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„Klar, ich bin im Wahlkampfmodus“

Weil besucht „Villa Kunterbunt“

EICHENBORN. Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hat am Donnerstag auf Einladung seines Parteifreundes Uli Watermann die „Villa Kunterbunt“ in Eichenborn besucht. Er hatte viele Fragen, ließ sich viel erklären und genoß den angebotenen Streuselkuchen und vielleicht die kleine Pause von den Problemen in Hannover.

veröffentlicht am 24.08.2017 um 17:35 Uhr
aktualisiert am 24.08.2017 um 18:15 Uhr

Ministerpräsident Stephan Weil (re.) im Gespräch mit Mitarbeitern und Bewohnern der Villa Kunterbunt. Uli Watermann (li.) und seine Tochter Katrin Tutsch-Watermann freuen sich über sein Interesse und darüber, dass ihm der Streuselkuchen schmeckt. Fot
Hans-Ulrich Kilian

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Hans-Ulrich Kilian Redaktionsleiter Bad Pyrmont zur Autorenseite
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Marcel möchte jetzt von Stephan Weil ein Autogramm und später einmal Bürgermeister werden. Das ist schon einmal ein guter Einstieg für ein Gespräch mit einem Ministerpräsidenten, der genau das in Hannover schon einmal war. „Das war ein schöner Job“, ließ er den jungen Bewohner der „Villa Kunterbunt“ in Eichenborn gut gelaunt wissen und zückt den Kugelschreiber. Solche Begegnungen kommen gut an beim Wähler. „Klar, ich bin im Wahlkampfmodus“, stellt er später fest. Auch hier im kleinen Dorf Eichenborn auf der Ottensteiner Hochebene und speziell in dem von seinem Parteifreund Uli Watermann aufgebauten Kinder- und Jugendhaus, in dem es nur wenig potenzielle Wähler gibt, denn die zurzeit 18 jungen Bewohner dürfen noch gar nicht wählen. Die Jüngste ist zweieinhalb, der Älteste 17 Jahre alt.

Gekommen ist der niedersächsische Ministerpräsident auf Einladung Watermanns. Die Töchter des Landtagsabgeordneten hatten ihren Vater überzeugt, ihn zu einem Besuch einzuladen, als es um ein Reiseziel zum Thema Inklusion ging. Watermann ist Geschäftsführer der von einem Trägerverein betriebenen Villa Kunterbunt, verzichtet aber auf ein Gehalt. Seine Töchter Anna Watermannn und Katrin Tutsch-Watermann führen gemeinsam mit Michael Hubert das Haus.

Weil ist ein weniger ruhiger, als man ihn sonst kennt, die Ereignisse der letzten Wochen haben ihre Spuren hinterlassen. Aber er ist entspannt. Die schöne Umgebung der Hochebene mag ihren Teil dazu beitragen, und Hannover ist in diesem Moment vielleicht weiter entfernt, als es wirklich ist. „Lasst uns mal ein bisschen rumgehen“, bittet der Politiker seine Gastgeber. „Wie lange bleiben die Kinder hier, wie viele Kinder leben hier, wie viele Mitarbeiter gibt es und wie lange dauert die Fahrt zur Schule?“, lauten einige der Fragen, die er hat. „Echt gut, ein echtes Kinderzimmer“, lobt er beim Anblick eines Raumes, in dem ganz offensichtlich ein Kind lebt. Ein einzelner Schuh liegt am Boden, ansonsten ist das Zimmer aufgeräumt. Watermann erklärt seinem SPD-Landesvorsitzenden die Besonderheiten des Hauses, und Anna Watermann macht ihm deutlich, dass man als Mitarbeiter seine eigene Persönlichkeit einbringen müsse, um hier einen guten Job zu machen. „Wie immer“, lautet sein Kommentar.

Ein Anliegen haben die beiden Hausleiterinnen auch. Sie hätten Probleme Mitarbeiter zu finden, berichten sie. „Wir würde es denn leichter gehen?“, will Weil wissen. Die Ausbildungshürden seien zu hoch, bestimmte Erfahrungen sollten anerkannt werden. „Als Jurist habe ich ein entspanntes Verhältnis zu Gesetzes, aber je älter ich werde, umso mehr stelle ich fest, dass Vorschriften auch Fesseln sein können“, räumt er ein. Die Ausbildung von Erziehern müsse flexibler werden, das stehe auch im Wahlprogramm der SPD, sagt der Ministerpräsident. Und er habe sich vorgenommen, dass in der nächsten Legislaturperiode des Landtages anzugehen.

Am für die Gäste – unter ihnen auch der SPD-Bundestagskandidat Johannes Schraps – aufgebauten Kuchenbuffet langt der Ministerpräsident beherzt zu. Der Streuselkuchen ist sein Favorit. Und noch etwas Privates erfahren seine Gastgeber. Er sauniere gerne, lässt er sie beim Anblick der Saunahütte im Garten wissen, die seine Aufmerksamkeit erregt hatte. „Echt klasse. Du kannst stolz sein auf das, was du hier aufgebaut hat“, verabschiedet er sich dann von Watermann.

Information

Besuch bei angehenden Altenpflegern

Die Villa Kunterbunt war am Donnerstag nicht das einzige Reiseziel Stephan Weils. Anschließend ging es ins Bildungszentrum für Pflegeberufe Weserbergland in Hameln. Dort informierte er sich über die Ausbildung in der Altenpflege und die Veränderungen durch das neue Pflegeberufsgesetz. Die Ausbildungen Altenpflege, Kinderkranken- und Krankenpflege werden künftig zusammengefasst. Um dem Fachkräftemangel in der Pflege zu begegnen, will die Schule ihr Ausbildungsangebot erweitern und speziell Flüchtlinge ansprechen.



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