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Im Ort gibt es viele Beschwerden, aber weder der Ortsbürgermeister noch die Stadt sehen einen Ausweg

Wenn über Thal wieder Güllegeruch liegt

Bad Pyrmont/Thal. Vielen Thalern stinkt’s. Sie sehen ihre Wohnqualität massiv eingeschränkt. Rund um ihr Dorf landet Gülle auf den Äckern. Das ist zumindest der Eindruck, den Einwohner vermitteln und den Ortsbürgermeister Georg Falkenberg bestätigt, der von einer erheblichen Anzahl von Beschwerden berichtet. Andere wiederum vertreten die Meinung, dass Landwirtschaft zum Leben auf dem Land gehört – also auch deren Geruch. Es ist ein Problem, dass es nicht nur in Thal gibt und das dem Ruf der Landwirtschaft schadet.

veröffentlicht am 18.09.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 15:41 Uhr

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„Ein Landwirt von der Ottensteiner Hochebene hat mittlerweile gut 90 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche in Thal gepachtet und nutzt sie, um Gülle aus seinen Ställen – nicht nur die aus seinem Stall in Thal – als Dünger darauf auszubringen. Aber machen können wir dagegen nichts“, meint Falkenberg.

Wie angekündigt, hatte er das Problem in der jüngsten Sitzung des Ortsrates zum Thema gemacht. Nicht um gegen den Landwirt vorzugehen, sondern um die Thaler darüber aufklären zu lassen, was der Bauer darf und was nicht. Dass Gülle laut Verordnung in den Sommermonaten – und auch nur dann – auf Grünland ausgebracht werden darf, das in Thal an einigen Stellen unmittelbar an die Wohnbebauung grenzt, dürfte auch nicht jedem Bewohner gefallen. Das Gebot gilt auch für Ackerflächen. Dort muss Gülle nach der überarbeiteten Gülleverordnung aber unverzüglich eingearbeitet, das heißt mit Boden bedeckt werden. Viele Landwirte sehen darin ein Problem. Auf Grünflächen wird seit einiger Zeit auch mit Gülleinjektion gearbeitet, um die Geruchsbelästigung zu vermindern, die Nährstoffausnutzung zu optimieren und Verluste zu reduzieren.

Immer wieder Ostwind und hohe Temperaturen haben in diesem Sommer oft dazu geführt, dass über Thal der Güllegeruch hing. Und die Bewohner des Erlengrunds, die in der Nähe des Viehstalls leben, haben ihren landwirtschaftlichen Nachbarn regelmäßig gerochen. „Wer war zuerst da? Die Wohnhäuser oder der Stall? Und früher gab es in Thal viel mehr Vieh“, gab ein Zuhörer am Rande der Sitzung zu bedenken. „Ich würde da heute nicht mehr bauen“, räumte auch Falkenberg ein. „Die offene Bauweise des Stalls beeinflusst das Wohnen sehr negativ. Vom alten Stall kennen wir dieses Problem überhaupt nicht.“ Noch eine Frage beschäftigt Falkenberg: „Hier landen Massen von Gülle auf den Feldern. Ich kann das als Laie nicht beurteilen, aber nehmen die Pflanzen das als Dünger überhaupt auf?“ In Niedersachsen wird die Gülleausbringung seit vergangenem Jahr strenger überwacht, um das Grundwasser zu schützen.uk



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