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Laienspielgruppe bringt „Damenduell“-Schwank mit Action, Tempo und Witz auf die Bühne

Wenn wilde Weiber den Hagen aufmischen

Bad Pyrmont (ar). Tobendes, juchzendes Publikum und ein glänzend aufgelegtes Ensemble waren am Donnerstagabend im „Hagener Hof“ die Ingredienzien für eine rasante Theaterpremiere der Laienspielgruppe Hagen. Mit dem bäuerlichen Dreiakter „Das Damenduell“ von Bernd Gombold hatte Roswitha Friedrich einen Schwank ausgewählt, der an Action, Tempo und Witz nichts zu wünschen übrig ließ und die Akteure zu großer Form auflaufen ließ.

veröffentlicht am 01.12.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 03.11.2016 um 17:41 Uhr

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Zudem waren die Rollen so passend besetzt, dass schon der Auftritt mancher Charaktere Lachsalven herausforderte. Ulli Steinhage als verwitweter Landwirt Johann und sein smarter Sohn Alfred (Christopher Liebig), mit dem er wettet, wer zuerst eine Frau findet, lieferten den roten Faden der Handlung. Auch soll der Wettengewinner den Löwenanteil des Hofes überschrieben bekommen. Mit seinem cholerischen Nachbarn Eugen (Frank Niere) schließt Johann die gleiche Wette ab – und das Unglück nimmt seinen Lauf.

Für Ulli Steinhage und Christopher Liebig sind das Paraderollen, die keinen Gag auslassen. Als rechtlichen Beistand hat Landwirt Johann den Notar Siegelring „zwecks Mangel an Damen“ engagiert, der keinen Schnaps auslässt und ab dem zweiten Akt das Geschehen nur noch volltrunken erlebt. Stark in Gestik und Mimik agiert hier Dieter Feist, der allein mit seinem Sprachfehler für spontane Lacher sorgt. Frank Niere gibt den Nachbarn Eugen, der ständig auf der Suche nach seinem faulen Sohn Franz (Fabian Potthast) ist, mit wuchtiger Präsenz und Dynamik, so kennt man ihn eben auf dem Hagen. Da Vater Johann und Sohn Alfred jeweils ohne Wissen des Anderen ein Mutter-Tochter-Paar ins Haus holen, sind plötzlich vier Frauen im Spiel, die sich in einem Krieg um die zweifelhafte Ehre der Verehelichung bemühen. Sie putzen um die Wette, keifen sich gehörig an, schlagen sich die Wischlappen um die Ohren und versuchen, sich ins rechte Licht zu setzen. Es treten auf: Roswitha Friedrich als Mutter Sophie, resolut und berechnend, und Sandra Rohr als etwas unterbelichtete Tochter Cäcilie – beides Rollen, in denen sich die Schauspielerinnen so richtig austoben können. Besonders Sandra Rohr, popelnd, tollpatschig und leicht inkontinent, reißt das Publikum mit ihrer Situationskomik zu spontanem Applaus hin. Als Gegenpart agieren Heike Niere als Mutter Rosa und Sandra Pache als deren affektierte Tochter Vroni.

Wie in jedem guten Schwank findet aber schließlich jeder Pott seinen Deckel: Johann und Alfred angeln sich Rosa und Vroni, bei Sophie und Cäcilie geraten Nachbar Eugen und Sohn Franz unter den Pantoffel. Und Notar Siegelring, der eigentlich den Wettausgang und damit die Hofübergabe beurkunden soll, hat kaum etwas mitbekommen. Die Zuschauer waren absolut begeistert vom intensiven Spiel. Und selbst Inspizient Franz Friedrich vergaß vor lauter Lachen am Ende des zweiten Aktes, rechtzeitig den Vorhang zu schließen.

Wie bekommt man eine Hand aus einem Gurkenglas? Mutter Sophie (vorn re. Roswitha Friedrich) und Nachbar Eugen (Frank Niere) versuchen, der etwas unterbelichteten Cäcilie (Sandra Rohr) zu helfen. Foto: rr



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