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Detmolder Landestheater liefert gelungene Inszenierung von Ralph Benatzkys Singspiel

„Weißes Rössl“ mit Schmäh und Schnauze

Bad Pyrmont. Es ist Jahrzehnte her, da pfiff sie der Mann auf der Straße und die Spatzen taten’s von den Dächern: Lieder wie „Im Weißen Rössl am Wolfgangsee“, „Was kann der Sigismund dafür, daß er so schön ist“ oder „Es muß was Wunderbares sein...“ waren damals beliebte Gassenhauer.

veröffentlicht am 09.06.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 07.11.2016 um 03:21 Uhr

Beim Regenlied (v. rechts nach links): Zahlkellner Leopold (Mark

Autor:

Dagmar Nickelsen
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Versuchen Sie heute mal, Ihren Enkel mit Karten fürs „Weiße Rössl“ zu beglücken... Und so war denn auch vorwiegend das ältere Semester im Pyrmonter Konzerthaus erschienen und durfte sich auf lange nicht gehörte Ohrwürmer freuen. Die Inszenierung des Landestheaters Detmold (Regie: Tatjana Rese) brachte nicht die ganz großen gesanglichen Highlights, aber es gab eine Aufführung voller Charme, Spielfreude und witziger Regieeinfälle – wie etwa die stets präsente Mannschaft der Kühe mit ihren romantisch bimmelnden Kuhglocken. Herrlich auch: die je nach Bedarf als Dampfer oder Hahn fungierende Briefträgerin (Lydia Voigt).

Jede Rolle hatte ihre Höhepunkte

Das ganze Stück in der Detmolder Fassung kam ganz und gar nicht so angestaubt daher – auch dank der sich selbst nicht ganz so ernst nehmenden Darsteller und der neuzeitlichen Requisiten wie etwa der behelmte stadtrollerfahrende Anwalt oder der Ottilie, die ihr Hündchen wie Paris Hilton in der Handtasche mit sich trug. Schwer, Leistungen besonders hervorzuheben, denn Detmold zeigte durchweg eine sehr gute Ensembleleistung. Besonders gelungen: das Zusammenspiel mit den „Det Moldies“, dem aus Piano, Bass, Schlagzeug und Violine bestehenden „Orchester“, das stilecht in Krachledernen vor der Bühne Platz genommen hatte.

Gesprochen und gesungen wurde mit österreichischem „Schmäh“ (hier besonders gut: Zahlkellner Leopold alias Markus Hottgenroth) und mit Berliner Herz und Schnauze – wie Trikotagenfabrikant Wilhelm Giesecke – „Vorne zu knöppen“ (Henry Klinder).

Jede Rolle hatte ihre Höhepunkte und kam mal ganz groß raus – wie etwa der Piccolo (Gaby Blum) bei seinem Auftritt als Kaiser Franz Josef. Mal spröde, mal verliebt, mal die Chefin herauskehrend – immer sehr präsent, das war die mit Edelweiß am wogenden Busen ausstaffierte Wirtin (Kerstin Klinder), die einem herrlichen Jodler draufhatte.

Gefühlvolle Momente gab es bei Liedern wie „Die ganze Welt ist himmelblau...“, und Prof. Dr. Hinzelmann (Wolfgang Müller) brachte mit seinem „Ein Veilchen am Hut...“ ein Stück alten Operettenzaubers ins Konzerthaus.

Und wenn alle das Lied vom „Weißen Rössl am Wolfgangsee“ anstimmten, war man mittendrin in dieser kleinen Welt auf der mit überdimensionalen Ansichtskarten dekorierten Bühne. Wieder einmal mehr zeigte sich, daß die Melodien von Ralph Benatzky unsterblich sind und es nicht verdienen, in der Mottenkiste zu verschwinden.



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