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Experten empfehlen 7 Standorte

Weniger Standorte für die Feuerwehr

BAD PYRMONT. Die gegenwärtig neun Standorte der Freiwilligen Feuerwehr Bad Pyrmont sollten auf sieben Standorte reduziert werden. Das ist eine Empfehlung der Firma Orgakom, die für die Stadt einen Entwurf für einen noch vom Rat zu beschließenden Brandschutzbedarfsplan erarbeitet hat.

veröffentlicht am 28.02.2017 um 12:29 Uhr
aktualisiert am 30.05.2017 um 09:32 Uhr

Wo wird die persönliche Schutzausrüstung der Feuerwehrleute der Ortswehr Bad Pyrmont künftig hängen? Foto: Archiv/uk
Hans-Ulrich Kilian

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Hans-Ulrich Kilian Redaktionsleiter Bad Pyrmont zur Autorenseite
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Konkret würde das bedeuten, dass die Ortswehren Bad Pyrmont und Holzhausen als gemeinsame Schwerpunktfeuerwehr zusammen gelegt werden und die Ortsfeuerwehr Eichenborn in die Ortsfeuerwehr Neersen integriert wird. Dadurch würde sich die Verfügbarkeit der Aktiven an den jeweiligen Standorten deutlich erhöhen, denn jeder einzelne Standort müsse die Einsatzbereitschaft mit mindestens neun Feuerwehrleuten garantieren, lautet die Begründung.

Der Bedarfsplan war in Kreisen der Feuerwehr mit Spannung erwartet worden. Dementsprechend groß war die Anzahl der Aktiven, die der jüngsten Sitzung des Feuerschutzausschusses am Montagabend im Ratssaal folgten, wo die Vertreter der Orgakom das Ergebnis ihrer auf 168 DINA-4-Seiten zusammengefassten Analyse vorstellten.

Nicht zuletzt die demografische Entwicklung stellt die Feuerwehr vor große Herausforderungen. Die Zahl der Aktiven zeigt in den letzten Jahren in der Tendenz einen erheblichen Rückgang von über 300 im Jahr 2011 auf 275 zum Jahresende 2016. Mit Jugend- und Kinderwehren versuchen die Brandschützer, gegenzusteuern, zumal innerhalb der nächsten fünf Jahre viele Feuerwehrangehörige aus Altersgründen aus dem aktiven Dienst ausscheiden.

Eine Analyse von 104 Einsätzen über einen Zeitraum von 18 Monaten hat ergeben, dass nur gut in einem Drittel der Fälle die geforderten neun Funktionen innerhalb von acht Minuten beziehungsweise weitere sieben Funktionen nach 13 Minuten vor Ort sein konnten. Das sei problematisch, lautet die Einschätzung der Experten, denn die Vorgabe sei, dass zumindest in 90 Prozent der Einsätze dieses Ziel zu erfüllen sei.

Besonders in Eichenborn und Bad Pyrmont fehlen Aktive, was dazu führt, dass die notwendigen Funktionen nicht mehr qualifiziert besetzt werden können. Um die Leistungsfähigkeit zu erhalten, sei eine Zusammenlegung notwendig, so die Empfehlung der Orgakom-Experten. Im Fall von Eichenborn und Neersen wäre Neersen der künftige Standort, dessen Feuerwehrhaus mit einer Fahrzeughalle ergänzt werden müsste. Ein Anbau reicht für eine aus den Ortswehren Bad Pyrmont und Holzhausen gebildete neue Schwerpunktfeuerwehr nicht. Ein gemeinsamer Neubau muss her, zumal das Haus in Holzhausen abgängig ist, nicht nur im Hinblick auf den Arbeitsschutz. Nur wohin? Weil nicht zuletzt viele Mitglieder der Pyrmonter Ortswehr in Holzhausen wohnen, empfiehlt der Bedarfsplan rein aus feuerwehrtechnischer Sicht ohne Berücksichtigung der städtebaulichen Belange einen Standort am Gondelteich, auch unter dem Aspekt der Arbeitsorte der Aktiven. Die Fahrzeughalle müsste mindestens elfzügig mit einer Erweiterungsmöglichkeit gebaut werden und der Neubau sollte unter anderem räumlich getrennte Zu- und Abfahrtswege haben.

Für Stadtbrandmeister Maik Gödeke sind das alles keine neuen Erkenntnisse. „Das ist das Ergebnis, zu dem eine Arbeitsgruppe schon vor drei Jahren gekommen ist“, kommentierte er in der Sitzung des Feuerschutzausschusses und fügte hinzu: „Salopp gesagt, haben wir zwei Jahre verschenkt.“ Er kündigte an, dass sich das Stadtkommando kommende Woche mit dem Bedarfsplan beschäftigen werde. „Das wird eine Menge Arbeit“, stellte er nach der Sitzung fest. Zumal es in Reihen der Holzhäuser Aktiven die Sorge gebe, dass ihre Ortswehr auf lange Sicht durch eine Zusammenlegung auf der Strecke bleiben könnte.

„Es ist wichtig, dass jemand von Außen einen Blick auf unsere Feuerwehr geworfen hat“, verteidigte Blome den Bedarfsplan. Die Arbeit daran sei darum auch nicht verschenkt Zeit gewesen. „Immerhin geht es darum, eine Lösung für die nächsten 30, 40 oder 50 Jahre zu suchen.“



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