Eltern“, erklärt Hagedorn. Zum Vergleich: Eine sechsstündige Betreuung in einem Kindergarten kostet die Eltern monatlich rund 140 Euro pro Kind – montags bis freitags zu festgelegten Zeiten.

Tagesmütter werden in Bad Pyrmont über das Familien- und Kinderservicebüro vermittelt. „Wir beraten die Eltern und stellen dann den Kontakt her“, erläutert Claudia Richter und betont, dass sich auch Personen, die an der Tagesbetreuung Interesse haben, an diese städtische Einrichtung wenden können.

Sandra Heutger hat das getan und betreut jetzt, nach Abschluss ihres Kurses, seit vier Wochen bis zu fünf Kinder zeitgleich. Bei gutem Wetter spielen ihre Schützlinge viel im Garten. Aber auch das geräumige Wohnzimmer ihres Hauses in Holzhausen bietet den Kleinen genügend Platz. „Wir mussten ein Treppengitter und Steckdosensicherungen anbringen“, erzählt die 30 Jahre alte Krankenschwester, die in ihrem neuen Job eine ideale Ergänzung zu ihrer nun reduzierten Arbeit in der mobilen Altenpflege sieht. „Man braucht vor allem Spaß an Kindern“, sagt die Mutter eines Sohnes und einer Tochter, während sie der einjährigen Alina in der Babyschaukel etwas Schwung gibt. Und ergänzt lachend: „Natürlich sollten einen auch ein bisschen Gartenerde im Wohnzimmer und Patschhändchen an den Möbeln nicht stören.“

Derweil bringt eine Mutter, die am Nachmittag zur Arbeit muss, ihren kleinen Sohn vorbei. Sie ist froh, ihn für ein paar Stunden zu Sandra Heutger geben zu können. Und bestätigt: „Da gibt es einen echten Notstand.“ Die nächste Tagesmutter mit freien Plätzen sitze in Groß Berkel.



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