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Carsten Iltsche stellt seine Werke in der „db33“-Galerie aus

Wenn Lichtstrahlen durchs Loch treffen

BAD PYRMONT. Es sind besondere Fotografien, die Carsten Iltsche derzeit in Bad Pyrmont ausstellt. Nicht ganz scharf, ohne dabei matschig zu wirken, erzeugen sie beim Betrachter ein ganz besonderes Erlebnis von Unwirklichkeit. Vielleicht wie eine Szenerie mitten in der Nacht, die gerade von einem Blitz erhellt wird.

veröffentlicht am 01.05.2019 um 12:00 Uhr
aktualisiert am 03.05.2019 um 16:49 Uhr

Carsten Iltsche (Mitte) präsentiert den Besuchern seine Werke. foto: yt
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Autor

Carlhermann Schmitt Reporter
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Entstanden sind diese Fotos mit einer Camera obscura, deren Wirkprinzip schon in den „Problemata Physica“ beschrieben ist, einem Werk, das Aristoteles (384 bis 322 vor Christi Geburt) zugeschrieben wird.

Die erste Abbildung, wie eine Camera obscura betrieben wird, findet sich in dem Buch „Ars magna Lucis et Umbrae“ des Jesuiten und Universalgelehrten Athanasius Kircher. Darin zeigte er, wie Licht, das durch ein kleines Loch in einer Wand fällt, an der Wand gegenüber ein Bild erzeugt – kopfüber und seitenverkehrt, weil die Lichtstrahlen geradeaus verlaufen. Eine solche Camera obscura oder auch Lochkamera kann man sich einfach selbst bauen, indem man beispielsweise ein Loch in eine Blechdose bohrt und auf der gegenüberliegenden Seite das Blech durch Transparentpapier ersetzt.

Carsten Iltsche setzt für seine Bilder keine umgebaute Teedose ein, sondern eine Digitalkamera, auf die er ein spezielles Objektiv setzt, in dem nur ein feines Loch die Lichtstrahlen passieren lässt. Die so entstandenen Fotos stellt er in seiner temporären „db33“-Galerie an der Kirchstraße aus, zwischen Brunnenbuchhandlung und Eiscafé.

Der Fotokünstler, der in Berlin wohnt und arbeitet, ist derzeit täglich von 14 bis 19 Uhr in der Ausstellung anzutreffen, wo er über seine Werke spricht, die Bad Pyrmonter Ansichten zeigen, aber auch das Schloss Hämelschenburg und andere Szenerien. Aber auch über neue Ideen, beispielsweise sich eine große Camera obscura zu bauen, um Objekte nicht mehr nur im Kleinbildformat ablichten, sondern richtig große Negativplatten nutzen zu können. „Das Ergebnis einer Fotografie hängt von vielen Faktoren ab wie Lochgröße, Entfernung von Loch und Negativ beziehungsweise Sensor und auch von dessen Größe“, sagt er. Und so möchte er gern weiter experimentieren, um den Charme der Pinhole-Fotografie, wie sie in Fachkreisen genannt wird, weiter auszureizen. Carsten Iltsche, der vor 30 Jahren im Berufsförderungswerk von Bad Pyrmont seine Ausbildung zum Fotografen machte, fühlt sich seit dieser Zeit mit der Kurstadt sehr verbunden. „Wenigstens einmal jährlich bin ich hier zu Besuch“, erklärt er und hat sich deshalb über die Einladung von Adelheid Ebbinghaus vom Heimatbund gefreut, hier einmal eine Kostprobe seines Schaffens zu zeigen. Noch bis zum 15. Mai können seine Arbeiten bewundert (und gekauft) werden.



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