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Mehring lud Kinder aus dem ganzen Land zu erstem Streicherklassentag

Wenn 130 Instrumentalisten ein riesiges Orchester bilden

Bad Pyrmont (Hei). Wenn man sich bildlich und akustisch einmal vorstellt, wie 130 Kinder auf ihren Instrumenten üben, wie sie streichen, fiedeln und kratzen, von ohrenbetäubendem Rufen und Kreischen begleitet, wenn man sich ferner ausmalt, wie 260 Beine durch die Flure des Konzerthauses flitzen und wie das ganze Gewusel dann auf der Bühne sogar noch irgendwie zu einem Klangkörper gebändigt wird und richtige Musik erzeugt – dann hat man in etwa eine Vorstellung von dem, was am Wochenende im Pyrmonter Kulturtempel los war.

veröffentlicht am 23.01.2011 um 17:24 Uhr
aktualisiert am 04.11.2016 um 20:41 Uhr

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Zum ersten Niedersächsischen Streicherklassentag, ausgerichtet von der Pyrmonter Musikschule, war der Streicher-Nachwuchs aus sechs Grundschulen und zwei Gymnasien des Landes mit Eltern, Pädagogen und Instrumenten angereist. Oben im Foyer gab es letzte Anweisungen von den Musiklehrern, Noten wurden geordnet, Violinen gestimmt und Celli gestemmt. „Nein, ich habe kein halbes Cello, dann hätte man es ja durchsägen müssen“, antwortet empört der siebenjährige Jens aus Wunstorf auf eine entsprechende Frage. Doch die Jüngsten haben wie er natürlich kleinere Instrumente, die nur die Hälfte oder sogar ein Viertel der originalgroßen Violinen, Celli und Kontrabässe ausmachen.

Dass manche Kinder erst seit einem halben Jahr spielen und schon bei einer solchen Großveranstaltung wie selbstverständlich mitmachen, nötigt auch Bad Pyrmonts Bürgermeisterin Elke Christina Roeder viel Respekt ab. Seit acht Jahren seien die von Pädagogen der Musikschule betreuten Streicherklassen ein fester Bestandteil des Unterrichts in den Pyrmonter Schulen, und der Erfolg zeige sich unter anderem durch diese landesweite Veranstaltung, sagte sie zur Begrüßung. „Einen schöneren Rahmen als das Konzerthaus hätte man sich dafür kaum wünschen können“, befand Hans Walter vom Niedersächsischen Kultusministerium, unter dessen Schirmherrschaft der Tag stand.

Bei den „Minikonzerten“ stellten sich die Streicherklassen mit einem erarbeitetem Programm vor. Mit bewundernswerter Geduld leitete Musikschuldirektor Arndt Jubal Mehring die erste gemeinsame Probe aller Mitwirkenden auf der Bühne. Die von ihm komponierte „Streicherschmiede op. 23“ für zwei Soloviolinen, Streicherklassen und Schlagwerk erlebte als Auftragswerk zu dieser landesweiten Veranstaltung ihre Uraufführung. 130 Kinder bliesen auf die Saiten ihrer Instrumente, entfachten so das ,,Feuer“ in der Introduktion, spielten dann das „Schmiede-Rondo“ mit ganzem Einsatz. „Super, ganz prima macht ihr das“, lobte der Komponist, Als Solist wirkte neben Andreas Vogt (Schlagwerk) und Katharina Rundfeldt (Violine) der zehnjährige Kevin Plöger auf seiner Geige mit. Er spielt seit fünf Jahren und mag mit seinem Können manchen der Anfänger motiviert haben.

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So wie Maja und Viktoria, die beiden achtjährigen Freundinnen aus Bad Pyrmont, denen auch das oft eintönige Üben Spaß macht. „Ich habe mal ein Geigenkonzert gehört, da wollte ich unbedingt auch spielen“, erklärt Maja ihre Vorliebe für ihr Instrument. Leonard (9) aus Wunstorf mag besonders den tiefen Klang seines Kontrabasses, und Jordan (10) aus Hameln lernt seit fünf Jahren Cello, weil ihn sein Cousin darauf gebracht hat. „Es ist schon schwierig, macht aber Spaß“, sagt er. Die Freude am Spielen und die bemerkenswerte Konzentration der Kinder war ein besonderer Eindruck dieses Tages.

130 Mädchen und Jungen sind mit ihren Instrumenten zum ersten Niedersächsischen Streicherklassentag nach Bad Pyrmont gekommen. Alle zusammen spielen Arndt Jubal Mehrings „Streicherschmiede op. 23“.

Fotos: Hei

Wichtig: Die Höhe des Notenständers muss stimmen. Lehrerin Jadwiga Bilik justiert die Schraube.

Sie hörte ein Violinkonzert und wollte Geige spielen: Maja Kampe (li.), hier mit zwei Mitmusikerinnen, vor dem Einsatz. Kevin Plöger (10, re.) spielt sein Instrument seit fünf Jahren.

Für jede Körpergröße gibt es passende Instrumente. Jens Polke (10) aus Wunstorf etwa spielt auf einem „halben“ Cello.



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