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1,17 Milliarden Euro geben die Urlauber pro Jahr aus

Wenn Lipper reisen

LIPPE. Kofferpacken im Kreis Lippe – Reiselust steht hoch im Kurs: Insgesamt geben die Menschen aus dem Kreis Lippe nahezu 1,17 Milliarden Euro pro Jahr für den Tourismus aus – von der Landpartie bis zur Pauschalreise, von der Radtour bis zum Städtetrip.

veröffentlicht am 21.11.2017 um 15:38 Uhr
aktualisiert am 21.11.2017 um 16:40 Uhr

Die Koffer gepackt – und weg: Für die Lipper steht das „Reiseziel Deutschland“ nach wie vor hoch im Kurs.
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Das geht aus einer regionalen Tourismus-Datenanalyse hervor, die das Pestel-Institut jetzt erstmals für die Initiative „Auf Zukunft gebucht“ der Tourismuswirtschaft gemacht hat. Die wollte wissen, wie viel das touristische Erleben den Menschen in der Region wert ist.

Vom Kind bis zum Senior im Kreis Lippe: Die Pro-Kopf-Ausgaben für den Tourismus betragen 3400 Euro im Jahr. „Egal, ob es der Flug zur Ferieninsel oder das Essen am Urlaubsort ist: 19 Prozent von dem Geld, das die Einwohner des Kreises Lippe ausgeben, fließt in den Tourismus. Zum Vergleich: zehn Prozent sind es für Nahrungsmittel. Ähnlich wie im Kreis Lippe liegt die Ausgabe hier bundesweit bei 1800 Euro pro Kopf und Jahr“, sagt Matthias Günther. Für den Leiter des Pestel-Instituts ist der Tourismus damit „ein starker Wirtschaftsfaktor – auch deshalb, weil drei Viertel der Ausgaben in Deutschland bleiben“. Das zeige, dass das „Reiseziel Deutschland“ nach wie vor hoch im Kurs stehe.

Dabei wäre die Attraktivität des Tourismus sogar noch zu steigern. Er könnte Urlaubern aus dem Kreis Lippe noch mehr fürs Geld bieten, sagt der Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW) als Koordinator der Initiative „Auf Zukunft gebucht“.

Dies fange bereits bei der unterschiedlich hohen Besteuerung von Speisen an: „Es ist nicht einzusehen, warum frisch zubereitetes Essen in Restaurants nicht geringer besteuert wird – nämlich mit 7 statt der bislang fälligen 19 Prozent Mehrwertsteuer. Dies ist schließlich bei fertigen Produkten aus dem Supermarktregal oder von der Ladentheke in Bäckereien und Metzgereien, die ‚auf die Hand‘ verkauft werden, völlig normal. Hier wird mit zweierlei ‚Steuermaß‘ gemessen – das ist eine Farce“, sagt BTW-Generalsekretär Michael Rabe.

Die Tourismuswirtschaft kritisiert, dass der Staat kräftig an der Preisspirale beim Reisen drehe. Allen voran durch die Luftverkehrssteuer, die Deutschland im Alleingang erhebe. Sie werde immer dann fällig, wenn ein Flugzeug von einem deutschen Flughafen abhebe und mache das Reisen so jährlich um gut eine Milliarde Euro teurer.

Auch die Luftsicherheitsgebühren wälze der Staat – anders als in Spanien, Italien oder in den USA – auf die Reisenden und Unternehmen ab. „Hier geht es um Passagier- und Gepäckkontrollen – und um bundesweit immerhin fast 700 Millionen Euro allein in diesem Jahr. Dabei ist Terrorismusbekämpfung und Gefahrenabwehr eine staatliche Aufgabe“, sagt Rabe.

Die Branche appelliert daher in einem „Tourismus-Brief“ an die Bundestagsabgeordneten, sich politisch für ein „günstigeres Reiseklima“ einzusetzen. „Es wird Zeit, die Stellschraube staatlicher Kostentreiber im Tourismus zurückzudrehen. Denn es trifft den Großteil der Bevölkerung im Kreis Lippe, wenn der Staat weiterhin einen starken ‚Steuer- und Gebühren-Aderlass‘ beim Tourismus betreibt“, so Rabe. Die Tourismusbranche spricht sich in dem Parlamentarierbrief zudem für ein bezahlbares Bahnfahren aus. Hier dürfe der Staat das Augenmaß nicht verlieren.



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