weather-image
Beiträge erhöht / Vortrag über richtige Fütterung

Weniger Geld – mehr Milch: Kontrollverein zieht Bilanz

Eichenborn (yt). „Die Klage ist des Kaufmanns Gruß.“ Diese Sentenz, deren Ursprung Shakespeare zugeschrieben wird, lässt sich nach Ansicht des Geschäftsführers des Milchkontrollvereins Weserbergland, Horst-Dieter Pulst, auch auf den Bereich der Milchwirtschaft ausdehnen. Steigende Preise und rückläufige Zuschüsse hatten die Vereinskasse mit einem Minus von 3000 Euro abschließen lassen.

veröffentlicht am 02.02.2011 um 19:56 Uhr
aktualisiert am 04.11.2016 um 19:41 Uhr

Das Weserbergland nähert sich bei der Milchproduktion dem Landesdurchschnitt an. Foto: LWK Niedersachsen
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Angesichts der daraufhin vom Vorstand unter dem Vorsitzenden Karl-Heinz Zurmühlen beschlossenen Anhebung der Beiträge kam bei einigen Mitgliedern des Vereins die Idee auf, die Personalkosten von rund 80 000 Euro zu hinterfragen, deren Löwenanteil Pulst zugutekommt.

Der machte indessen deutlich, dass er sich nicht dazu durchringen könne, hier ein Solidarprinzip gelten zu lassen, „zumal ich aus eigener Anschauung weiß, was sich auf Bauernhöfen verdienen lässt“. Angesichts der immer noch günstigen Mitgliedschaft im Vergleich zu anderen Milchkontrollvereinen wurde das Thema nicht weiterverfolgt und die Erhöhung akzeptiert.

Auch mit den vorgestellten Neuerungen im Tierseuchenrecht konnte der Leiter des Fachdienstes für das Hameln-Pyrmonter Veterinärwesen, Dr. Peter Bolten, die Stimmung nicht heben. Im Prinzip darf nur mit BVD-unverdächtigen Rindern gehandelt werden. Da die „Bovine Virusdiarrhoe“ einen recht häufigen Krankheitskomplex darstellt, wird bei Auslandsgeschäften die BVD-Unbedenklichkeit eingefordert. Und die könne nur sichergestellt werden, wenn alle Tiere auch im Inland untersucht werden, obwohl sich das für manchen Bauern wie das Schlagen mit dem Hammer nach Fliegen darstellt, da in Deutschland BVD in weniger als einem von 100 Fällen auftaucht.

Dr. J. Rothert
  • Dr. J. Rothert
K.-H. Zurmühlen
  • K.-H. Zurmühlen

Da auch Zahlungen der Landesregierung an die Tierseuchenkasse von knapp zehn auf nunmehr gut sieben Millionen Euro gekürzt wurden, müssen nun Betriebe, in deren Bestand das Rinderherpes-Virus grassiert, deutlich höhere Beiträge an die Kasse zahlen als bislang. Und für die Blauzungen-Impfung gibt es auch kein Geld mehr.

Deutlich optimistischer klang da der Vortrag von Dr. Jürgen Rothert, der sich vor allem mit der Wissenschaft der idealen Fütterung von Milchkühen auseinandersetzte. Sein Tenor: „Nichts ist Zufall, nichts ist Pech. Jede kranke Kuh ist die Folge von Fehlern unserer Arbeit.“

Nachdem der Tierarzt und Agraringenieur die Grundbedingungen für ein optimales Umfeld der Milchkühe skizziert hatte, ging er auf viele Details der optimalen Futterzusammenstellung ein. Er zeigte auch auf, wie durch die Anpassung dieser Zusammenstellung spezifische Probleme behoben werden können. „Vergessen Sie alle teuren Pülverchen und Kraftfutter, das ist alles Bullshit. Beobachten Sie jedes einzelne Ihrer Tiere und handeln Sie sofort.“ Dabei betonte er auch, dass der Dioxin-Skandal für Milchbetriebe gar nicht hätte stattzufinden brauchen, da Kraftfutter – auch mit dioxinfreiem Frittierfett versetzt – ohnehin der Kuhgesundheit nicht sonderlich zuträglich sei und auch nicht gebraucht werde, wenn die Regeln der Futterzusammenstellung eingehalten würden.

Insgesamt vermeldete der Geschäftsführer des Milchkontrollvereins gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 302 Kilogramm Milch je Kuh (etwa 296 Liter), die im Durchschnitt 8647 Kilogramm (8477 Liter) produzierte. Damit sind die Weserberglandkühe nicht ganz auf der Höhe des Niedersachsendurchschnitts von 8809 Kilogramm (8636 Liter). Da der aber nur um 213 Kilogramm (209 Liter) zunahm, holen die Weserbergländer auf.

Bei den Vorstandswahlen gab es keine Überraschungen: Hermann Grashoff, Jörg Schmitmeier, Hartwig Schomburg und Frank Köhler wurden in ihren Ämtern bestätigt.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt